Sprachassistenten im Trend

Geräte mit Spracherkennung verbreiten sich im Haushalt

Google Assistant und Amazon Alexa erobern immer mehr Geräte, vom Backofen bis zur Datenbrille.

  • Amazon Echo-Familie

    Die Amazon Echo-Familie erobert die Haushalte

  • Google Home

    Google Home

„Alexa, mach mir mal 'ne Pizza.“ Die Angesprochene ist ein Backofen mit dem Sprachassistenten Amazon Alexa und es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis solche Anweisungen a la Star Trek im Alltag funktionieren. In der nächsten Zeit soll nämlich die Amazon-Sprachassistentin Alexa in Mikrowellen und Backöfen eingebaut werden. Auch der Einsatz in Wearables ist geplant, der Hersteller Bragi hat bereits Bluetooth-Kopfhörer mit integrierter Assistentin herausgebracht und der AR-Anbieter Vuzix stellte auf der CES Smart Glasses mit Alexa vor.

Smart Speaker erobern die Haushalte

Doch auch die anderen Anbieter von Sprachassistenten waren nicht faul. So nutzen beispielsweise die Autohersteller Kia und BMW Google Assistant als Sprachsteuerung für Autofunktionen, Sony-Fernseher erleichtern damit ihre Bedienung. Bixby, der Assistent von Samsung, soll in den nächsten Monaten Zug um Zug in viele neu erscheinende Samsung-Produkte, etwa Smart-TVs oder Haushaltsgeräte integriert werden. Apple und Microsoft sind dagegen etwas abgeschlagen. Der Apple Home Pod mit Siri erscheint erst in den nächsten Wochen. Microsoft integriert Cortana nur in wenige andere Geräte.

Zusammen mit den Smart Speakern Amazon Echo und Google Home, die jeweils etliche hundert externe Geräte aus den Bereichen Smart Home oder Entertainment unterstützen, haben sich so verschiedene Systeme für die Sprachbedienung herausgebildet. Vorreiter Apple hat zwar sehr früh auf diese Technologie gesetzt, doch die Weiterentwicklung ein wenig verschlafen. Inzwischen gehört Siri längst nicht mehr zur Assistenten-Avantgarde und das Fehlen eines Smart Speaker mit Siri hat dafür gesorgt, dass Google und Amazon den Markt mehr oder weniger unter sich aufgeteilt haben.

Die Consumer Technology Association (CTA) hat herausgefunden, dass sich die Zahl der verkauften Einheiten im letzten Jahr auf rund 25 Millionen verdreifacht hat. Allein zu Weihnachten gingen 11 Millionen Smart Speaker über den Ladentisch. Die CTA vermutet, dass allein den USA 2018 36 Millionen dieser Geräte verkauft werden. Die Marktforscher von Edison Research schätzen, dass etwa 39 Millionen Amerikaner (16%) einen der intelligenten Lautsprecher besitzen. Die größte Verbreitung hat dabei Amazon mit seinen Echo-Familie (11%), gefolgt von der Gerätesuite rund um Google Home (4%).

Jeder zweite kennt einen der Sprachassistenten

Der deutsche Markt ist nicht ganz so gut erforscht, aber immerhin hat der Bundesverband digitale Wirtschaft (BVDW) eine repräsentative Studie in Auftrag gegeben. Sie hat den Bekanntheitsgrad von digitalen Assistenten ermittelt. Gemeint sind damit nicht nur die Smart Speaker, sondern auch die in Mobilgeräten und andere Computern eingebauten Helfer wie Siri oder Cortana. Das Ergebnis: Mehr als die Hälfte (56%) hat einen solchen Assistenten schon einmal genutzt. Besonders häufig vielen dabei der Name Google Assistant/Now (29%). Siri steht mit 22 Prozent auf Platz zwei und Microsoft Cortana mit 14 Prozent auf Platz drei. Amazon Alexa ist das Schlusslicht (12%).

Die Umfrage erlaubt allerdings nur einen recht verschwommenen Blick auf den Bekanntheitsgrad der Smart Speaker, da bei Google Assistant nicht nach der Nutzung auf dem Smartphone oder in Google Home unterschieden wird. Doch wegen der internationalen Vorreiterposition von Amazon Echo ist Google Home höchstens so bekannt ist wie Amazon Alexa. Doch das kann sich jederzeit ändern, die beiden Unternehmen sind sehr aktiv und teilen den Markt unter sich auf.

Angesichts des Erfolgs der Smart Speaker fällt die Prognose leicht, dass sich die Bedienung von Geräten per Spracheingabe neben den üblichen Benutzerschnittstellen etablieren wird. Zudem entwickeln die Anbieter ihre Software kontinuierlich weiter. So wird die Spracherkennung recht bald auch unklare und kontextabhängige Befehle verstehen. So soll beispielsweise Samsung Bixby bereits im Smart TV die Frage „Wer ist das?“ verstehen und den oder die jeweils gezeigten Schauspieler(innen) benennen.

Bildquelle: Amazon, Google

 

 

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