Apps: Mehr dahinter, als man denkt

Freiheit für App-Entwickler am Frontend durch Unterstützung am Backend

Im Mobilität-Zeitalter versprechen sich viele Unternehmen durch Apps große Vorteile, unterschätzen allerdings den Entwicklungsprozess: Denn 70 Prozent der Arbeit an einer App entstehen nicht auf der sichtbaren Benutzeroberfläche, sondern dahinter.

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Mobilität prägt die moderne Arbeitswelt. Laut einer Studie von Bitkom bekommt inzwischen jeder fünfte Arbeitnehmer in Deutschland (20 Prozent) ein Smartphone von seinem Arbeitgeber gestellt, weitere sechs Prozent erhalten eines zu bestimmten Anlässen. Gleichzeitig nutzen 40 Prozent der Arbeitnehmer ihr privates Gerät für die Arbeit. „Mit schnellen Internetverbindungen, großen Bildschirmen und leistungsfähigen Prozessoren bringen moderne Smartphones alles mit, um unterwegs viele Aufgaben erledigen zu können“, sagt Tobias Arns, Bitkom-Experte.

Dementsprechend groß ist das Potential von Apps im Arbeitsalltag: Geschäftsinformationen wie Kundendaten, Preislisten, Produktinformationen und vieles mehr sind via App schnell und leicht zugänglich. Kürzere Reaktions- und Entscheidungszeiten und einfachere Geschäftsprozesse führen zu Effizienzsteigerungen im Unternehmen. Soweit die Theorie. Mit der Praxis hat diese Vorstellung jedoch allzu oft nur wenig gemein. Warum?

Nicht selten wird viel Wert auf die Entwicklung der Benutzeroberfläche von Apps gelegt, nicht aber auf die Integration in Backend-Systeme und das notwendige Management über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Solche Apps sehen dann zwar gut aus, bieten Unternehmen aber keinen langfristigen Geschäftsnutzen. Agieren verschiedene Fachbereiche zudem noch autonom und ohne Einbindung der Unternehmens-IT, gibt es schnell zahlreiche verschiedene Ansätze für Aspekte wie Sicherheit, Integration und Betrieb. Der Pflegeaufwand ist entsprechend hoch, die Sicherheit teilweise besorgniserregend.

 

Was macht eine gute App aus?

Eine ansprechende und intuitive Benutzeroberfläche ist Grundvoraussetzung dafür, dass Nutzer gerne mit einer Unternehmens-App arbeiten. Damit eine App aber beispielsweise auf Daten zugreifen, diese speichern oder übermitteln kann, muss sie in die Unternehmens-IT eingebunden sein. Dafür ist ein zuverlässiger Backend-Zugang unabdingbar. Gibt es einen solchen Zugang nicht, kann selbst eine aufwendig entwickelte App nicht ihr volles Potential ausschöpfen.

Doch hier wartet bereits die nächste Hürde: Wird eine App in die Unternehmens-IT eingebunden, ohne vorher ausgiebig auf potentielle Schwachstellen getestet worden zu sein, bringt sie ein erhebliches Ausfall- und Sicherheitsrisiko mit sich. Die Lösung: Indem sämtliche Hardware-, Software- und Schnittstellenkonstellationen in einer geschützten Umgebung getestet werden, lässt sich die Sicherheit für ein Unternehmen gewährleisten. Darüber brauchen Entwickler Analysen, um wichtige Informationen etwa über Verbindungsabbrüche oder Leistungsengpässe zu ermitteln. Nur so lassen sich Probleme gezielt optimieren und die Zufriedenheit der Nutzer erhöhen.

Lediglich in seltenen Fällen ist die Arbeit an einer App jemals vollständig abgeschlossen. Oft geht die Arbeit an einer App sogar erst richtig los, nachdem sie ihren Weg in den Arbeitsalltag gefunden hat. Einerseits müssen über den gesamten Lebenszyklus einer App immer wieder Fehler behoben, Sicherheitslücken gestopft und Anpassungen an neue Betriebssysteme vorgenommen werden. Andererseits wünschen sich Unternehmen vielleicht die eine oder andere Erweiterung, etwa weil eine bestimmte Funktion wichtiger geworden ist oder bei den Nutzern besonders gut ankommt. Ein geregeltes Updateverfahren ist hierfür unabdingbar. Doch wie das geht?

Hier helfen Mobile Enterprise Application Plattformen (MEAPs). Denn MEAPs machen es für Unternehmen einfacher Apps zu programmieren, zu verwalten und zu betreiben.

Viele Unternehmen, die zum ersten Mal eine mobile Strategie implementieren, stehen vor einer zentralen Frage, die sich auf die gesamten Ergebnisse einer solchen Initiative auswirkt: Welches Entwicklungskonzept – nativ, hybrid oder webbasiert – passt am besten? Hier sind viele Parameter wie Budget, Projektzeitrahmen, Zielgruppe und Anwendungsfunktionalität entscheidend.

Eine MEAP wie beispielsweise IBM Worklight Foundation hat den Vorteil, dass sie alle drei Entwicklungskonzepte gleichermaßen unterstützt. Unter anderem stehen Entwicklern auf dieser Plattorm Werkzeuge zur Verfügung, die eine App-Entwicklung plattformübergreifend für iOS, Android, Blackberry, Windows, Windows RT und Windows Phone sowie verschiedene Endgeräte aus einem einzigen Quellcode ermöglichen. Das heißt: Write Once, Run Anywhere!

Wie die Entwicklung und das Life-Cycle-Management einer App auf IBM Worklight funktioniert und wo die Vorteile liegen, zeigt das Entwicklungsbeispiel der nativen App „Butterflypost“.

Aber es muss ja längst nicht jede App auf native Libraries zugreifen können. Ob sich ein Unternehmen besser für einen hybriden oder einen nativen Entwicklungsansatz entscheidet, lässt sich mit einer systematischen SWOT-Analyse leicht feststellen.

Hybrid oder nativ: Der SWOT-Test

Zunächst eine SWOT-Analyse für das hybride Entwicklungsmodell:

  • Stärken: Die Strategie „Write Once, Run Anywhere“ spart Kosten, verkürzt die Entwicklungszeit und vereinfacht kontinuierliche Updates erheblich.
  • Schwächen: Teilweise eingeschränkter Zugriff auf Gerätefunktionen, was Nutzererfahrung beeinträchtigt.
  • Chancen: Moderne Geräte verfügen über leistungsfähige Browser, die zahlreiche neue HTML5-Funktionen, CSS3 und erweitertes Java Script unterstützen. Mit den Erweiterungen in diesen Bereichen signalisiert HTML5 den Übergang der Technologie von einer reinen Aufzeichnungssprache zu einem leistungsfähigen Entwicklungsstandard.
  • Gefahren: Gibt es auf speziellen mobilen Betriebssystemen große Änderungen, kann es zu zeitlichen Verzögerungen bei der entsprechenden Anpassung einer hybriden App kommen.

 

Die SWOT-Analyse für das native Entwicklungsmodell:

  • Stärken: Verbesserte App-Steuerung und -Sicherheit, gesteigerte Leistungsfähigkeit, schnelle Anpassung auf Veränderungen von Betriebssystemen und komplette Kontrolle auf dem Endgerät.
  • Schwächen: App muss für jedes Betriebssystem von Teams mit unterschiedlichem Fachwissen (Objective-C, Java, C# und so weiter) einzeln entwickelt und getestet werden, was mit Aufwand verbunden ist.
  • Chancen: In vielen Fällen weist eine native App individuelle Features und Funktionen auf, die speziell zu dem betreffenden Betriebssystem des mobilen Geräts passen und optimale Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit garantieren.
  • Gefahren: Vielfalt der mobilen Endgeräte erhöht die Kosten und die Schwierigkeit, Veränderungen im dynamischen Mobilmarkt rechtzeitig zu erkennen.

In Bezug auf Kosten und Updates sind hybride Apps klar im Vorteil, nativ entwickelte Anwendungen hingegen überzeugen in puncto Leistung und Gerätezugriff.

Apps sind weitaus mehr als nur ihre sichtbare Benutzeroberfläche. Egal ob hybrid, nativ oder web-basierend: Jede App muss nicht nur entwickelt, sondern darüber hinaus auch getestet, integriert und über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg gemanagt werden. Geschätzt liegen ungefähr 30 Prozent der Arbeit an einer App für Unternehmen im Front-End. Der Hauptteil befindet sich dahinter. Es ist mehr dahinter als man auf den ersten Blick sieht. MEAPs wie IBM Worklight Foundation bieten alle Werkzeuge, um Entwickler im Backend zu unterstützen, Freiheit im Frontend zu schaffen und insgesamt Mehrwert für Unternehmen zu generieren.

 

Bildqiuelle: Thinkstock/ iStock

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