Mobile Fakten rund um Internet und Telekommunikation

Frankreich ist mobil

MOBILE BUSINESS blickt ins Ausland und sammelt mobile Fakten – diesmal aus und über Frankreich. Dort finden Smartphone-Nutzer neben freien Wlan-Zugängen zahlreiche E-Learning-Angebote sowie mobile Zahlungsmöglichkeiten.

Blick auf Paris

Wifi-Säulen, E-Learning-Angebote und mobile Bezahlmöglichkeiten – Frankreich ist digital und bietet damit nicht nur Start-ups eine Heimat.

Die Grande Nation ist digital: egal ob „WiFi-Säulen“ an öffentlichen Plätzen, zahlreiche E-Learning-Angebote für alle oder der Ausbau von mobilen Zahlungsmöglichkeiten – der französische Mobilgeräte-Nutzer ist immer bestens vernetzt. Und während die Regierung den Bau von Smart Cities forciert, haben Start-ups ein Heim in Paris gefunden. Mit welchen weiteren „Mobile-Maßnahmen“ das Land trumpfen kann, hat MOBILE BUSINESS zusammengetragen.

  • Laut einer Statistik der Agentur Maravedis Rethink gibt es in Frankreich 13 Millionen öffentlichen WLAN-Hotspots. Mit dieser Vielzahl ist selbst die USA (ca. 9,6 Millionen) abgehängt. Und das ist erst der Anfang – bis 2018 soll die Anzahl der Hotspots um 80 Prozent erhöht werden.
  • Verkäufe die über mobile Endgeräte abgewickelt wurden, sind im 2. Halbjahr 2015 um 43 Prozent gestiegen. So werden 19 Prozent der Umsätze von Online-Shops über Smartphones und Tablets generiert. Immerhin 18 Prozent der Online-Händler haben ihren Webshop noch nicht für mobile Endgeräte optimiert, obwohl 6 Mio. Kunden ihr Mobilgerät bereits für eine Online-Bestellung genutzt haben.
  • Seit Juli letzten Jahres dürfen Auto- und Motorradfahrer keine Headsets mehr im Verkehr benutzen. Egal, ob mit Kabel oder per Bluetooth. Zugrunde liegt diese Maßnahme der Tatsache, dass Smartphone-Nutzer durch Gespräche am Steuer abgelenkt sind und Unfälle verursachen.
  • Mit dem Ziel digitale Medien in das formale Bildungswesen zu integrieren, stehen zahlreiche sogenannte „MOOCs“ (Massive Open Online Course) – kostenlose und für alle zugängliche Weiterbildungskurse über das Internet bereit. Die Nachfrage ist vorhanden: Innerhalb eines Jahres belegten 400.000 Studierende, Arbeitnehmer und Interessierte 53 Online-Kurse.
  • Ein Berufsgericht in Paris entschied kürzlich, dass die französische Justiz bei Rechtsstreitigkeiten zwischen Facebook und französischen Nutzern – immerhin 22 Prozent der Bevölkerung – grundsätzlich zuständig ist. Dass das soziale Netzwerk in seinen Nutzungsbedingungen als Gerichtsstand den US-Bundesstaat Kalifornien angebe und damit rechtliche Auseinandersetzungen in anderen Ländern ausschließe, sei nicht zulässig.
  • Infolge der Terroranschläge im letzten Jahr wurden die Notstandsgesetze erweitert. Demnach dürfen im Ausnahmezustand soziale Medien und Webseiten, die beispielsweise die Kommunikation unter Terroristen ermöglichen, blockiert werden.
  • Mit seiner Vielzahl an E-Government-Angeboten liegt Frankreich laut einer Studie der Vereinten Nationen weltweit an vierter Stelle und belegt in Europa der ersten Platz. Dabei werden drei Kriterien berücksichtigt: Die von den Behörden angebotenen Online-Dienste, der Ausbau des Telekommunikationsnetzes und das digitale Nutzerverhalten – rund 60 Prozent der Bürger greifen auf das digitale Verwaltungsangebot zurück.
  • Das französische Bildungsministerium will künftig einen Online-Service einrichten, unter dem Abschlusszeugnisse hinterlegt und per Link einsehbar sind. Damit soll es Absolventen erleichtert werden, gegenüber potentiellen Arbeitgebern oder auf beruflichen Netzwerken nachzuweisen, dass ihr Diplom echt ist.
  • Nizza ist Vorreiter im Bereich „Smart City“. Unter dem Titel „boulevard connecté“ wurde der Boulevard Victor-Hugo mit verschiedenen Sensoren ausgestattet: Autofahrer werden zum nächsten freien Parkplatz geleitet und können dort mit dem Smartphone bezahlen. Straßenlaternen bleiben im energiesparenden Standby, wenn keine Bewegung in ihrer Umgebung festgestellt wird. Mülleimer tun ihren Füllungsgrad kund, um überflüssige Müllwagenfahrten zu vermeiden.


Bildquelle: Thinstock/ iStock

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