Transparenz über Zulieferer und Rohstoffquellen

Gestaltung von IT-Produktionsbedingungen

Im Interview erläutert Alexander Laske, Leiter Produktmanagement bei i.onik, die Gestaltung der eigenen Produktionsbedingungen, Zuliefererstruktur und Rohstoffquellen sowie die damit verbundene, notwendige Transparenz.

Alexander Laske, i.onik

Alexander Laske, Leiter Produktmanagement bei i.onik

Herr Laske, wie gestalten sich die Arbeitsbedingungen in Ihren Produktionsstätten z.B. hinsichtlich Arbeitszeit, Entlohnung sowie Arbeitsschutz?
Alexander Laske:
Wir arbeiten nahezu ausschließlich mit Firmen zusammen, deren Standorte wir vorher besichtigt haben. Wir prüfen, ob sie unseren Normen, beispielsweise bei der Einhaltung angemessener Arbeitszeiten, gerecht werden. Dafür gibt es an diesen Standorten Zeiterfassungsmaßnahmen. Wir arbeiten seit langem mit einer Firma zusammen, die sich um die Qualitätssicherung kümmert. Sie prüft ebenfalls die Standorte auf Kompatibilität mit den gesetzten Standards.

In welchen Städten befinden sich Ihre drei größten Produktionsstätten und welche mobilen Geräte produzieren Sie dort genau?
Laske:
Am Standort Shenzhen befinden sich zwei Produktionsstätten, wo wir Tablet-PCs und Memory-Produkte (Flash-Produkte, USB-Sticks) fertigen lassen. Wir verfügen noch über einen weiteren Standort in Taipeh. Dort werden vornehmlich USB-Sticks, Flash-Karten und Module für Arbeitsspeicher produziert.

Mit wie vielen Auftragsfertigern und/oder Zulieferern aus welchen Ländern arbeiten Sie zusammen?
Laske:
Unsere Zuliefererstruktur ist ausgesprochen international. Wir arbeiten mit etwa zehn chinesischen Zulieferern zusammen, was sich schließlich mit der Konzentration unserer Produktion deckt. Daneben kooperieren wir noch mit taiwanesischen, amerikanischen und einigen europäischen Unternehmen.

Auf welche Weise verschaffen Sie sich Transparenz über die bei Ihren Auftragsfertigern und/oder Zulieferern herrschenden Arbeitsbedingungen hinsichtlich Arbeitszeit, Lohn und Arbeitsschutz?
Laske:
Transparenz in der Produktion ist für uns eine ganz zentrale Angelegenheit. Damit es nicht nur beim bloßen Anspruch bleibt, führen wir regelmäßige Kontrollen vor Ort und in den Fabriken durch. Mindestens vier bis fünf Mal im Jahr sind wir in den Produktionsstätten zugegen, um die gesetzten Standards zu überprüfen. Das Unternehmen mit dem wir die Qualitätssicherung durchführen hat die Freigabe, unsere Produktionspartner jederzeit auch überraschend kurzfristig und vor allem unangekündigt zu inspizieren. Zu den Ergebnissen bekommen wir regelmäßig Reports von unserem Partner.

Stichwort: Umweltbewusster Umgang mit Ressourcen – inwieweit besitzen Sie die Transparenz über die Herkunft sämtlicher in Ihren Produkten verbauten Rohstoffe?
Laske:
Behörden wie die Bundesnetzagentur legen Normen fest, nach denen auch wir uns natürlich zu richten haben. Grundvoraussetzung für den Verkauf von Produkten unter unserem Namen ist daher die Bereitstellung aller notwendigen Zertifizierungen. Um alle relevanten zu verwalten, nutzen wir hierfür ein speziell entwickeltes webbasierendes Tool, in das einerseits unsere Produktionsstätten die notwendigen Unterlagen hochladen und wir andererseits die Vollständigkeit überprüfen können. Zudem sind unsere Zulieferer verpflichtet, relevante Zertifikate und Testbelege an uns zu liefern, bevor wir die Geräte letztlich in den Verkauf bringen. Damit wird abermals sichergestellt, dass die Geräte den entsprechenden Vorschriften genügen.

Wie sorgen Sie dafür, dass der Abbau dieser Rohstoffe sowohl sozial verträglich als auch ökologisch korrekt abläuft?
Laske:
In unserem Geschäftsmodell ist direkter Rohstoffabbau nicht enthalten, wir kaufen lediglich die einzelnen Komponenten zu und assemblieren sie zu den finalen Produkten. Insofern ist ein direkter Zugang zum Rohstoffabbau unmöglich.

Welche Kontrollen werden in diesem Zusammenhang durchgeführt?
Laske:
Einzige Möglichkeit der Kontrolle besteht für uns in der Nutzung ausschließlich A-gradierter Komponenten sowie der Bezug über zertifizierter Unternehmen, die sich diesen Kontrollen/Standards unterstellen.

Ein Blick auf Forschung & Entwicklung: Welche Anstrengungen unternehmen Sie hier speziell für die Umweltverträglichkeit ihrer mobilen Endgeräte?
Laske:
Umweltverträglichkeit ist ein wesentlicher Punkt in unserer geschäftlichen Konzeption. Wir arbeiten ständig und mit Hochdruck daran, umweltfreundlichere Alternativen zum jeweiligen Status quo unserer Produkte zu entwickeln. Zudem bemühen wir uns um eine stetige Reduzierung des Plastikanteils in unseren Verpackungen. Ware, die wir aus dem Ausland beziehen, bekommen wir in der Regel nicht in den finalen Verkaufspackungen geliefert, um sowohl Transportkosten und somit Frachtraum/Energiekosten zu sparen. Die Verpackungen beispielsweise unserer Tablet-PCs bestehen zwischenzeitlich zu 100 Prozent aus Kartonage. Als kleiner Nebeneffekt kurbelt das Verpacken vor Ort noch ein wenig die deutsche Wirtschaft an.

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