Koelnmesse geht in Berufung

Gerichtsprozess um die Dmexco-Macher

Nachdem die Koelnmesse GmbH, Veranstalter der Dmexco, Ende 2017 die Zusammenarbeit mit den ehemaligen Dmexco-Machern Frank Schneider und Christian Muche fristlos aufkündigte, konnten die beiden nun in einem ersten Gerichtsverfahren einen Sieg für sich verbuchen.

Dmexco 2017 in Köln

Im September 2017 zog es mehr als 40.000 Fachbesucher auf die Dmexco in Köln.

Für das Vorgehen der Koelmesse Ende des vergangenen Jahres wurden folgende Gründe genannt: Muche und Schneider hätten „gegen wesentliche vertragliche Vereinbarungen verstoßen“, was die fristlose Kündigung nach sich zog. Genaugenommen ging es darum, dass sie „parallel eine Konkurrenztätigkeit aufgenommen haben, mit der sie sich in direkten Wettbewerb zur Koelnmesse begeben.“ Konkret handelt es sich dabei um die Organisation der in der Schweiz stattfindenden Konferenz für Digitalmarketing „D:Pulse“. Aufgrunddessen wurde Muches und Schneiders Firma KDME per Einstweiliger Verfügung untersagt, sich bis September 2018 anderweitig bei Messen und Veranstaltungen aus dem Bereich Digitalmarketing zu engagieren.

Doch wie geht es nun weiter? Mittlerweile hob das Landgericht Köln die Verfügung auf. Dabei argumentierten die Richter, dass sich das sogenannte Wettbewerbsverbot nur auf EU-Länder bezieht sowie auf weitere Länder, in denen die Messe selbst aktiv ist. Die Schweiz falle nicht darunter. Zudem, so war gestern im Kölner Stadtanzeiger zu lesen, bezweifelte das Gericht, dass die Messe Dmexco und die Konferenz D:Pulse tatsächlich Konkurrenzveranstaltungen seien oder doch unterschiedliche Formate. Muche und Schneider geben sich nach der Entscheidung nun auch in Bezug auf die laufende Kündigungsklage optimistisch: „Auf Basis dieses Urteils wird der Kündigung durch die Koelnmesse jeglicher Boden entzogen. Wir gehen davon aus, dass die Kündigung juristisch keinen Bestand haben wird.“

Die Messegesellschaft hingegen hat angekündigt, vor dem Oberlandesgericht in Berufung zu gehen.

Die Dmexco zählt mit rund 40.000 Fachbesuchern mittlerweile zu den größten europäischen Veranstaltungen rund um digitales Marketing. Dabei konnte man im vergangenen Jahr die Ausstellerbestmarke von 1.100 Ausstellern knacken, die sich in mittlerweile sechs Hallen präsentieren. Darüber hinaus zog es mehr als 570 Top-Speaker aus der weltweiten Digitalwirtschaft nach Köln.

Bildquelle: Tobias Gallun

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