„Schlicht und einfach“

Großes Potential von Apple Pay

Dr. Peter Schönweitz, Geschäftsführer von Petafuel und Produktmanagement Vimpay, erklärt im Interview, warum ihn die neue Bezahlmethode Apple Pay überzeugt.

Dr. Peter Schönweitz, Geschäftsführer von Petafuel

„Sicherheit und Datenschutz sind das Herzstück von Apple Pay“, meint Dr. Peter Schönweitz, Geschäftsführer von Petafuel.

Herr Dr. Schönweitz, an welcher Stelle steht Deutschland aktuell im Bereich „Mobile Payment“ im Vergleich zu anderen europäischen Ländern?
Dr. Peter Schönweitz:
Deutschland ist ein Bargeldland – zumindest noch. Nach wie vor hinken wir Deutschen im Bereich „Mobile Payment“ hinterher, wenn wir uns mit anderen Ländern in Europa vergleichen. Noch größer ist der Abstand zu Ländern wie Indien oder China, wo das mobile Bezahlen mit dem Smartphone schon lange zum Alltag gehört.

Was waren die bisherigen Bremsklötze für das mobile Bezahlen in Deutschland?
Schönweitz:
Die Gründe für die fehlende Verbreitung von Mobile Payment in Deutschland sind vielfältig. Einerseits stehen die Deutschen neuen Lösung immer zunächst recht skeptisch gegenüber – vor allem in Bezug auf die Themen „Datenschutz“ und „Sicherheit“. Zum anderen sehen sie noch kaum Vorteile gegenüber der klassischen Bar- oder EC-Kartenzahlung. Das könnte sich durch Mobile-Payment-Bonusprogramme oder ähnlichem ändern.

Wie sehen hingegen die treibenden Faktoren aus?
Schönweitz:
Generell nehmen Smartphones einen immer höheren Stellenwert in unseren Leben ein. Niemand verlässt das Haus ohne sein Smartphone. Teens und Jugendliche kennen keine Welt ohne die smarten Telefone. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass man mit dem Smartphone seine Finanzen verwaltet und damit bezahlt. Die digitale und vernetzte Welt, in der wir leben, sowie die Einfachheit der Dinge durch Smartphones sind ganz klar die treibenden Faktoren für Mobile Payment in Deutschland.

Welchen Einfluss übt beispielsweise der Markteintritt von Zahlungssystemen wie Google Pay (Juni 2018) und jetzt auch Apple Pay (Dezember 2018) auf die Nutzerzahlen von M-Payment aus? Wie schätzen Sie die Wichtigkeit jener Zahlungssysteme ein?
Schönweitz:
Der Einfluss von Google Pay und Apple Pay auf das mobile Bezahlen ist enorm. Mit unserer App Vimpay bieten wir unseren Nutzern beide Lösungen an und waren von der Resonanz in Deutschland überwältig. Die Bekanntheit und der Trust der beiden Marken haben das Thema M-Payment hierzulande deutlich nach vorne gebracht. Die beiden Zahlungssysteme sind wichtig, da sie unabhängig von einer bestimmten Bank und somit wirklich unabhängig von jeder Person genutzt werden können.

Was ist den Nutzern solcher Lösungen besonders wichtig?
Schönweitz:
Das ist einfach erklärt – man kann es auf die folgenden drei wesentlichen Punkte reduzieren: Es muss sicher sein, es muss einfach sein und es muss schnell gehen. Das Bezahlen mit solchen Lösungen muss sozusagen genauso funktionieren wie mit einer Geldbörse.

Warum hat Apple Pay hierzulande so lange auf sich warten lassen? Welches Kalkül steckt Ihrer Meinung nach dahinter?
Schönweitz:
Hier können wir nur Vermutungen anstellen. Da sich der deutsche Markt auf solch neue Lösungen im Vergleich zu anderen Ländern nur schleppend einstellt, war es wahrscheinlich nur logisch, dass Apple mit der Einführung von Apple Pay gewartet hat. Vielleicht war es auch gezielt so geplant, um die Vorfreude zu schüren und einen Marketing-Buzz auszulösen, wie vergleichsweise, wenn ein neues iPhone auf den Markt kommt.

Worin sehen Sie die Vor- und auch Nachteile von Apple Pay im Vergleich zu den anderen gängigen mobilen Zahlungssystemen?
Schönweitz:
Wie man es von Apple kennt, ist auch Apple Pay eines: Es ist schlicht und es ist einfach. Jedes Kind könnte es bedienen. Und es macht einfach auch Spaß mit seinem iPhone oder seiner Apple Watch in Geschäften zu bezahlen. Nachteile gibt es keine. Generell empfinden wir aber auch die anderen Mobile-Payment-Lösungen als sehr gelungen.

Wie ist es um die Sicherheit jener Lösung bestellt?
Schönweitz:
Sicherheit und Datenschutz sind das Herzstück von Apple Pay. Die echte Kartennummer der hinterlegten Karte wird nirgends gespeichert, sondern in einen sogenannten Token umgewandelt, welcher stets einzigartig ist und nur vom User selbst genutzt werden kann. Durch die Freigabe über FaceID oder TouchID ist man natürlich ebenfalls noch bei jeder Zahlung geschützt.

Inwieweit wird sich Apple Pay Ihrer Ansicht nach hierzulande durchsetzen?
Schönweitz:
Nach unseren eigenen Erfahrungen, die wir mit unseren Vimpay-Usern und Apple Pay gemacht haben, sehen wir großes Potential in Apple Pay. Wir denken, dass die Einführung der große Startschuss für das Mobile Payment Deutschland war. Das Feedback unserer Nutzer bestätigt das.

Und wie wird sich anno 2019 generell der Mobile-Payment-Markt in Deutschland entwickeln?
Schönweitz:
Wir haben große Erwartungen an 2019. Der Mobile-Payment-Markt wird wachsen und immer mehr Leute werden die Vorzüge dahinter erkennen.

Bildquelle: Petafuel

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