Energiecluster Digitales Lübeck

Hansestadt goes „Smart“

Smart Cities sind im Kommen – profitieren sollen davon in erster Linie die Einwohner. Einen Vorstoß macht die Stadt Lübeck, denn dort ist die Digitale Transformation „Chefsache“ und läuft auf Hochtouren, wie der CDO der Stadt, Dr. Stefan IvenS, im Interview erklärt.

  • Hansestadt goes „Smart“

    Ziel des Smart-City-Konzept ist eine intelligent vernetzte Stadt, die den Akteuren und den hier lebenden Menschen neue innovative Technologien zur Verfügung stellt.

  • Hansestadt goes „Smart“

    CDO aus dem hohen Norden: Dr. Stefan Ivens treibt die Digitalisierung der Stadt Lübeck voran.

MOB: Herr Dr. Ivens, Gotik, Hanse und Marzipan – für diese Dinge ist Lübeck weltbekannt. Wie entstand nun die Idee, aus der Traditionsstadt eine „Smart City“ zu machen?
Dr. Stefan Ivens: Bürgermeister Jan Lindenau hat die Digitale Transformation der Hansestadt zur Chefsache erklärt und dazu bereits 2018 erste Eckpunkte für eine digitale Strategie vorgegeben. Seit diesem Anstoß haben sich viele Akteure im Verein Energiecluster Digitales Lübeck e.V. zusammengeschlossen, um den Weg hin zu einer Smart City gemeinsam zu gestalten.

MOB: Welche Ziele verfolgen Sie als Stadt mit dem Smart-City-Konzept?
Ivens: Übergeordnetes Ziel ist eine intelligent vernetzte Stadt, die den Akteuren und den hier lebenden Menschen neue innovative Technologien zur Verfügung stellt und so die Hansestadt partizipativer und inklusiver sowie ressourceneffizienter und wettbewerbsfähiger macht.

MOB: Welche Hauptakteure und Stakeholder sind aktiv in das Projekt eingebunden?
Ivens: Die Akteure und Stakeholder sind aus der Bürgergesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur, Verwaltung und aus der Politik der Hansestadt Lübeck und ihren Umlandgemeinden und -kreisen. Koordiniert wird die Digitale Transformation der Hansestadt von der Stabstelle Digitalisierung, Organisation und Strategie, die direkt beim Bürgermeister angesiedelt ist. Unterstützt wird sie von Partnern wie der Travekom Telekommunikationsgesellschaft mbH oder dem Joint eGov and Open Data Innovation Lab.

MOB: Längst nicht jede Stadt hat einen eigenen CDO. Wie würden Sie Ihre Tätigkeit beschreiben?
Ivens: Mein Tätigkeitsfeld ist vielfältig und extrem spannend, denn ich darf mich jeden Tag mit neuen interessanten Themen beschäftigen, die immer das Ziel haben, die aktuelle Situation zu verbessern. Dabei befasse ich mich nicht nur mit der Entwicklung, Fortschreibung und Implementierung der Digitalisierungsstrategie, sondern auch mit der bereichsübergreifenden Koordination der Digitalisierung von Prozessen innerhalb der Verwaltung sowie Verbindung von technischen und organisatorischen Aspekten. Hinzu kommt die Koordination der Vernetzung der an der Digitalisierung beteiligten Interessengruppen in Gesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung sowie die Einbindung aller Akteure.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 11-12/2020. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

MOB: Geht es um konzeptionelle Veränderungen, ist es immens wichtig, die Bürger rechtzeitig „ins Boot zu holen“. Inwieweit werden diese in projektbezogene Entscheidungen eingebunden?
Ivens: Partizipation hat einen hohen Stellenwert in der digitalen Strategie der Hansestadt. Es wird angestrebt, alle Akteure mit einzubeziehen. Zentrale Elemente der Bürgerbeteiligung sind der Beirat „Lübeck Digital“, zentrale Beteiligungsveranstaltungen sowie das digitale Beteiligungsportal „LÜBECKüberMORGEN“.

MOB: Welches sind die wichtigsten Projekte, die Sie in der kommenden Zeit auf dem Weg zur intelligenten Stadt anstoßen werden?
Ivens: In Lübeck werden wir damit beginnen, die Basisinfrastruktur für eine Smart City zu schaffen. Dazu gehört für mich eine Smart-City-Plattform, die es ermöglicht, verschiedene Daten miteinander intelligent zu vernetzten. Dabei müssen selbstverständlich die geltenden rechtlichen Bestimmungen berücksichtigt und eingehalten werden. Außerdem sind uns Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz wichtig, weshalb wir anstreben, den Verkehrsfluss in der Stadt zu verbessern. Das erreichen wir, indem Eingriffe in den Straßenverkehr gemeinsam mit allen bauenden Organisationen koordiniert und Parkplatzsuchverkehre durch eine intelligente Steuerung reduziert werden. 

Bildquelle: Hansestadt Lübeck

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