Größter anzunehmender Unfall

Hackerangriff als Ursache für Telekom-Störung

Warum ein erfolgreicher Angriff von außen auf die Router schlimmer als ein interner Fehler für die Telekom ist.

Irrtümer und Fehlbedienungen machen es Cyberkriminellen leicht

Möglicherweise handelt es sich bei den 900.000 Router-Ausfällen bei Telekom-Kunden um einen Eingriff von außen - und nicht um einen Systemausfall, so ein Sprecher: «Wir haben erste Hinweise darauf, dass wir möglicherweise Opfer eines Hacker-Angriffs geworden sind.» Das würden Analysen der IT-Sicherheit und der Forensiker bei der Telekom nahelegen, meldet die DPA.

Ein Eingeständnis, das viele Hersteller und Konzerne in letzter Zeit bemühen, (gerne mit Textbausteinen über staatliche Hacker aus Russland oder China garniert). Doch was auf den ersten Blick das eigene Verschulden bzw. die eigene Verantwortung geringer erscheinen lässt ("Es ist nicht unser Netz", "Wir haben keine falschen Knöpfe gedrückt"), offenbart auf den zweiten Blick ein viel dramatischeres Verschulden, weil es sicherheitsrelevante Vorfälle sind. Im B2B-Bereich ist die Sicherheit mittlerweile ein Hauptargument der Telekom, und ihrer "europäischen Hochsicherheitsrechenzentren".

Egal wie überraschend, wie neu und wie professionell die Attacke sein mag, wir reden hier über das größte europäische Telekommunikationsunternehmen, dessen Standard-Router für 900.000 Kunden wahrscheinlich angreifbar sind. Dann doch lieber ein Wasserschaden im RZ oder ein übermotivierter Mitarbeiter, der falsche Updates lädt. Aber eine von wem auch immer ausgenutzte Sicherheitslücke - das ist der größte anzunehmende Unfall.

Bildquelle: Thinkstock / iStock

©2019Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok