Präsenzhandel

Flexibles Bezahlen im Store

Im Interview berichtet Alexander Hahn, Vice President POS Retail Solutions bei Wirecard, welche Technologien die In-Store-Erfahrungen der Kunden aufwerten und welche Rolle hier insbesondere elektronische Preisschilder spielen.

  • Flexibles Bezahlen im Store

    Auch wenn es um das Bezahlen geht, legen Kunden großen Wert auf Komfort – digitale Technologien sollen diesen gewährleisten. ((Bildquelle: Thinkstock/iStock))

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    „Mobiles Bezahlen wird immer stärker zum Mainstream werden“, ist sich Alexander Hahn von Wirecard sicher.

Herr Hahn, wie schwer hat es der stationäre Handel aktuell im Vergleich zu Online-Shops?
Alexander Hahn:
Der physische Handel steht ohne Frage vor Herausforderungen, die die Digitalisierung und die veränderten Kundengewohnheiten und -ansprüche mit sich bringen. Aber aus unserer Sicht überwiegen ganz klar die Chancen, denn wenn der Präsenzhandel geeignete Technologie intelligent einsetzt, kann er seine USPs umso besser ausspielen. Dazu gehören etwa die persönliche Beratung und die sofortige Warenverfügbarkeit.

Inwieweit können moderne Technologien wie Biometrie, Künstliche Intelligenz (KI), Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) die In-Store-Erfahrung für die Kunden aufwerten? Gibt es Praxisbeispiele?
Hahn: Biometrisches Bezahlen ist schon längst im Alltag angekommen, man nehme nur die Bezahlbestätigung per Fingerabdruck oder Gesichtserkennung als Beispiel, wenn man etwa mit der bankenunabhängigen Payment-Lösung Boon am POS bezahlt. Aber Biometrie kann das Identifizieren und Bezahlen auch völlig ohne eine weitere Hardware erlauben, wie das Beispiel des smarten Kühlschranks Hello Fresh Go zeigt – der Fingerabdruck genügt.

Auch Künstliche Intelligenz ist beim Payment und im Handel nicht mehr wegzudenken – etwa in der Betrugsprävention bei Kartenzahlung, auch wenn sie für den Endkunden natürlich unsichtbar ist. Präsenter ist KI beispielsweise im Fashion-Bereich in Form von smarten Spiegeln oder wenn er aufgrund der Produkte, Farben und Größen, die der Kunde bisher gekauft hat, personifizierte und daher genau passende Vorschläge macht, welche Hemden zu einem bestimmten Sakko passen. Für den Händler ist es eine sehr wertvolle Unterstützung, dass KI und auch Machine Learning ihm helfen, für bestimmte Newsletter- oder Rabattaktionen genau die passenden Kunden auszuwählen.

Augmented und Virtual Reality schließlich können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass der Kunde vor Ort mehr Informationen erhält und das Einkaufen noch mehr zu einem emotionalen Erlebnis wird – was ein weiterer zentraler USP des Einzelhandels gegenüber dem E-Commerce ist.

Welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang etwa auch Electronic Price Tags?
Hahn:
Elektronische Preisschilder (EPL) sind für Händler ein wichtiges Tool in Richtung Digitalisierung. Zum einen sparen sie ihnen viel Zeit und Geld: Sie müssen die Waren nicht mehr manuell auszeichnen – dies geht nun per Mausklick.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 3-4/2019. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Die Endkunden können zum anderen nicht nur direkt am Regal weitere Informationen über die ausgesuchten Produkte per Smartphone abrufen, sondern auch von digitalen Couponing- und Loyalty-Angeboten profitieren. So ermöglichen es EPLs den Händlern, über Data Analytics ihre Kunden besser kennenzulernen und zu verstehen. Denn die Devices der Kunden senden bei jedem Einlösen von solchen Angeboten dem Händler Daten über Vorlieben, Kaufverhalten, den Ort des Einkaufs und andere Informationen mit kontextueller Relevanz.

Welche weiteren Trends
wird es Ihrer Ansicht nach 
im stationären Handel anno 2019 geben?
Hahn:
Der übergeordnete Trend ist, dass der Präsenz-
handel immer stärker Gebrauch machen wird von den Lösungen und Technologien, die es ermöglichen, den Kunden ein rundum positives Einkaufserlebnis zu ermöglichen. Um das zu erreichen, gibt es folgende Trends:

Omnichannel, also die nahtlose Verschmelzung der verschiedenen Verkaufskanäle, ist ein Muss. Ein paar Beispiele: Kunden müssen beim Händler online bestellte Produkte im Laden abholen, Stichwort „Click & Collect“, aber dort auch umtauschen können – oder sich auch im Handel ausgewählte Produkte nach Hause schicken lassen.

Mobiles Bezahlen wird immer stärker zum Mainstream werden, denn es ist ist deutlich unkomplizierter als mit Bargeld. Und der Händler erreicht auch eine höhere Effizienz.

Die E-Commerce-Logik und die -Erfolgsmethoden werden stärker auf den POS übertragen: Data Analytics, die individuelle Ansprache, kanalübergreifendes Marketing und vieles mehr. 

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