Elektronische Preisauszeichnung

Gute Etikette ist gefragt

In einem Geschäft mit Tausenden von Artikeln gibt es kaum etwas Zeitraubenderes und Kleinteiligeres als das manuelle Auszeichnen der Ware. Doch Abhilfe naht: Im Interview erklärt Florian Bernauer, CEO der Bison AG, warum die elektronische Regalpreisauszeichnung (ESL) eine echte Alternative darstellt.

Gute Etikette ist gefragt

„Die Technologie wird dafür sorgen, dass Regale sowie Etiketten immer mehr mit den Kunden interagieren“, sagt Florian Bernaber von Bison und denkt dabei z.B. an KI und Augumented Reality.

Herr Bernauer, was sind elektronische Regaletiketten und wie funktionieren sie?
Florian Bernauer:
Elektronische Regaletiketten sind kleine Bildschirme in den Größen von üblichen Papierregaletiketten, die es erlauben, Produktinformationen dynamisch anzupassen. Dazu gehören neben dem Preis auch sämtliche Produkt- und Werbeinformationen für den Kunden. Die Anzeige basiert auf einer E-Paper- bzw. E-Ink-Technologie, die über E-Reader wie den Amazon Kindle verbreitet wurde. Sie können bis zu fünf Jahre ohne Batteriewechsel laufen und ihrer Auflösung entsprechend beliebige Inhalte anzeigen. So können auch Logos, Grafiken, Bar- und QR-Codes dargestellt werden. 

Worin liegen die Vorteile der Etiketten für den Händler?
Bernauer:
Der offensichtliche Vorteil ist die Zeitersparnis. Heute ist es nicht ungewöhnlich, dass bei einem Teil des Sortiments fast wöchentlich die Preise angepasst werden. Bei Supermärkten mit 20.000 Artikeln bedeutet dies stundenlanges Austauschen der Papieretiketten. Weiterhin werden mit elektronischen Regaletiketten Preisabweichungen zwischen Regal und Kasse vermindert.

E-Etiketten werden aber auch für unterstützende Filialprozesse benutzt, z.B. können Kommissionierer in der Filiale durch das „Click & Collect“-Verfahren schnell zur richtigen Ware geführt werden. Auch der Kundennutzen kann durch dynamische Informationen gesteigert werden, da etwa die nächste Lieferung oder die Verfügbarkeit in anderen Filialen auf dem Etikett immer aktuell angezeigt werden. 


Inwieweit können E-Etiketten die Kaufentscheidung des Kunden beeinflussen?
Bernauer:
Elektronische Etiketten können als Mikro-Webseiten betrachtet werden. Darauf können dem Kunden Informationen wie im Online-Geschäft zur Verfügung gestellt werden. Zum Beispiel werden auf ESLs Rezensionen, Zusatz- oder Ersatzprodukte sowie natürlich Aktionen angezeigt. Die Etiketten helfen also das Online-Einkaufserlebnis in den stationären Handel zu bringen. 

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 3-4/2019. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Wie können Kunden mit den Etiketten interagieren?
Bernauer:
Es gibt mehrere 
Möglichkeiten: Eine direkte Interaktion findet über Knöpfe am Etikett statt. Dadurch wird eine Änderung der Anzeige ausgelöst und zusätzliche Informationen werden angezeigt. Die Etiketten verfügen auch über eine LED-Leuchte, die auf Ansteuerung blinken kann. Diese kann der Kunde über eine App selbst auslösen und sehen, wo sein Produkt steht. Auch der NFC-Chip im Etikett kann mithilfe einer App eine Aktivität starten, etwa den Aufruf einer Webseite.

Wenn Sie an Warenregale im Jahr 2030 denken, wie könnten diese aussehen? Wie „smart“ werden Regale und Etiketten Ihrer Einschätzung nach sein?
Bernauer:
Meiner Meinung nach wird die Technologie dafür sorgen, dass Regale sowie Etiketten immer mehr mit den Kunden und Mitarbeitern interagieren.

In Kombination mit KI wird das Regal sozusagen selbstlernend und selbstoptimierend. Durch weitere Sensorik „kennt“ es seine Entnahmen sowie Zugänge und gibt Anweisung zum Auffüllen oder zur Neuanordnung. Inventuren gehören der Vergangenheit an. Das Regal wird sozusagen Bestandteil des IoT. 


Parallel dazu muss die Weiterentwicklung der mobilen Technik und insbesondere der Augmented Reality (AR) berücksichtigt werden. Diese könnte eine Verschiebung der Anzeigen in das jeweilige Anzeigegerät oder sogar die Brille des Kunden bewirken.
 

Auch folgende Frage stellt sich: Werden Kunden künftig über virtuelle Regale bestellen und die Ware innerhalb von Stunden erhalten? Es bleibt spannend. Lösungsanbieter müssen künftig Plattformen anbieten, die Allianzen nutzen und Know-how zusammenbringen. Nur so können Lösungen geliefert werden, die die Veränderungen im Handel unter-
stützen.  

Bildquelle: Bison

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