Digitale Bedrohung

Gefährdet die Digitalisierung unsere Demokratie?

Auf dem Weg zur desinformierten Gesellschaft? Der Medienwissenschaftler Stephan Russ-Mohls untersucht die digitale Bedrohung der Demokratie und skizziert gleichzeitig auch mögliche Lösungen, um vor Fake News, undurchschaubaren Suchalgorithmen und „Echokammern“ bewahrt zu bleiben.

  • Moderne Kommunikation

    Wie sehen die Risiken und Nebenwirkungen moderner Kommunikationstechnologien aus?

  • Stephan Russ-Mohl, Die informierte Gesellschaft und ihre Feinde

    Der Journalistik-Professor Stephan Russ-Mohl rückt digitale Bedrohungen in den Mittelpunkt seines neuesten Titels: „Die informierte Gesellschaft und ihre Feinde. Warum die Digitalisierung unsere Demokratie gefährdet“

Bedeuten Fake News das Ende der informierten Gesellschaft? Welche Rolle spielt der (investigative) Journalismus in Zeiten von Blogs und sozialen Netzwerken? Welche Rolle spielen aktuell Presseagenturen und inwieweit beeinflussen diese bereits Politik und Medien? Diesen und anderen Fragen geht der renommierte Journalistik-Professor und Medienwissenschaftler Stephan Russ-Mohl in seinem neuen Buch „Die informierte Gesellschaft und ihre Feinde. Warum die Digitalisierung unsere Demokratie gefährdet“ nach.

Das Ansehen der Medien hat in der jüngsten Vergangenheit den einen oder anderen Kratzer abbekommen. Und nicht erst seit Pegida-Trupps auf der Straße „Lügenpresse“ skandieren, wird der Glaubwürdigkeitsverlust des Journalismus öffentlich diskutiert. Dabei verbreiten nur wenige Redaktionen absichtlich Falschinformationen. Es hat andere Gründe, weshalb wir, wie Angela Merkel konstatierte, in „postfaktischen“ Zeiten angelangt zu sein scheinen.

Vor diesem Hintergrund zeigt Stephan Russ-Mohl auf, warum es sich für bestimmte Akteure lohnt, vor allem über soziale Netzwerke Falschinformationen und Konspirationstheorien zu verbreiten. Immer raffiniertere Propaganda, hochprofessionelle Public-Relations-Experten, aber auch Roboter in sozialen Netzwerken (Social Bots) tragen ihren Teil dazu bei, dass die Desinformation überhandnimmt. Hinzu kommen Algorithmen von Suchmaschinen und Internet-Newsseiten ebenso wie die sogenannten „Echokammern“ von Google oder Facebook, die zur Verzerrung der Realität ihr Übriges beitragen.

Unter diesen Bedingungen gibt es vermehrt Akteure, die aus machtpolitischen Motiven an medialer Desinformation und an einer Destabilisierung unserer Demokratie interessiert sind oder die aus kommerziellen Motiven eine solche Destabilisierung in Kauf nehmen. Russ-Mohl geht über die Risiken und Nebenwirkungen moderner Kommunikationstechnologien hinaus und schlägt Lösungsansätze vor.

Der Tradition der Aufklärung verpflichtet, lautet die zentrale Frage des Buches, wie sich der wachsende Einfluss der „Feinde der informierten Gesellschaft“ eindämmen lässt, darunter Populisten, Autokraten und deren Propagandatrupps. Könnte zum Beispiel eine „Allianz für die Aufklärung“ etwas bewirken, der sich seriöse Journalisten und Wissenschaftler gemeinsam anschließen? Dazu bedarf es nicht zuletzt einer realistischen Selbsteinschätzung aufseiten der Akteure. Dazu verhelfen Erkenntnisse aus der Sozialpsychologie und der Verhaltensökonomie, die im Buch auf die Handelnden und den Prozess der öffentlichen Kommunikation bezogen werden.

Hier lässt sich das Buch online bestellen

Bildquellen: Thinkstock/iStock, Herbert von Halem Verlag, Daniel Hering

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