Medien und Handy-Fasten

Fastenzeit soll Ausgleich schaffen

Schon einen guten Vorsatz für die Fastenzeit? Digital Detox und insbesondere das Handy-Fasten liegen voll im Trend.

Die beginnende Fastenzeit ist eine gute Gelegenheit, sich dem Digital Detox zu widmen.

Die beginnende Fastenzeit ist eine gute Gelegenheit, sich dem Digital Detox zu widmen.

Mit dem heutigen Aschermittwoch, dem Ende der Karnevalszeit, beginnt die Fastenzeit. Für viele eine Gelegenheit, endlich mit der Diät zu starten, die als guter Neujahrsvorsatz geplant war, das Auto öfter stehen zu lassen und dafür mehr zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erledigen oder sogar Nichtraucher zu werden.

Denn in den 40 Tagen vor Ostern gilt es, Enthaltsamkeit zu üben und zwar in Verhaltensweisen, denen man sonst sehr gerne nachgeht. Von gewohntem Abstand zu nehmen, bedeutet nicht zwangsläufig auf etwas zu verzichten, sondern vielmehr von gewohnten Pfaden abzuweichen und den Alltag bewusst anders zu gestalten.

Medialer Überfluss

Der private und der berufliche Alltag ist – aufgrund von Smartphones, Tablets und anderen Devices – geprägt von ständiger Erreichbarkeit, der täglichen Flut von E-Mails sowie einem medialen Überfluss vor allem durch soziale Netzwerke, Nachrichtemagazine im Internet oder dem Fernsehen.

Vor allem in den letzten Jahren ist der Ruf nach mehr Flexibilität im Job – etwa in Form von Home Office und neuen Arbeitskonzepten – immer lauter geworden. Mit der Konsequenz, dass zwischen der eigentlichen Arbeitszeit und der wohlverdienten Freizeit nicht mehr so genau unterschieden wurde. Überall, zu jeder Zeit und vor allem „nur mal eben“ ein Blick auf das mobile Gerät zu werfen, schnell ein paar E-Mails zu beantworten oder einen Anruf entgegenzunehmen galt bzw. gilt für viele nicht als Arbeit.

Auffällig ist jedoch, dass sich parallel zu dieser Entwicklung auch das Bewusstsein für eine ausgeglichene Work-Life-Balance bei den meisten Arbeitnehmern verfestigt hat. In Zeiten von Burn-out und der Volkskrankheit Rücken, haben auch Unternehmen erkannt, wie wichtig Erholung für ihre Mitarbeiter ist. Nun werden E-Mails nach Dienstschluss nicht mehr weitergeleitet oder während einer längeren Abwesenheit konsequent gelöscht und der „Feel-Good-Manager“ ist für ein gutes Betriebsklima verantwortlich.

Digital Detox

Offline statt always on könnte also in diesem Jahr das Motto der Fastenzeit sein. Für Viele ist dieser Vorsatz allein aus beruflicher Sicht zwar nicht möglich, doch wie sieht es im Privaten nach Feierabend mit dem Medienfasten oder dem Digital Detox aus?

Wem der Digital Detox im Alltag nicht gelingen will, der kann zumindest seinen Urlaub in speziellen Hotels oder Camps verbringen, in denen Smartphones und ihresgleichen absolut verpönt sind. Auch auf Fernseher, Radio und selbst den Wecker lässt sich dort problemlos verzichten.

Handy-Fasten – zu radikal?

Sieben Wochen auf das Smartphone verzichten? Undenkbar für die Meisten, denn  die Mehrheit weiß aus Erfahrung, wie es ist, mal ein paar Tage nicht erreichbar zu sein, beispielsweise beim Wechsel des Mobilfunkanbieters. Instinktiv greift man unterwegs zum mobilen Gerät – ob als Lückenfüller in der Bahn oder zur Abfrage des Status quo bei Familie und Freunden.

Also lieber etwas weniger radikales auswählen um durchzuhalten: Abstinenz in sozialen Netzwerken oder das allabendliche Fernsehprogramm zu reduzieren wären eine gute Möglichkeit, Gewohnheiten zu ändern. Das schafft Freizeit und Freiräume gleichermaßen und fördert im besten Fall die Gesundheit sowie „echte“ soziale Kontakte.


Bildquelle: Thinkstock/ iStock

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