Digitale Kommunikation

Forschen für mehr Effizienz

Wie werden Behälter und Ladungsträger intelligent? Diese Frage beantwortet das Forschungsprojekt „DProdLog". Mit Sensoren ausgestattete Kanban-Behälter sollen selbstständig über eine modulare Service-Plattform kommunizieren und z.B. mitteilen, was sie enthalten.

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    Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sollen die Knban-Behälter „lernen", zu kommunizieren. ((Bild: Thinkstock/iStock))

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    Produziernde Unternehmen können nun den aktuellen Füllstand ihrer Kanban-Behälter prüfen und bestellte Behälter mobil verfolgen. ((Bild: Eurolog))

Das Anfang 2016 gestartete Projekt verfolgt die prototypische Realisation von Einzelkomponenten einer modularen Service-Plattform zur Digitalisierung von produktionslogistischen Dienstleistungen. Dazu zählen die Kanban-Belieferung von Zwischenprodukten an die Montagelinien, die Materialversorgung von Maschinen und das Steuern von Transporten zwischen unterschiedlichen Produktionsstätten in globalen Wertschöpfungsnetzen. In Kombination mit mobilen Logistik-Apps können Unternehmen Bewegungen innerhalb und zwischen den Produktionseinrichtungen besser überwachen, genauer planen und gezielter steuern. Weiterhin bewerten wissenschaftliche Mitarbeiter der Universität Bamberg den betriebswirtschaftlichen Nutzen.

Automatisierte Prozesse

Der Kanban-Behälter 1 steht im Regal eines produzierenden Industrieunternehmens und ist mit einem Sensor ausgestattet. Dieser sammelt Informationen zur Identität (also die ID-Nummer des Behälters), Position, Zeitstempel, Inhalt und Füllstand sowie Temperatur und Feuchtigkeit der Umgebung. Der Behälter ist über eine drahtlose Infrastruktur aus Ankerknoten und Gateways mit der Cloud-Service-Plattform verbunden. An die Plattform sind neben dem Behälter auch das Unternehmen selbst, die jeweiligen Lieferanten und die Spediteure gekoppelt. Sie kommunizieren digital und automatisiert in Echtzeit über die Plattform.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 1-2/2019. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Wenn nun Behälter 1 der Service-Plattform meldet, dass er (bald) leer ist, erhält der Anwender des Unternehmens eine Push-Benachrichtigung über den aktuellen Füllstand und kann entsprechende Maßnahmen einleiten. Er kann z.B. die Wiederbeschaffungszeit berechnen, beim Lieferanten Nachschub bestellen, die Leergutabholung organisieren und die Verbrauchsberichte erstellen. Löst der Anwender eine Bestellung aus, so erhält der Lieferant den avisierten Liefertermin und kann diesen entweder bestätigen oder einen Gegenvorschlag unterbreiten. Kann er den Liefertermin einhalten, benachrichtigt er den Spediteur über den Auftrag. Währenddessen sammelt der Anwender die leeren Behälter auf einer Palette, die ebenfalls mit einem Sensor ausgestattet ist. So kann der Spediteur diese bei Lieferung des neuen Behälters aufnehmen und das Leergut zurück an den Lieferanten transportieren.

Der Spediteur nimmt beim Lieferanten neue, gefüllte Behälter auf. Dazu zählt auch der Kanban-Behälter 2, der den leeren Behälter 1 ersetzt. Durch den Sensor lässt er sich während des Transportes via „Track & Trace“ orten. Ist er beim Anwender angekommen, sendet er diese Information automatisch an die Plattform.

Die intelligenten Behälter melden sich nicht nur bei niedrigem Füllstand. Auch bei starker Erschütterung, Feuchtigkeit oder Temperaturschwankungen übermitteln sie einen Alert an die Plattform und können sich – falls erforderlich – auch selbst sperren, was zur Qualitätssicherung beiträgt.
 

Mobile Unterstützung für Spediteure

Mobile Devices sind im privaten Alltag längst angekommen und halten auch in der Logistik Einzug: Durch intuitive Apps erfassen Logistikdienstleister den Status ihrer Lieferungen mobil via Smartphone, Tablet oder Scanner. Zudem können sie Zustellungen und Abholungen papierlos bearbeiten, Unterschriften digital erfassen und Beschädigungen per Foto dokumentieren. Ebenso lassen sich Behälter und Lademittel mobil buchen. Dies erleichtert Logistikdienstleistern nicht nur den Arbeitsalltag, sondern schafft auch eine Basis für Sendungsverfolgung in Echtzeit.

Das Forschunsprojekt „DProdLog"

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Konsortialpartner sind das Fraunhofer IIS/SSC, die Euro-Log AG, die Böllhoff GmbH, die Raben Trans European Germany GmbH und die Universität Bamberg. Weiterhin nimmt Bosch München als assoziierter Partner am Projekt teil.

Die Ergebnisse des Projekts werden gemeinsam von den Partnern im Test- und Anwendungszentrum L.I.N.K. des Fraunhofer IIS am Standort Nürn-
berg installiert und demonstriert. Das Forschungsprojekt läuft bis Mai 2019. Anschließend wird geprüft, wie sich durch die gewonnenen Ergebnisse und Erkenntnisse branchenübergreifende Produkte und Services umsetzen lassen.

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