Flächendeckende Glasfaser frühestens 2034
Der flächendeckende Ausbau des Glasfasernetzes in Deutschland bis 2030 wird voraussichtlich nicht erreicht. Dies geht aus der aktuellen ANGA-Marktstudie 2030 des Breitbandverbandes hervor, die den Glasfaserausbau auf den Prüfstand stellt. Trotz steigender Datenbedürfnisse und neuer Anwendungen wie Generative KI, Cloud Gaming und Virtual Reality, bleibt der Ausbau hinter den Erwartungen zurück.
Selbst unter optimistischen Annahmen ist mit einer Vollerschließung frühestens 2034 zu rechnen. Zudem zeigt die Studie eine leichte Abnahme der Ausbauaktivitäten bei Wettbewerbsunternehmen, die verstärkt darauf setzen, die Nutzung in bereits bestehenden Netzen zu erhöhen.
Laut Studie liegt der Anteil der mit Glasfaser versorgten Wohngebäude Ende 2023 bei nur etwa einem Drittel. Der bisherige Fokus der Anbieter auf städtische Gebiete und Mehrfamilienhäuser hat dazu geführt, dass viele ländliche Regionen weiterhin unterversorgt sind. Um das Ziel der Bundesregierung zu erreichen, müssten zwischen 2024 und 2030 rund 13 Millionen Wohngebäude erschlossen werden – das entspricht durchschnittlich 1,9 Millionen pro Jahr. Das derzeitige Ausbautempo von 1,3 Millionen Wohngebäuden pro Jahr macht dieses Ziel jedoch unrealistisch.
Ein weiterer Hemmschuh ist die fehlende Abschaltung des Kupfernetzes der Deutschen Telekom. Ohne eine wettbewerbsneutrale Migration von Kupfer- zu Glasfasernetzen bleiben viele Potenziale ungenutzt. Die Telekom hat wenig wirtschaftlichen Anreiz, ihr Kupfernetz zugunsten von Glasfasernetzen der Wettbewerber abzuschalten, solange die Auslastung des Kupfernetzes nicht unter 20 Prozent fällt.
Die Studie macht deutlich, dass ohne erhebliche Änderungen in der Ausbaupolitik und Kooperation zwischen den Anbietern das Ziel eines flächendeckenden Glasfasernetzes bis 2030 nicht erreichbar ist. Angesichts steigender Datenanforderungen und neuer Technologien könnte dies Deutschlands digitale Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen.