Bildbearbeitung mit Künstlicher Intelligenz

Face App: Kontroverse Foto-App geht viral

Dank der Unterstützung von zahlreichen Promis klettert eine zwei Jahre alte Foto-App auf die Spitzenplätze der App-Store-Charts. Warum ausgerechnet jetzt, weiß niemand so genau – nur, dass die Entwickler bereits in der Vergangenheit negativ aufgefallen sind.

Ein junger Geschäftsmann macht ein Selfie

Selfies manipulieren und alt aussehen – damit ist Face App erneut ein viraler Hit gelungen.

Apps für Bildbearbeitung, die auf Basis von Augmented Reality oder Künstlicher Intelligenz realistische Effekte erzielen, gehören zum Alltag und können heute eigentlich kaum noch jemanden wirklich verblüffen. Dennoch verbreitet sich mit Face App derzeit eine zwei Jahre alte Anwendung, die im Grunde nichts anderes tut. Das überraschende Revival dieser App verrät zwar viel über die Dynamiken der sozialen Netzwerke, gibt dabei aber auch so manches Rätsel auf.

Laut Google Trends ist die Anwendung bereits Anfang Juli massiv in der Popularität gestiegen und hat inzwischen den Höchstwert auf dem Beliebtheitsindex erreicht. Zugleich kletterte die Anwendung auch im Google Play Store und in Apples App Store auf den ersten Platz der Charts. Wo genau der Ursprung des Hypes liegt, ist aktuell nur noch schwer zu sagen. Sicher ist lediglich, dass die Beteiligung von Influencern und Promis eine große Rolle spielt, von denen derzeit viele per Face App manipulierte Fotos von sich verbreiten – darunter etwa US-Rapper Drake oder das Twitter-Team von Hertha BSC. Darüber hinaus sind die auf Künstlicher Intelligenz basierenden Effekte inzwischen deutlich realistischer geworden – ebenfalls ein Indikator für die unverhoffte Popularität der App.

Face App stammt von dem russischen Entwicklerstudio Wireless Lab und wurde erstmals im Januar 2017 veröffentlicht. Nur wenige Monate nach dem Launch wurde die Anwendung zum Gegenstand einer öffentlichen Kontroverse, da ein spezieller Filter auch Manipulationen am ethnischen Erscheinungsbild der abgebildeten Personen erlaubte. Die Entwickler sahen sich mit dem Vorwurf konfrontiert, gewisse Ethnien auf diese Art als eine ulkigen Kamera-Filter vorzuführen und löschten die Funktion wenig später. Danach wurde es zunächst wieder ruhig um die App.

Fragen wirft derweil auch der Umgang mit den privaten Daten der Nutzer auf. Nachdem zunächst das Gerücht die Runde machte, dass die App unberechtigt Bilder vom eigenen Smartphone hochlädt, dementierten Sicherheitsexperten die Befürchtungen wenig später wieder. In der Datenschutzerklärung wird allerdings angegeben, dass private Nutzerdaten innerhalb der Firmengruppe weitergegeben werden. Wer wissen möchte, was mit seinen Daten passiert, sollte das zumindest im Hinterkopf behalten.

Bildquelle: Getty Images/iStock

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