Sicherheit „by Design“

„Es gibt auch schwarze Schafe“

Philippe Citroen, Managing Director bei Netatmo, erläutert im Kommentar, warum sich Hersteller beim Thema „Datensicherheit und Privatsphäre im smarten Zuhause“ keine Kompromisse erlauben können.

Philippe Citroen

„Wir halten daran fest, dass Einnahmen nicht von Daten erzielt werden sollten“, betont Philippe Citroen.

Das vernetzte Zuhause ist schon lange kein Wunschdenken mehr. Mittlerweile lassen sich die eigenen vier Wände ohne großen Aufwand zu einem Smart Home upgraden. Smarte Thermostate regulieren die Raumtemperatur und intelligente Sicherheitslösungen geben ein gutes Gefühl, wenn man das Haus verlässt. Das Leben im Smart Home wird nicht nur komfortabler, sondern auch sicherer. Doch wie steht es um die Datensicherheit und die Privatsphäre der Nutzer? Ein Großteil der Konsumenten hat wenig Wissen über Cyber-Security und Hackerangriffe und muss sich einfach darauf verlassen, dass die Produkte und die persönlichen Daten sicher sind.

Hart umkämpfter Markt

Die Zahl der Player auf dem Smart-Home-Markt nimmt stetig zu, doch nur wenige von ihnen sind in der Lage, die Sicherheit ihrer Produkte „by Design“ und über Jahre hinweg zu gewährleisten. Wer als Hersteller den Schutz der Daten und der Privatsphäre nicht ernst nimmt, wird es schwer haben, auf dem hart umkämpften Markt zu bestehen. Denn: Sicherheitsbedenken sind ein Grund, weshalb noch viele Menschen beim Kauf eines Smart-Home-Produkts zurückhaltend sind.

Entscheidend ist zum einen, dass bereits während der Produktion die neuesten Sicherheitsstandards beachtet werden und die Produkte kontinuierlich Updates erhalten. Auch liegt es am Hersteller, die Nutzer dazu anzuhalten, achtsam mit ihren Daten umzugehen und sie über mögliche Sicherheitsrisiken zu informieren. Kunden werden Herstellern nur dann Vertrauen schenken und ihre Produkte kaufen, wenn hohe Sicherheitsstandards eingehalten und beim Thema „Datenschutz“ keine Kompromisse eingegangen werden. Leider gibt es in der Branche auch schwarze Schafe, die es mit dem Schutz der persönlichen Daten ihrer Nutzer nicht genau nehmen und Gewinne durch den Verkauf dieser erwirtschaften. Wir halten daran fest, dass Einnahmen ausschließlich durch den Verkauf von Produkten und nicht von Daten erzielt werden sollten.

Trend zur lokalen Speicherung

Unsicherheit herrscht bei einigen Nutzern auch bei der Speicherlösung. Viele misstrauen der Cloud und wünschen sich alternative Konzepte. Ein Blick in die Zukunft zeigt einen wichtigen Trend hin zu verschlüsselten Daten und der Verdrängung von Third Parties. Die Entwicklung geht hin zur lokalen Speicherung. Private Informationen werden dann beispielsweise auf einer verschlüsselten MicroSD-Karte gespeichert, die nicht ausgelesen werden kann, oder in einer verschlüsselten privaten Cloud, auf die außer dem Nutzer niemand Zugriff hat. Das macht es um einiges schwieriger, Daten zu sammeln und weiterzuverkaufen.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 07-08/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Die Konkurrenz auf dem Smart-Home-Markt ist groß. Am Ende werden die Unternehmen nur eine nachhaltige Kundenbeziehung aufbauen können, wenn sie nicht nur schöne, sondern auch sichere Produkte entwickeln.

Bildquelle: Netatmo

©2026Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok