Kommentar

Gutes Training ist die halbe Miete

Wie in den vergangenen Monaten bekannt wurde, lassen Amazon, Apple, Google und Co. bei ihren Sprachassistenten einen Teil der Aufnahmen auch von Menschen auswerten, um die Genauigkeit der Spracherkennung zu verbessern. Das gefiel dem Hamburger Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar, der in Deutschland für Google zuständig ist, gar nicht...

Gutes Training ist die halbe Miete

In immer mehr deutschen Wohnzimmern haben sie längst Einzug gehalten: Smart Speaker. Doch hören sie wirklich nur, was sie sollen?

... und so leitete er Medienberichten zufolge ein Verwaltungsverfahren ein, um das Anhören der Mitschnitte durch Mitarbeiter oder Dienstleister des Internet-Konzerns zu untersagen. Laut einer Mitteilung von Google an die Behörde sei das Transkribieren der Aufnahmen durch Menschen bereits am 10. Juli eingestellt worden. Damals waren Mitschnitte von den vernetzten Google-Home-Lautsprechern aus den Niederlanden bekanntgeworden und hatten für einen Eklat gesorgt. Den aufgezeichneten Gesprächen waren wohl teils sensible personenbezogene Informationen zu entnehmen.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 7-8/2019. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Amazon und Apple haben zwischenzeitlich ebenfalls auf die Vorwürfe hinsichtlich der Sprachauswertung durch Menschen reagiert. Letzteres Unternehmen soll zumindest schon länger in einem Sicherheitsdokument darauf hingewiesen haben, dass auch „eine geringe Anzahl von Transkriptionen“ für die Verbesserung des Dienstes eingesetzt werden könne. Als Teil eines künftigen Software-Updates will man Nutzern nun die Möglichkeit geben, sich konkret für die Teilnahme an einer Auswertung zu entscheiden.

Ebenso bietet Amazon seinen Nutzern eine neue Option an: Wer sich um seine Daten sorge, könne ab sofort mithilfe eines „Schalters“ in der Alexa-App die Auswertung von Mitschnitten durch Mitarbeiter des Konzerns verhindern. Bereits im Frühjahr hatte ein Bloomberg-Bericht Zweifel daran geschürt, wie weit die Anonymisierung im Fall von Amazons Echo-Lautsprechern gehe. Die Auswerter sollen teils die Seriennummern der Geräte und den Vornamen des Nutzers angezeigt bekommen haben, hieß es.

Abgesehen von den Sicherheitsdiskussionen sind Alexa, Google Assistant, Siri und Co. dieser Tage auch in einem ganz anderen Kontext im Gespräch: Voice Marketing! Schließlich bieten sich Smart Speaker wie Echo, Home und Homepod, auf denen die intelligenten Sprachassistenten zum Einsatz kommen, wunderbar als Plattform für sprachgesteuerte Werbung an. Und diese ist natürlich umso individueller und persönlicher, je besser die Assistenten „trainiert“ sind. 

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