Pixel und Home

Google ruft die Post-Mobile-Ära aus

Aber vorher gibt es noch mal ein richtig teures Gerät und ganz viel künstliche Intelligenz für zuhause und unterwegs.

  • Google Pixel und Google Pixel XL gibt es in schwarz und silber - mit Kopfhörerbuchse

  • Das Heim in der Post-Smartphone-Ära - mit Google Home

"Wir wechseln von der Mobile-Ära in die KI-Ära", meinte Google-CEO Sundar Pichai in seiner Keynote auf der alljährlichen Produktvorstellung, die diesmal "Made by Google" hieß. Und künstliche Intelligenz ist ein wichtiger Bestandteil der Funktionen des neuen Google Assistant. Google hat sowohl die Faktenbasis (70 Millionen Einträge) aufgebohrt, als auch das Machine Learning. Das Ergebnis: Ein recht smarter Helfer, der Fragen in natürlicher Sprache beantworten kann, Aufgaben wie etwa eine Taxibestellung erledigen soll und eine natürlich klingende, aber synthetisch erzeugte Stimme besitzt.

Google Home hört uns zu 

Diese künstliche Intelligenz soll in Zukunft auch zu Hause eingesetzt werden, mit Google Home - einem kleinen Gerät mit Lautsprecher, Mikro und WLAN-Anschluss. Der Funktionsumfang entspricht grob dem des Konkurrenten Amazon Echo: Das Gerät kann Wegbeschreibungen aufsagen, eine Wissensdatenbank in der Cloud nutzen oder Wettervorhersagen und aktuelle Termine vorlesen.

Weitere Funktionen betreffen das Abspielen von Musik über Musikdienste wie Spotify, aber auch Internetradios oder Podcasts. Über eine Chromecast-Schnittstelle können die entsprechenden Geräte benutzt werden. Außerdem gibt es eine Möglichkeit, bestimmte Smart-Home-Geräte und -Dienste anzusteuern. Google Home soll 129 Dollar kosten und ist vorläufig in Deutschland nicht erhältlich.

Sinnvolle Anwendungen vorausgesetzt, ist so eine intelligente Box recht praktisch und könnte zumindest unter den Early Adoptern und Technikfreaks viele Fans bekommen. Da die Verarbeitung der Sprachbefehle in der Clou geschieht, ist aber der Schutz der privaten Daten und der Intimität im eigenen Hause ein Problem. Immerhin lassen sich die Mikrofone ausschalten, sodass die Nutzer Musik hören oder Filme sehen können, ohne dass Google mithört.

Ob sich solche Geräte tatsächlich rasch zu einem Milliardenmarkt entwickeln, ist unklar. Ähnlich wie bei Google Glass könnten viele Leute das "Mitschneiden" jeder Art von Alltagsbeschäftigung unheimlich finden und die Geräte nicht akzeptieren. Auf jeden Fall wird es anfangs Menschen geben, die mit einem solchen Gerät fremdeln.

Gut möglich, dass die Bedenken sich in wenigen Jahren selbst erledigt haben, weil junge Leute die smarten Assistenten völlig selbstverständlich in ihre Zimmer und Wohnungen integrieren. Der Sprachverarbeitung im Stile von Star Trek gehört eindeutig die Zukunft, wenn auch nur als Ergänzung für Keyboard und Touchscreen.

Google Pixel: Smartphones zu Apple-Preisen

Denn trotz des Ausrufs der Post-Smartphone-Ära durch Google werden uns die handlichen Telefone sicher noch sehr viele Jahre begleiten. Denn KI hin, Assistent her: Sie haben immer noch viele Vorteile und sind der Sprachschnittstelle teilweise überlegen. Das sieht auch Google so - sonst gäbe es keine neuen Smartphones, die zudem noch auf die Interaktion mit Google Home ausgerichtet sind.

Dabei orientiert sich Google immer mehr an Apple. Es entwirft jetzt unter der Marke "Pixel" seine eigenen Smartphone-Modelle und stößt gleichzeitig in iphone-eske Preisregionen vor. Das Spitzenmodell Pixel XL mit 5,5-Zoll-Display und einer Speicherkapazität von 128 GB kostet etwas mehr als 1000 Euro. Und auch in einer anderen Hinsicht wird Mountain View immer mehr wie ein Cupertino-Klon: Es gibt keine Möglichkeit, den Speicher per SD-Karte zu erweitern. Aber wozu gibt's die Cloud, sprich Google Fotos mit unbegrenztem Speicher.

Leistung bieten die Modelle mit und ohne XL satt: Neben einer 12,3-Megapixel-Kamera hinten und acht Megapixel vorne gibt es weitere Highend-Technik, etwa ein Qualcomm Snapdragon 821 mit vier Kernen sowie LTE-Mobilfunk, 11ac-WLAN, Bluetooth 4.2, einen Fingerabdruckscanner auf der Rückseite und alle anderen üblichen Standards. Eine Sache hat Google seinem Konkurrenten allerdings nicht nachgemacht: Es gibt weiterhin eine Kopfhörerbuchse. Vorbestellungen im Google bereits jetzt entgegen, ausgeliefert wird ab dem 20. Oktober.

Auch die neuen Google-Smartphones sind mit künstlicher Intelligenz veredelt, mit der neuen Version von Google Assistant. Er ersetzt den bisher in Android eingebauten Sprachassistenten Google Now. Als Betriebssystem wird Android 7.1 genutzt, dass demnächst auch für andere Smartphones verfügbar sein dürfte.

Bildquelle: Google

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