Lauschangriff von Google?

Google sammelt Metadaten beim Telefonieren über Android

Google räumt sich laut Datenschutzerklärung das Recht ein, die Metadaten von Telefonaten und SMS zu speichern. Gespräche werden wohl nicht mitgehört, das ist aber auch nicht nötig, denn anhand der gewählten Telefonnummer lassen sich bereits zahlreiche Schlussfolgerungen ziehen.

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Das Google-Hauptquartier in Moutainview

Wer mit einem Android-Smartphone telefoniert, hat eingewilligt, dass die Metadaten aller seiner Gespräche aufgezeichnet und ausgewertet werden. So liest es sich in der aktuellen Datenschutzerklärung von Google vom 25. März dieses Jahres, erklärt die Nationale Initiative für Informations- und Internetsicherheit e.V. (NIFIS).

In der Datenschutzerklärung heißt es, dass „die eigene Telefonnummer, die Anrufernummer, Weiterleitungsnummern, Datum und Uhrzeit von Anrufen, Dauer von Anrufen, SMS-Routing-Informationen und Art der Anrufe“ in „Telefonieprotokollen“ erfasst und gespeichert werden dürfen – eine Google-eigene Vorratsdatenspeicherung also. Das Telefonat selbst, also das Gespräch, wird wohl nicht belauscht. Das ist aber auch nicht unbedingt notwendig, denn mit den gesammelten Daten und Informationen lassen sich bereits detaillierte Profile und Netzwerkanalysen von Android-Nutzern erstellen.

In diesem Zusammenhang verweist Dr. Lapp auf die Experimente mit der Mainway-Datenbank an der Stanford-Universität; dabei wurden die Android-Metadaten von rund 500 Probanden, die sich freiwillig an dem Feldversuch beteiligten, fünf Monate lang verfolgt. 91 Prozent der vermeintlich anonymen Telefonanschlüsse konnten binnen dieser Zeit eindeutig einer Person zugeordnet werden.

„Die Datenschutzerklärung von Google dürfte zwar nach deutschem Recht ungültig sein, weil die informierte Einwilligung fehlt. Schließlich ist kaum davon auszugehen, dass die meisten Android-Nutzer verstehen, dass Google sich herausnimmt, die Metadaten aller ihrer Gespräche auszuwerten. Dieses Verständnis wäre aber die Voraussetzung für die Rechtsgültigkeit der Erklärung. Das ändert allerdings nichts daran, dass Google genau dieses Recht für sich in Anspruch nimmt", glaubt Lapp.

„Viele haben sich daran gewöhnt, dass Google alles weiß über ihre Geräte, ihre Suchanfragen, ihre besuchten Webseiten, ihre E-Mails, ihren Standort und diese Daten auch eindeutig einer namentlich bekannten Person zuordnen kann“, meint  Dr. Lapp. „Aber es dürfte doch für die meisten eine Überraschung sein, dass sie Google das Recht einräumen, ihre Telefongespräche zu beobachten, während sie sich bei NSA & Co. genau darüber empören. Aber sicherlich dient diese permanente Überwachung nur dazu, um den Nutzern bessere Dienste zur Verfügung zu stellen, wie es in der Datenschutzerklärung von Google heißt.“

Bildquelle: Google

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