Individualtourismus trifft auf Digitalisierung

FeWo-Branche im Umbruch

Im Interview wirft Smoobu-Geschäftsführer Fabian Beckers einen Blick auf die Ferienwohnung-Branche und erläutert, welche Rolle das Thema „Digitalisierung“ hier spielt.

Fabian Beckers (links) und Philipp Reuter von Smoobu

Fabian Beckers (li.) teilt sich die Geschäftsführung von Smoobu zusammen mit Philipp Reuter.

MOB: Herr Beckers, inwieweit befindet sich die Ferienwohnung-Branche (FeWo) im Umbruch?
Fabian Beckers:
Boomender Individualtourismus und Digitalisierung sind die zwei großen Trends in der Branche: Waren Ferienwohnungen vor einigen Jahren noch mehr oder weniger Familien vorbehalten, ist diese Art, Urlaub zu machen, inzwischen in der breiten Masse angekommen. Immer mehr Urlauber und sogar Geschäftsreisende sehen die Vorzüge des Individualtourismus. Mit der gestiegenen Nachfrage ist natürlich auch das Angebot gewachsen. Jedes Jahr entscheiden sich mehr Immobilienbesitzer dazu, ihre Unterkunft kurzzeitig zu vermieten. Das alles führt dazu, dass dieses Segment seit Jahren kontinuierlich steigt. Durch mehr Buchungen und steigende Umsätze professionalisieren sich die Vermieter zusehends. Und mit Professionalisierung kommt Digitalisierung.

MOB: Inwieweit beflügeln der Individualtourismus und beispielsweise Airbnb den Digitalisierungstrend?
Beckers:
Früher war die Vermietung einer Ferienwohnung noch harte Arbeit. Gäste wurden über Agenturen, Zeitungsanzeigen oder Touristeninformationen gefunden. Diese Marketing-Aufgabe wurde von den Online-Buchungsportalen komplett digitalisiert. Seit vielen Jahren bieten Online-Portale eine einfache und günstige Möglichkeit, Gäste für die eigene Ferienunterkunft zu finden. Inzwischen werden über 90 Prozent der Buchungen über die großen Portale wie Airbnb, Booking.com, Traum-Ferienwohnungen oder Expedia vermittelt. Nachdem zuerst die Buchungsvermittlung digitalisiert wurde, ist jetzt die Verwaltung an der Reihe. Es fallen viele Arbeiten rund um die Buchungsverwaltung an. Natürlich geht es darum, Zeit zu sparen. Aber noch mehr geht es darum, Stress zu vermeiden.

MOB: Mit welchen Herausforderungen ist die Digitalisierung des Bereichs „Vermietung von Ferienwohnungen“ verbunden?
Beckers:
Die allermeisten Vermieter in Deutschland machen die Vermietung ihrer Ferienwohnung nicht hauptberuflich. Deshalb ist die größte Herausforderung erst einmal, die Möglichkeiten der Digitalisierung zu erkennen. Diese zu nutzen, ist dann relativ einfach, da alle relevanten Dienstleister einfache Lösungen anbieten, mit denen sich jeder in wenigen Minuten zurechtfindet. Ein Inserat bei Airbnb oder Booking.com zu erstellen, dauert heute nur noch wenige Minuten. Da jetzt viele Vermieter Angst vor Überbuchungen haben, beschränken sich viele Vermieter auf ein Portal oder arbeiten ohne die Möglichkeit der Sofortbuchung. Beides teure Fehlentscheidungen. Deshalb arbeiten Hotels seit vielen Jahren mit sogenannten Channel-Managern. Wir bieten beispielsweise jetzt zum ersten Mal eine einfach zu bedienende und bezahlbare Lösung für Vermieter von Ferienwohnungen.

MOB: Worin sehen Sie die Vorteile und Möglichkeiten von Buchungen via mobilen Endgeräten? Was sind ggf. Nachteile?
Beckers:
Wie überall im Internet gewinnen mobile Endgeräte von Jahr zu Jahr an Bedeutung. Sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite. Reisende buchen mit wenigen Klicks vom Smartphone aus. Was früher Mietvertrag und Gästemappe waren, sind heute Online-Buchung und Gäste-App. Der Vermieter wiederum möchte von überall auf seine Buchungen zugreifen können. Ohne mobile Webseiten und Apps geht heute im gesamten Tourismus gar nichts mehr.

MOB: Wie gewährleistet Smoobu bei der digitalen Vermietung von Ferienwohnungen die Datensicherheit?
Beckers:
Vor allem in Deutschland ist dieses Thema natürlich immer präsent. Deshalb stellen wir auch sicher, dass wir und jeder unserer Vermieter den strengen Regeln der Datenschutz-Grundverordnung gerecht wird. Diese Regelung bietet einen guten Rahmen für Unternehmen jeder Größe. Zu Beginn waren wir natürlich kein Freund der hohen Anforderungen, weil sie viel Bürokratie nach sich ziehen. Inzwischen gehen wir aber offensiv an das Thema ran und sehen es sogar als Wettbewerbsvorteil im Vergleich zu unserer internationalen Konkurrenz aus den USA oder aus Asien.

Bildquelle: Smoobu

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