New Work World

Globales Denken, lokales Handeln

In den vergangenen zweieinhalb Jahren unterlag der Human-Ressources-Sektor einem fundamentalen Wandel, welcher innerhalb kurzer Zeit neue dezentralisierte Arbeitskonzepte zum „New Normal“ machte. Aktuell beschränken sich Unternehmen bei Remote-Konzepten jedoch vorrangig auf innerstaatliches Gebiet – und vergeben so wertvolle Personalchancen.

Remote Work

Potenzielle Mitarbeiter haben in vielen Unternehmen inzwischen die Möglichkeit, remote zu arbeiten.

Unternehmen stehen vor einer grundlegenden Veränderung in ihrer Personalstruktur: In den nächsten Jahren geht die Baby-Boomer-Generation, die einst für reichlich Fachkräfte am Markt sorgte, in Rente und hinterlässt eine klaffende Personallücke am Arbeitsmarkt. Als wäre der Fachkräftemangel nicht das einzige Problem, das Unternehmen branchenübergreifend lösen müssen, sorgte die Corona-Pandemie in den vergangenen zweieinhalb Jahren dafür, dass dezentralisierte Arbeitskonzepte zum neuen Standard der modernen Geschäftswelt wurden. 

Eine Mammutaufgabe

Mangelnde IT-Infrastruktur und fehlendes Wissen sorgten bei vielen Unternehmen dafür, dass das Errichten einer dezentralisierten Arbeitsumgebung, die dazu individuell und abteilungsübergreifend funktionieren musste, zur Mammutaufgabe wurde. Letztlich hatte der sprichwörtliche Wurf ins kalte Wasser jedoch etwas Gutes: Unternehmen lernten und perfektionierten während der Corona-Pandemie ihr Remote-Handwerk – und sorgten so dafür, dass dezentralisiertes Arbeiten – zumindest innerhalb der eigenen Landesgrenzen – reibungslos funktioniert.

Durch das „New Normal“ der Arbeitswelt sind Unternehmen nun in der Lage, Stellenausschreibungen auch außerhalb ihrer Landesgrenzen zu schalten und potenziellen Mitarbeitern anzubieten, von daheim für sie tätig zu werden. Eine neue Arbeitswelt zu schaffen, die sich lediglich auf innerstaatliches Gebiet beschränkt, vergeudet jedoch Chancen: Schließlich warten im internationalen Raum wertvolle potenzielle Fachkräfte für Unternehmen.

Die Idee des Mitarbeiters ohne Grenzen hat zum Ziel, Fachkräfte außerhalb des eigenen Landes zu rekrutieren, mit ihnen in einer in einer dezentralisierten Remote-Umgebung zusammenzuarbeiten – und schlussendlich länderübergreifend gegen den Personalmangel anzukämpfen. Ein notwendiger Schritt, stellte nicht zuletzt auch Bitkom heraus, dass sich in der Einwanderungspolitik entschieden noch etwas mehr ändern müsse, wolle man Fachkräfte ins Land holen. 

Schöne multinationale Arbeitswelt

Bei manchen Firmen wird dieses Konzept bereits gelebt – etwa bei dem Remote-Unternehmen Deel. Somit wird auch ein entsprechender Umgang mit verschiedenen Individuen, Kulturen und Gesetzen gepflegt: Ein Konstrukt, was nicht zuletzt aufgrund der Vielfältigkeit Konfliktpotenzial birgt, wenn sich Unternehmen nicht richtig vorbereiten.

Die offensichtlichen Herausforderungen liegen bei den Individuen und ihren Arbeitsprozessen selbst. Allein verschiedene Zeitzonen, regionale Feiertage, Bräuche oder Landesgegebenheiten können die Zusammenarbeiten zwischen Teams erschweren. Daher sollten Unternehmen unbedingt Arbeitsabläufe anhand von festen Guidelines etablieren, die die Geschäftstätigkeit vorantreiben und regionale Unterschiede respektieren: Stets gilt die Maxime globalen Denkens aber lokalen Handelns.

Vorhanden und trotzdem nicht immer für alle Mitarbeiter offensichtlich erkennbar, ist die fiskal-getriebene Maschinerie eines jeden Unternehmens: Von lokalen und internationalen Gesetzen zum Arbeitnehmerrecht – wollen Unternehmen ihre Personalstruktur international erweitern, so müssen sie auf jeden Fall compliant mit lokalem und internationalem Recht sein. 

Neue Arbeitswelt, neue Strategien

Bindend sind dabei die Arbeitsgesetze im Land des Mitarbeiters, nicht die des Unternehmens. Sie bestimmen Mindestlohn, wöchentliche Höchstarbeitszeiten und obligatorische Sozialleistungen (etwa bezahlte Freistellung, Elternzeit, Krankenversicherung und Sozialversicherung).

Dezentralisierte Arbeitskonzepte werden seit mindestens zweieinhalb Jahren verstärkt propagiert, ob als Benefit in Stellenausschreibungen oder als zeitgemäße und innovative Neuausrichtung entgegen veralteten Arbeitsweisen. Damit sich Unternehmen weiterentwickeln können, sollten sie die „neue Arbeitswelt“ wörtlich nehmen und ihre Hiring-Strategie über Landesgrenzen hinweg öffnen – jedoch stets mit einem wachsamen Auge auf die regionalen Bedürfnisse ihrer potenziellen Mitarbeiter und den lokalen Gesetzgebungen.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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