3D-Gebärdensprach-Avatar übersetzt Text in Gebärdensprache
Die Digitalisierung der Gesellschaft schreitet voran und eröffnet viele neue Möglichkeiten. Barrierefreie digitale Kommunikation für Menschen mit Behinderung vereinfacht deren Alltag und gewährleistet ihre gesellschaftliche Teilhabe. In dem vom BMBF geförderten Verbundprojekt „Avasag“ (steht für Avatar-basierter Sprachassistent zur automatisierten Gebärdenübersetzung) arbeiten sechs Partner aus Forschung und Entwicklung unter der Leitung von Charamel (Spezialist für interaktive Avatar-basierte Assistenzsysteme) an einem echtzeitgesteuerten 3D-Gebärdensprach-Avatar zur automatischen Übersetzung deutscher Texte in Gebärdensprache. Im Projekt entsteht eine völlig neuartige Gebärdenanimationsmethode für 3D-Avatare: Sie kombiniert solche des maschinellen Lernens mit regelbasierten Synthesemethoden, die Text in Gebärden abbilden. Zeitliche und räumliche Abhängigkeiten der komplexen Gebärdenelemente werden dabei sehr genau aufgelöst. Damit wird eine qualitativ hochwertige, realistische Darstellung eines 3D-Gebärdensprach-Avatars erreicht. Entsprechende Angebote ermöglichen gehörlosen und hörbehinderten Menschen eine umfassendere gesellschaftliche Teilhabe und eine stärkere Integration in die „Digitale Gesellschaft“. Die Ergebnisse des Projektes werden gemeinsam mit der Gehörlosenzielgruppe evaluiert und im Anwendungsfeld Reiseinformation und -service mit assoziierenden Partnern erprobt.
Unter Leitung von Charamel arbeiten Forscher und Entwickler der folgenden Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus Deutschland in den nächsten drei Jahre zusammen: Yomma GmbH – Experten für Gebärdensprache in Hamburg; Ergosign GmbH, Pionier für User-Experience-Design in Saarbrücken; Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) GmbH; Technische Hochschule Köln / Institut für Medien- und Phototechnik, Köln sowie die Universität Augsburg / Human Centered Multimedia (HCM) in Augsburg. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen von „KMU-innovativ“ mit Schwerpunkt Mensch-Technik-Interaktion gefördert. Das Projektvolumen beträgt 1,98 Mio. Euro, davon 74 Prozent Förderanteil durch das BMBF.
Bildquelle: Charamel