Handschrifterkennung

Handschrift-Notizen mit dem iPad in Text konvertieren

Die Technologie zur Handschrifterkennung wird immer besser, die aktuellen Apps arbeiten inzwischen recht zuverlässig.

Apps für getippte und geschriebenen Notizen finden sich im App Store von Apple in großer Zahl, vielen fehlt jedoch die Handschrifterkennung. Hierbei ist die Auswahl etwas geringer, als das iOS-Nutzer gewohnt sind. Der Grund: Die Algorithmen für die Handschrifterkennung sind eine fortgeschrittene Technologie, die nicht so ohne weiteres von einem einzelnen Entwickler umgesetzt werden kann.

Nach dem ersten Teil über Eingabestifte stellt der zweite Teil der kleinen Serie zur Handschrifterkennung auf dem iPad vier ausgewählte Apps vor. Sie funktionieren auf allen fünf iPad-Modellen, die zurzeit von Apple ausgeliefert werden. Sie besitzen aber bislang noch keine Sonderfunktionen, die nur auf dem iPad Pro nutzbar sind.

Prenreader

Der Penreader (kostenlos, in-App-Käufe) ist eine ausgesprochen praktische App für Handschrifterkennung, die auf dem iPad eingesetzt werden kann. Sie ersetzt das Touch-Keyboard durch einen Bereich für die handschriftliche Eingabe und arbeitet deshalb mit jeder beliebigen Notizbuch-App und jedem Editor zusammen. Die Tastaturfunktionalität hat den großen Vorteil, dass sämtliche Eingaben sofort in Text übersetzt werden und direkt als normale Textdatei gespeichert werden können.

Handschrifterkennung digital: Erfahren Sie mehr in unserer Rubrik
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Die Handschrifterkennung arbeitet recht gut und wird dabei von einem Sprachmodul unterstützt, das Wörterbücher in unterschiedlichen Sprachen als In-App-Kauf herunterladen kann. So kostet zum Beispiel ein Wörterbuch für Englisch 99 Cent, zusätzlich gibt es zum selben Preis diverse Einzelsprachen sowie für wenige Euro umfangreiche Sprachpakete, etwa zu allen lateinischen Sprachen.

Konfiguriert wird die Handschrifterkennung über die Penreader-App. Für den Anfang ist es sinnvoll, die Erkennungsverzögerung etwas zu vergrößern und die Korrekturhilfen auszuschalten. Das Penreader-Keyboard arbeitet während des Schreibens, sodass eine hohe Erkennungsverzögerung dafür sorgt, dass die Handschrifterkennung nicht zu schnell startet.

Writepad (German)

Das Writepad (4,99 Dollar) ist eine praktische Notizblock-App für das Eingeben von Notizen mit einem Stift oder der Standardtastatur des iPads. Im Unterschied zu anderen hier vorgestellten Apps gibt es keine Möglichkeit, Skizzen und Zeichnungen einzugeben. Die Handschrifterkennung arbeitet „on the fly“ während des Schreibens. Zusätzlich unterstützt die App auch die Eingabe von Texten mit der Tastatur, sodass eingegebenen Notizen sofort korrigiert werden können.

Die App kennt eine Möglichkeit, den Text direkt auf die Notizbuchseite zu schreiben und alternativ dazu ein spezielles Eingabefeld mit Zoomfunktion. Es besitzt zusätzliche Schaltflächen für Sonderzeichen sowie Leerzeichen, Rück- oder Eingabetaste. Normalerweise werden die Ergebnisse sofort nach der Erkennung eingefügt. Es gibt aber auch die Variante, zunächst ein Wort vollständig zu schreiben, mit der Rechtschreibprüfung abzugleichen und anschließend durch Antippen von Senden in den Notizblock einzufügen.

Das Eingabefeld für Handschrift kann zudem in anderen Apps eingesetzt werden, indem es wie Penreader als zusätzliches Keyboard in den Systemeinstellungen angemeldet wird. Dadurch ist es möglich, einen anderen Notizblock als das Writepad einzusetzen. Ein Hinweis: Die App gibt es auch in einer Pro-Version, die weitere Sprachen unterstützt. Sie kostet 9,99 Dollar.

Notes Plus

Die Handschriftenerkennung von Notes Plus (6,99 Dollar) arbeitet seitenweise: Zuerst muss eine Seite mit handschriftlichen Text gefüllt werden, dann startet ein Konvertierungsbefehl die Übersetzung in Text. Idealerweise sollte dies nach dem Ende sämtlicher Notizen, etwa nach einem Meeting oder einer Vorlesung geschehen.

Der konvertierte Text einer Seite erscheint in einem eigenen kleinen Fenster, das wie ein Editor funktioniert. Nach Antippen kann der Text korrigiert und überarbeitet werden. Anschließend wird er entweder in die Zwischenablage kopiert. Der konvertierte Text kann dann an anderer Stelle auf eine Notizseite eingefügt werden, aber auch in einer anderen App weiterbenutzt werden, etwa in einem Editor.

Sehr praktisch ist der Vergrößerungsmodus, der am unteren Rand des Bildschirms ein Zoomfeld einblendet. Nun können am unteren Rand komfortabel eingegeben werden. Die Eingabe selbst wird einem oberen Bereich in normaler Größe angezeigt. Das Zoomfeld kann über die gesamte Seite bewegt werden, sodass Eingaben an unterschiedlichen Stellen möglich sind.

GoodNotes

Die App Goodnotes (7,99 Dollar) ist in erster Linie ein guter Notizblock, der handschriftlichen und getippten Text sowie Bilder und Medieninhalte kombinieren kann. Außerdem gibt es einen Zeichenmodus, der für kleine Skizzen innerhalb der Notiz geeignet ist. Eine Handschriftenerkennung ist ebenfalls integriert, sie funktioniert allerdings etwas umständlich: Der eingegebene Text kann markiert und nach langem Antippen in herkömmlichen Text umgewandelt werden. Dabei erscheint eine kleine Box auf dem Bildschirm, deren Inhalt in die Zwischenablage kopiert werden muss.

Handschrifterkennung wird besser

Die automatische Konvertierung handschriftlicher Notizen in Text gelingt immer besser. Vor allem das iPad Pro hat hier einen starken Entwicklungsschub ausgelöst, da die dafür entwickelten Eingabestifte eine deutlich feinere Handschrift ermöglichen als die herkömmlichen Stifte. Auch die Algorithmen sind besser geworden und profitieren von der höheren Leistungsfähigkeit der neueren iPads.

Sehr praktisch ist die Möglichkeit, die Handschrifterkennung als zusätzliche Tastatur zu installieren, sodass die Nutzer auch weiterhin ihre Lieblings-App für die Eingabe von Texten nutzen können. Erst dadurch wird die Handschrifterkennung zu einem echten Werkzeug, denn kaum jemand wird deswegen seine eingeschliffenen Arbeitsabläufe verändern.

Auch die Erkennungsgenauigkeit hat sich verbessert. Inzwischen kommen die Apps besser mit flüchtiger Alltagshandschrift klar, die nicht von einem Kalligraphen stammt. Die Handschrifterkennung vollzieht hier erkennbar den Entwicklungsweg nach, den bereits die Texterkennung (OCR) und die Spracherkennung genommen haben: Die Technologie wird erreicht irgendwann ein Stadium, das sie auch für den dauernden, effizienten Einsatz im Alltag geeignet macht.

Bildquelle: Thinkstock

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