Mobiles Business in Israel

Führendes Start-up-Ökosystem

MOBILE BUSINESS hat einen Blick nach Israel geworfen und mobile Fakten über das Land zusammengetragen, dass unter Gründern als zweitbester Ort der Welt – nach dem Silicon Valley – gilt.

Al-Aqsa-Moschee, Jerusalem

Die Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem – Israel ist nicht nur reich an religiösen Kultstätten, sondern fördert innerhalb der Armee auch den Nachschub an gut ausgebildeten Technikern, die sich der Cybersicherheit widmen.

Das Land, indem laut Bibel Milch und Honig fließen, gilt heute unter Gründern als zweitbester Ort der Welt – nach dem Silicon Valley. Die Start-up-Szene, die landesweit aus über 5.000 Gründern besteht, ist jung, dynamisch und international. Israel hat sich auf dem digitalen Markt einen Namen gemacht und weist eine hohe Konzentration an Hightech-Technologie-Unternehmen auf.

  • Das israelische Telekommunikationsunternehmen Accel Telecom bietet für die rund 400.000 ultraorthodoxen Juden ein koscheres Handy an, mit dem beispielsweise kein SMS-Versand möglich ist. Auch der Internetzugang inklusive E-Mail sowie sozialer Medien ist ausgeschlossen. Eine Kamera sucht man vergebens. Eine zusätzliche Besonderheit ist die Übersetzung ins Yiddische, und für die Telefonnutzung am Sabbath werden hohe Gebühren berechnet.
  • Das Start-up Storedot arbeitet an Handy-Akkus, die sich in 30 Sekunden aufladen lassen. Prototypen werden an Samsung-Modellen getestet, die genaue Funktionsweise der „Flash Battery“ wird allerdings geheim gehalten. Eine mögliche Markteinführung war für dieses Jahr angekündigt. Parallel arbeitet das Unternehmen an einem Akku für Elektro-autos, welcher ebenfalls innerhalb weniger Minuten aufgeladen werden soll.
  • Das israelische Gesundheitsministerium warnt vor der Exposition von Kindern durch elektromagnetische Strahlung und Funkstrahlung. So verbieten Regierungsrichtlinien beispielsweise den Betrieb von WLAN-Netzwerken in Kindergärten und beschränken die Nutzung in Schulen. Zudem wird geraten, keine Smartphones in umschlossenen Bereichen wie Autos, Aufzügen, Bussen oder Zügen zu verwenden.
  • Israel ist „Start-up-Nation“: Die Tech-Branche gilt als eine der besten der Welt. Im vergangenen Jahr wurden 96 Jungunternehmen von meist internationalen Unternehmen gekauft – für insgesamt mehr als neun Milliarden US-Dollar.
  • Jeder Esel hat WLAN – zumindest in dem historischen Park von Kfar Kedem, der den Menschen das Leben zur Zeit des Alten Testaments nahebringen möchte. Wer dort als Besucher in antiker Tracht, in einen Umhang gekleidet auf einem Esel durch die Hügel von Galiläa reitet, kann gleichzeitig im Internet surfen. Möglich machen das WLAN-Router, die um den Hals der Esel hängen und wie Zügel aussehen.
  • Die Messaging-App Blindspot erlaubt es Nutzern, anonym Nachrichten zu versenden. Einmal installiert, werden Kontakte aus dem Adressbuch des Mobilgeräts importiert, an die dann anonyme Mitteilungen gesendet werden können. App-Nutzer können diese lesen, erfahren aber nicht, wer sie gesendet hat. Hat der Empfänger die App nicht installiert, bekommt er eine SMS, die auf die eingegangene Nachricht hinweist. Nutzer müssen nicht verraten, wer sie sind, können andere aber blockieren. Wer drei Mal blockiert wird, fliegt aus der App. Obwohl die Entwickler die Idee damit verteidigen, es gehe darum, Spaß zu haben oder zu flirten, zog die App große Kritik nach sich.
  • Die Eliteeinheit IDF 8200 der israelischen Armee sorgt für Nachschub an gut ausgebildeten Technikern, die sich mit Cybersicherheit und digitaler Spionage beschäftigen. Weil das Land auf Innovationskraft angewiesen ist, funktioniert die Einheit wie ein Inkubator für Tech-Talente und dient als Ausbildungszentrum für Computer-Ingenieure, Sicherheitsexperten, Programmierer und Cybersicherheitsexperten. Kein Wunder, dass so viele ehemalige Angehörige der Einheit inzwischen erfolgreiche Start-ups leiten.
  • Das bereits existierende Smartphone-Verbot in sensiblen Bereichen der israelischen Armee wurde im vergangenen Jahr um Smartwatches, Fitnessarmbänder und sonstige Wearables erweitert. Befürchtet wird, dass diese Geräte gehackt und von außen gesteuert werden könnten und werden daher als Sicherheitsrisiko betrachtet.

Bildquelle: Thinkstock/ iStock

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