Blockheizkraftwerk mit Mobilfunkrouter

Fernwartung mit M2M-Technik

Die Giese Energie- und Regeltechnik GmbH, Hersteller von Blockheizkraftwerken (BHKW), setzt zur Fernwartung der Kraftwerke ein neues Teleservicekonzept ein – davon profitiert u.a. ein mittelständisches Medizinunternehmen aus Dortmund.

  • Giese Energie- und Regeltechnik, Hersteller von Blockheizkraftwerken (BHKW), setzt zur Fernwartung auf ein neues Teleservicekonzept.

  • Kommunikationsboxen wie diese werden direkt an die speicherprogrammierbare Steuerung des BHKW angeschlossen und sind – anders als bei der vorliegenden Fotomontage – fest in den Blockheizkraftwerken verbaut.

  • Ein Mini-BHKW von Giese Energie- und Regeltechnik

Intelligente Stromnetze sind die Schlüsseltechnologie für die Energiewende.
Während früher wenige zentrale Großkraftwerke die Stromversorgung sicherstellten, werden es in Zukunft viele kleinere, miteinander vernetzte Kraftwerke sein – von der Solaranlage auf dem Krankenhausdach bis hin zum Blockheizkraftwerk im Hotelkeller. Damit die Verteilung funktioniert, müssen die dezentralen Kraftwerke in ein selbststeuerndes Einspeisenetz eingebunden werden. Intelligent wird das Ganze, wenn die Kraftwerke aus der Ferne gewartet werden können. Der Telekom-Partner Lucom entwickelte deshalb für den Energie- und Regeltechnikspezialisten Giese ein Teleservicekonzept auf Basis von Machine-to-Machine (M2M). Doch wie funktioniert das in der Praxis? Ein Beispiel aus dem sportmedizinischen Bereich gibt Aufschluss.

Strom und Wärme

Kurz vor Spielende im Signal Iduna Park, Heimspielstätte von Borussia Dortmund (BVB): Ein Spieler liegt auf dem Rasen und krümmt sich vor Schmerzen. Die Diagnose: Muskelfaserriss. Ein Fall für den Vereinsarzt – und für eine anschließende Behandlung im medizinischen Leistungs- und Rehabilitationszentrum Orthomed. Damit die Trainingsgeräte wie etwa Laufbänder des BVB-Partners mit ausreichend Strom versorgt werden, kommt ein Blockheizkraftwerk zum Einsatz. Das Mini-Kraftwerk produziert nicht nur Strom, sondern auch Wärme, die vor Ort gespeichert und genutzt werden kann. Im besten Fall erzielen diese Anlagen einen Wirkungsgrad von bis zu 90 Prozent. Zum Vergleich: Ein konventionelles Großkraftwerk kommt auf 50 Prozent, da der bei der Stromerzeugung durch die Abwärme entstehende Wasserdampf ungenutzt aus den Kühltürmen in die Umwelt austritt.

Dabei gilt: Je größer die erzeugte Leistung, desto wirtschaftlicher ist ein Blockheizkraftwerk. Doch damit die Anlage rundläuft, muss sie von Anfang an optimal eingestellt sein. Das erfordert vor allem in der Startphase regelmäßige Anpassungen durch den Techniker. „Durch Montage und Service waren unsere Mitarbeiter früher ständig unterwegs“, erinnert sich Detlef Giese, Seniorchef von Giese Energie- und Regeltechnik. „Heute betreuen sie die Anlagen bequem aus der Ferne.“ Möglich macht das eine neue M2M-Lösung. Giese hat bereits mehr als 100 Blockheizkraftwerke mit dieser Lösung ausgestattet und konnte so die Außeneinsätze seiner Techniker um rund 80 Prozent reduzieren. „Unsere Techniker sind mithilfe der neuen Lösung in der Lage, die Parameter einer Anlage, beispielsweise die Vorlauftemperatur, von der Zentrale aus zu optimieren“, erklärt Detlef Giese.

Kern der Lösung ist eine Kommunikationsbox in der Größe von drei bis vier Zigarettenschachteln. Neben einem Funkmodul ist die Box unter anderem mit einer M2M-SIM-Karte ausgestattet. Die neue Lösung wird an die speicherprogrammierbare Steuerung des BHKW angeschlossen – so übermittelt die Anlage selbstständig Daten wie Messwerte, Statusmeldungen und Wartungszeiten. Im Störungsfall sendet das System eine Meldung per SMS oder E-Mail an die verantwortliche Stelle. Mithilfe der Steuerungssoftware können dann Störungen, zu denen etwa eine falsche Einstellung der Anlage oder geänderte Umgebungseinflüsse geführt haben, gelöst werden. Liegt hingegen eine größere Störung vor, die der Techniker nur vor Ort beheben kann, zeigt ihm die M2M-Lösung, welche Ersatzteile für die Reparatur nötig sind. Daneben werden alle Betriebs- und Steuerungsdaten per Mobilfunk an ein vom Kunden ausgewähltes Rechenzentrum übertragen, dort aufbereitet und den Nutzern anschließend über ein Webportal zur Verfügung gestellt.

Sichere Kommunikation via VPN

Um die Sicherheit zu gewährleisten, kommunizieren die Mobilfunkrouter des M2M-Anbieters über ein virtuelles privates Netzwerk (VPN). Die Kunden können dafür entweder das VPN des Anbieters oder alternativ ein eigenes nutzen. Die Verschlüsselung der Verbindung und die Festlegung von Zugriffsrechten sollen die Anlagen vor unberechtigtem Zugriff schützen.

Während im ersten Projektabschnitt primär Giese Energie- und Regeltechnik Zugriff auf das System hatte, ist geplant, das Ganze auszuweiten. Dann werden auch Kunden des Mittelständlers ein User-Interface bekommen, mit dem sie endverbraucherrelevante Daten einsehen können, etwa wie viel Strom oder wie viel Wärme ihre Anlage gerade produziert.

 

Giese Energie- und Regeltechnik GmbH

Das 1971 in Puchheim bei München gegründete Unternehmen Giese Energie- und Regeltechnik hat sich auf die Entwicklung von Lösungen aus dem Bereich der Gebäudesystemtechnik spezialisiert. Seit 1986 zählen auch die Entwicklung, die Herstellung und der Vertrieb von Blockheizkraftwerken zum Angebot des Maschinen- und Anlagenbauers.
Der Mittelständler beschäftigt 30 Mitarbeiter in Puchheim
sowie zehn Außendienstmitarbeiter, die bundesweit tätig sind. Die Blockheizkraftwerke von Giese kommen in Handwerksbetrieben ebenso zum Einsatz wie in Hotels, Schwimmbädern, auf Campingplätzen oder in Schulen.

www.giese-gmbh.de

www.lucom.com

Bildquelle: Thinkstock/ iStock, Giese

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