Neues für die Cloud

Evernote will in die Unternehmen

Evernote baut seinen Cloud-Dienst kontinuierlich aus. Dabei denkt es an individuelle Nutzer, will aber auch den Markt der Unternehmensanwender erobern.

Notizbuch mit Cloud-Schnittstelle

Evernote baut seinen Dienst zurzeit in zwei Richtungen aus: Zum einen sollen Papiernotizen leichter den Weg in die Cloud finden. Zum anderen gibt es bald eine Art Multiuser-Evernote für Unternehmen.

Für erstes kooperiert Evernote mit Moleskine. Der Hersteller produziert ein neues Notizbuch mit Cloud-Schnittstelle. Das wird in der Praxis ungefähr so aussehen: Der Moleskine-Besitzer schreibt auf eine mit gepunkteten Linien bedruckte Seite. Anschließend klebt er einen der Symbolsticker an den Rand und fotografiert die Seite mit der Evernote-App. Die App orientiert sich an den gepunkteten Linien und kann damit sogar schief stehende Seiten gerade rücken.

Die Sticker sind mit beliebig bestimmbaren Schlagworten verknüpft, unter denen die entsprechenden Notizen gespeichert werden. Da es eine Kollektion verschiedener Sticker geben wird, sollte auch ein ausgefeiltes Ordnungssystem zu verwirklichen sein. Zuerst wird es diese Funktion allerdings nur in der iPhone-App geben - passend zur Zielgruppe der Moleskine-Notizbücher.

Eine völlig andere Zielgruppe sind Unternehmen. Der Markt für allgemeine Cloud-Dienste mit Office-Funktionen ist noch nicht besonders groß, wächst aber rasant. Immerhin gibt es hier starke Konkurrenten wie Google Docs, Zoho und Microsoft Office 365. Evernote verspricht sich mit speziellen Business-Funktionen ebenfalls einen Einstieg in diesen Markt.

Für 10 Dollar pro Nutzer und Monat gibt es ab dem Start im Dezember 2012 bei Evernote Business den Premium-Service sowie eine ganze Reihe an Zusatzfunktionen für Unternehmen. Im Kern geht es um den unternehmensweiten Zugriff auf Evernote mit gemeinsamer Arbeit an individuellen Notizen und Notizbüchern.

Dafür gibt es eine Benutzerverwaltung, ein Benutzerverzeichnis mit Links zu den geteilten Notizen der Nutzer sowie einen individueller Ansprechpartner für den Support. Evernote Business hat einen Vorteil: Das Unternehmen behält die Datenhoheit, die Anwender nutzen trotzdem individuelle Notizbücher, die nur auf Anforderung öffentlich gemacht werden.

Ob sich dieser Service auf dem Markt durchsetzen kann, muss sich erst noch zeigen. Im Unterschied zu den erwähnten anderen Office-Diensten besitzt Evernote weder E-Mail noch Kalender. Zumindest diese Funktionen müssen also zusätzlich eingerichtet werden. Für welche Aufgaben eignet es sich also?

Dank des umfangreichen Evernote-Ökosystems kann der Dienst sehr gut für Materialsammlungen und konzeptionelle Aufgaben genutzt werden. Die Stärke von Evernote liegt ganz klar in der Möglichkeit, den Dienst als Container für heterogene Informationsschnipsel aller Art zu nutzen: Fotos und Scans mit oder ohne Kommentare, herkömmliche Notizen, handschriftliche Notizen und Skizzen vom iPad, Ausschnitte und Volltexte aus Webseiten.

Eine solche Materialsammlung lässt sich leicht verschlagworten, durchsuchen und als Basis für stärker durchgearbeitete Konzepte und Pläne einsetzen. Mit der Business-Version können auch Teams die Stärken von Evernote einsetzen.

Für das Anfertigen von stärker formatierten Dokumenten und Publikationen aller Art eignet es sich dagegen nicht. Hier dürfte denn auch der einzige Vorteil eines herkömmlichen Office-Pakets liegen. Evernote Business ist also eine gute Ergänzung zu herkömmlichen (lokalen oder cloud-basierten) Office-Paketen.

Bildquelle: Evernote

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