Corona-Krise

Google veröffentlicht anonymisierte Bewegungstrends

Google veröffentlicht in der Coronavirus-Krise eine Auswertung anonymisierter Bewegungsdaten. Das soll den Behörden zusätzliche Anhaltspunkte zum Verständnis der Verhaltenstrends liefern.

Menschen gehen trotz der Empfehlung des Gesundheitsministeriums zuhause zu bleiben, im Mauerpark in Berlin spazieren. Foto: Christophe Gateau/dpa

Menschen gehen trotz der Empfehlung des Gesundheitsministeriums zuhause zu bleiben, im Mauerpark in Berlin spazieren. Foto: Christophe Gateau/dpa

In Lebensmittelläden und Apotheken gingen zuletzt rund halb so viele Kunden wie Anfang des Jahres, wie aus einer Auswertung anonymisierter Bewegungsdaten des Internet-Konzerns hervorgeht. Es sind die ersten öffentlichen Zahlen zu Auswirkungen bisheriger Vorkehrungen wie Heimarbeit und Kontaktsperren.

Dabei bekommt man nur eine prozentuale Veränderung insgesamt zu sehen, nicht aber die Entwicklung an einzelnen Orten. Die Daten geben auch keinen Aufschluss über die Bewegung einzelner Personen, betont Google. Die Angaben sind zwei bis drei Tage alt, weil der Konzern Zeit braucht, die Daten aufzubereiten.

Als Vergleichswert dient der Durchschnitt der ersten fünf Wochen dieses Jahres. In Parks sind jetzt demnach rund halb so viele Menschen unterwegs wie damals. Allerdings zeigt die am Freitag veröffentlichte Google-Grafik auch einen sprunghaften Anstieg der Parkbesucher-Zahl von 80 Prozent mit dem warmen Wetter Mitte März.

An Arbeitsplätzen hielten sich den Zahlen zufolge zuletzt rund 40 Prozent weniger Menschen auf. Für die Kategorie der Einkaufszentren, Restaurants, Museen, Kinos und Bibliotheken zeigt Google einen Besucherrückgang von 77 Prozent an - wenig überraschend, da die meisten davon geschlossen sind.  

Für Deutschland gibt Google auch Werte auf Bundesland-Ebene an. Eine Erkenntnis daraus ist zum Beispiel, dass die Zahl der Menschen in Parks in Berlin (minus 63 Prozent) viel stärker gesunken ist als etwa in Hamburg (minus 34 Prozent). 

Mit der Zeit könnten die Daten auch auf tiefere regionale Ebenen heruntergebrochen werden, erklärte Google. In den USA etwa sind die Trends bereits auf County-Ebene verfügbar - das wäre in Deutschland vergleichbar mit Angaben für Landkreise.

Google greift für die Auswertung auf anonymisierte Daten von Nutzern zurück, die ihre Aufenthaltsorte in ihren Google-Profilen aufzeichnen lassen. In Zukunft könnten mit den Daten möglicherweise auch Annahmen zur weiteren Entwicklung getroffen werden.

Die Daten sind für 131 Länder verfügbar. So geht daraus hervor, dass zum Beispiel in Frankreich und Italien die Zahl der Menschen an Bahnhöfen und Haltestellen sogar um 87 Prozent gesunken ist.

dpa/tg

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