Fokus auf die Endgeräte

Gezielte Auswahl von Sicherheitslösungen

Welche Fragen sollte sich ein CISO stellen, wenn er für sein Unternehmen gezielt Lösungen für die Endgerätesicherheit auswählen möchte?

Fingertipp auf Sicherheitszeichen

Eine gute Sicherheitslösung stellt infizierte Endgeräte sofort unter Quarantäne.

Mittlerweile starten 70 Prozent aller Cyberattacken über einen Fehler in der Endgeräteabsicherung. Jedes Endgerät, ob Laptop oder Smartphone, kann zum Einfallstor werden. Deren Sicherung wird daher laut Sicherheitsanbieter Check Point angesichts der steigenden Zahlen von Fernzugriffen unumgänglich.

Schützt die Endgerätelösung gegen Phishing?

Phishing-Mails nutzen ausgefeiltes Social-Engineering, um Menschen hinters Licht zu führen. Spoofing kommt zum Einsatz, um die E-Mails täuschend echt aussehen zu lassen. Die Erkennung solcher Bedrohungen darf daher nicht auf die Mitarbeiter abgewälzt werden, sondern sollte einer spezialisierten Sicherheitslösung überlassen sein.

Diese sollte Zero-Day-Angriffe abwehren können, ebenso CEO-Fraud, Spear-Phishing und Business E-Mail Compromise (BEC). Zudem muss die Lösung eine umfassende Analyse von Webseiten und Dokumenten durchführen können – auch reiner Bilderseiten. Schließlich helfen eine tiefgreifende, heuristische Analysefähigkeit und ein Ähnlichkeitsabgleich auf visueller sowie textlicher Ebene von Algorithmen bekannter Internetseiten.

Schützt die Lösung gegen fortgeschrittene Zero-Day-Angriffe?

Im Jahr 2019 haben Ransomware-Angriffe weltweit geschätzt über 7,5 Mrd. US-Dollar (6,4 Mrd. Euro) gekostet. Die Gefahr von Zero-Day-Ransomware basiert darauf, dass die Fachleute nur verspätet manuell reagieren können. Außerdem kann sie Firmen auf mehreren Wegen infiltrieren, darunter E-Mails, betrügerische Webseiten und Wechseldatenträger. Altbekannte Sicherheitslösungen können damit nicht umgehen.

Daher wird eine Anti-Ransomware-Engine benötigt, die Änderungen auf den Datenträgern der Nutzer erfasst und Anomalien erkennt. Bei einer Abweichung kopiert sie die attackierten Dateien, blockiert den Angriff und stellt die Daten wieder her.

Wird die Integrität aller eingehenden Dateien ohne Störung des Betriebes geprüft?

Unternehmen können nicht jede ankommende Datei manuell prüfen – die Datenmenge ist zu groß geworden. Gleichzeitig darf es nicht erlaubt sein, jedwede Datei ohne Inspektion herunterzuladen, da eine Schwachstelle alleine das gesamte Firmennetzwerk beschädigen kann.

Es muss darum eine automatisierte Prüfung an Bord jeder Endgerätelösung vorhanden sein, bekannt als Content Disarm and Reconstruction (CDR). Diese Komponente filtert im Hintergrund eingehende Dateien, isoliert diese und entschärft sie, sollten schädliche Elemente gefunden werden.

Werden Bot-Netze automatisch erkannt und blockiert?

Bot-Netze kommen zum Einsatz, wenn Hacker eine Person oder ein Unternehmen gezielt angreifen. Sie sind unter dem Namen Advanced Persistent Threat (APT) bekannt. Die Bots werden über einen Command-and-Control-Server (CnC) gesteuert und können verschiedene Attacken ausführen, wie Diebstahl personenbezogener, finanzieller, geschäftlicher oder wissenschaftlicher Informationen. Außerdem greifen sie über Spam-Mails an und versuchen die Bandbreitenleistung lahmzulegen, um die Produktivität zu beeinflussen; oder sie verstecken wichtige Logs vor den SOC-Teams; oder sie starten einen Whaling-Angriff – auch bekannt als CEO-Fraud – gegen Führungskräfte.

Eine Anti-Bot-Komponente erkennt und blockiert diese Angriffe, weil sie den ausgehenden Datenverkehr durchgehend überwacht und Kommunikation mit einem CnC erkennt. Ist eine Maschine infiziert, wird der Datenaustausch blockiert, der Angriffsweg nachgezeichnet und das betroffene Gerät isoliert.

Werden automatisch erkannte Angriffe tiefgehend analysiert?

Übliche Endpoint-Detection-and-Response-Lösungen (EDR) können außerhalb ihres engen Rahmens kaum handeln und zeichnen Angriffswege nicht automatisch nach. Geschieht das manuell, besteht die Gefahr, dass Überbleibsel des Schädlings nicht entfernt werden. Dieser Vorgang benötigt außerdem sehr viel Zeit und hervorragend ausgebildete Analytiker – die Mangelware sind.

Es hilft daher sehr, wenn die Endgerätelösung automatisch den Angriffsweg nachzeichnet und im Kontext analysiert, um Ähnlichkeiten zu anderer Malware zu erkennen. Außerdem sollte sie forensische Komponenten bieten, die Ereignisse rund um alle Endgeräte überwachen und aufzeichnen – einschließlich betroffener Dateien, gestarteter Prozesse, Änderungen in der Systemregistratur und Vorgänge im Netzwerk. Anschließend stellt eine gute Lösung das infizierte Gerät sofort unter Quarantäne und säubert das Endgerät.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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