Leistungsschutzrecht

Google News auf der Kippe

Eine Managerin von Google hat erneut klar gemacht, dass der Nachrichtendienst des Konzerns bei Umsetzung des Leistungsschutzrechts abgeschaltet werden könnte.

Ein Stapel aus Zeitungen und einem Tablet

Was hätten Zeitungsverleger vom Leistungsschutzrecht? Die Folgen sind derzeit nur schwer abzusehen.

Der aktuelle Entwurf für das neue EU-Urheberecht scheint erst einmal vom Tisch zu sein. Der Rat der Europäischen Union hat mit einer klaren Mehrheit gegen die Vorlage gestimmt, die vor allem mit zwei Artikeln polarisierte: der Einführung der sogenannten Upload-Filter und dem Leistungsschutzrecht für Verlage. Letzteres könnte zur Folge haben, dass Suchmaschinen wie Google deutliche Einschränkungen bei der Aggregierung von Nachrichten hinnehmen oder für ausgespielte Überschriften und Teaser eine Lizenzgebühr an die Verlage abdrücken müssten. Dass dieses Modell im Zweifel dazu führen könnte, dass der Dienst einfach abgestellt wird, hatte Google bereits im vergangenen November klar gemacht. Laut Bloomberg bestätigt die Managerin Jennifer Bernal diese Option nun noch einmal deutlich.

Die Folgen für die hiesigen Verlage sind dabei nur schwer abzuschätzen. Eine Studie zu einem ähnlichen Vorgang aus dem Jahr 2014, bei dem der Dienst aufgrund einer neuen Reform in Spanien abgeschaltet wurde, gibt darauf nur bedingt antworten. So soll der Schritt vor allem kleinen Verlegern geschadet haben, die angeblich bis zu 13 Prozent ihres Traffics verloren hätten. In größeren Medienhäusern soll der Schritt dagegen keine größeren Spuren hinterlassen haben. So könnte ein Rückzug von Google etwa dazu führen, dass kleinere Portale wie etwa die der Lokalzeitungen unter dem Schritt leiden. Google generiert nach eigener Angabe keinen Umsatz mit der Nachrichtenrubrik. Das Segment ist im Gegensatz zur der gewöhnliche Suche frei von Anzeigen.

Mit dem Traffic dürfte bei rein über Display-Werbung finanzierten Webseiten auch gleich der Umsatz unter den Folgen des Leistungsschutzrechts leiden. Sebastian Matthes, stellvertretender Chefredakteur des „Handelsblatt”, rechnet gar mit zweistelligen Einbrüchen, wie er auf Twitter zu bedenken gibt. Dass Aussagen wie die von Jennifer Bernal ein Teil der Verhandlungstaktik sein dürften, muss bei alledem natürlich berücksichtigt werden. Nicht wenige halten diese Drohungen für einen Bluff, dessen tatsächliche Umsetzung sich der Konzern gar nicht leisten könne.

Bildquelle: Thinkstock

©2019Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok