Das sind die Pläne

Ford: Selbstfahrende Autos in Serie bis 2021

Ford will in fünf Jahren komplett selbstfahrende Autos ohne Lenkrad und Pedale in Serie auf die Straße bringen. Sie sollen dann zunächst in Flotten von Mobilitätsdiensten eingesetzt werden, erklärte der zweitgrößte US-Autobauer.

US-Autobauer Ford will in fünf Jahren komplett selbstfahrende Autos in Serie auf die Straße bringen. Foto: Felix Kästle

US-Autobauer Ford will in fünf Jahren komplett selbstfahrende Autos in Serie auf die Straße bringen. Foto: Felix Kästle

Ford kaufte die auf Entwicklung selbstlernender Maschinen spezialisierte Firma SAIPS aus Israel, investierte 75 Millionen Dollar in den Entwickler von Laser-Radaren Velodyne und will bis Ende 2017 die Mitarbeiterzahl im Silicon Valley auf rund 260 verdoppeln.

Zum Jahreswechsel war noch spekuliert worden, Ford wolle sich auf die Google-Technologie für selbstfahrende Autos stützen. Doch eine solche Ankündigung kam nie, und Ford baute stattdessen die eigene Forschung massiv aus. Google entwickelt schon seit 2009 Roboterwagen. Der Internet-Konzern betonte stets, er wolle nicht zum Autobauer werden und suche stattdessen Partner unter den etablierten Herstellern.

Diese setzen jedoch bisher bevorzugt auf eigene Entwicklungen. Als erster großer Player der Branche probiert gerade Fiat Chrysler die Integration von Google-Technik in ein Minivan-Modell aus.

Autobauer setzen auf Mobilitätsdiensten

Die Ankündigung von Ford bringt noch mehr Tempo in das Rennen um das Auto der Zukunft. Dabei setzen die Autobauer auch auf das Angebot von Mobilitätsdiensten. Robotertaxis gelten schon lange als ein wichtiges Geschäftsmodell für die Zukunft. So stieg Volkswagen beim Uber-Konkurrenten Gett ein und kündigte bereits an, dort auch selbstfahrende Autos unterbringen zu wollen. Die Opel-Mutter General Motors stieg beim Fahrdienstvermittler Lyft ein und kaufte den Entwickler selbstfahrender Autos Cruise Automation.

Am Dienstag gab auch der chinesische Internet-Konzern Baidu eine Investition von 75 Millionen Dollar in Velodyne bekannt. Die Geräte der US-Firma tasten ähnlich wie ein Radar das Umfeld eines Fahrzeugs mit Laser-Strahlen ab. Daraus werden dann 3D-Modelle der Umgebung und sich bewegender Objekte errechnet. Unter anderem setzt auch Google auf das Prinzip. Weitere finanzielle Details zu der Investition in Velodyne gab es am Dienstag zunächst nicht.

Ford hatte bereits angekündigt, die neueste Version der auch «Lidar» genannten Laser-Radare von Velodyne zu nutzen. Baidu arbeitet ebenfalls an eigenen selbstfahrenden Fahrzeugen. Die rotierenden Geräte, die typischerweise auf dem Fahrzeugdach befestigt werden, bekamen mehr Aufmerksamkeit nach dem tödlichen Unfall mit dem Fahrassistenzsystem eines Elektroautos des Herstellers Tesla, der auf andere Sensor-Systeme setzt. Einige Branchenexperten erklärten danach, Lidar-Anlagen seien ein Schlüsselelement für Roboterwagen.

Auch BMW hatte bereits selbstfahrende Autos konkret zum Jahr 2021 in Aussicht gestellt. BMW ging eine Partnerschaft mit dem Chip-Riesen Intel und dem israelischen Entwickler von Roboterwagen-Technologien Mobileye ein.

Der Fahrdienst-Vermittler Uber arbeitet ebenfalls an selbstfahrenden Fahrzeugen - und auch Apple werden entsprechende Pläne in dem angeblichen Auto-Projekt des iPhone-Konzerns nachgesagt. Toyota forscht an künstlicher Intelligenz für seine Fahrzeuge.

Für Verbraucher dürften die selbstfahrenden Autos erst später im Laufe des Jahrzehnts verfügbar sein, sagte Ford-Chef Mark Fields dem «Wall Street Journal»: «Wir haben viel getan, um die Kosten für technische Komponenten zu senken, aber es werden am Anfang immer noch relativ teure Fahrzeuge sein.»

dpa/rs

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