Streit um Messaging-Patente

Facebook wird von Blackberry verklagt – die Hintergründe

Der Smartphone-Pionier Blackberry wirft Facebook in einer Klage Patentverletzungen vor. Es geht um sieben Patente für Technologien, die in Facebooks App sowie von Kurzmitteilungsdiensten Messenger und Whatsapp sowie der Fotoplattform Instagram genutzt würden, erklärte Blackberry.

Der Smartphone-Pionier Blackberry wirft Facebook in einer Klage Patentverletzungen vor. ((Foto: Stephen Morrison/EPA))

Der Smartphone-Pionier Blackberry wirft Facebook in einer Klage Patentverletzungen vor. ((Foto: Stephen Morrison/EPA))

Unter den Patenten ist die Idee, ein App-Symbol mit einem Zähler für die Anzahl ungelesener Nachrichten zu versehen. Oder auch, Leute in Fotos zu markieren und dabei in einer Suchzeile Namensvorschläge zum Vervollständigen zu bekommen. Bei den anderen Patenten geht es  z.B. um Technologien von Blackberrys Verschlüsselungslösungen, das Einbinden von Messaging-Diensten in Spiele sowie das Verschicken von Nachrichten.

Blackberry machte deutlich, dass der am Dienstag eingereichten Klage lange Gespräche mit Facebook vorausgingen. „Wir werden uns wehren“, erklärte der stellvertretende Facebook-Chefjustiziar Paul Grewal. „Blackberry hat aufgehört, selbst Innovationen herauszubringen, und versucht nun, bei den Erfindungen anderer abzukassieren.“ Das zeige, in welchem Zustand sich das Messaging-Geschäft des Unternehmens befinde.

Ins Abseits geraten


Blackberry war eine treibende Kraft in den Anfangsjahren des Smartphone-Geschäfts, geriet mit dem Erfolg von Apples iPhone und später Googles Android-System aber ins Abseits. Nun versucht Blackberry sein Glück mit Software.

Unter dem aktuellen Chef John Chen wurde die verlustreiche eigene Entwicklung und Produktion von Smartphones eingestellt. Telefone der Marke Blackberry gibt es zwar immer noch, aber die werden vom chinesischen Hersteller TCL gebaut, der die Namensrechte bekam.

Chen erklärte jüngst, Blackberry sei nicht mehr im Sanierungsstadium. Er schreckt vor dem Gang vor Gericht nicht zurück: Im vergangenen Jahr bekam Blackberry rund 815 Miio. Dollar (658 Mio. Euro) vom Chipkonzern Qualcomm zurückerstattet. Der Smartphone-Pionier konnte sich mit dem Argument durchsetzen, dass ihm eine Rückzahlung zustehe, weil er weniger Smartphones verkaufte als die Patentvereinbarung mit Qualcomm vorsah.

dpa/ls

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