Jenseits klassischer Audiolösungen

Headsets mit intelligenten Sensoren

Im Interview betont Oliver Jungklaus, Senior Marketing Manager DCH bei Plantronics, dass Headsets in Zukunft durch die Weiterentwicklung intelligenter Sensortechnologien und APIs zusätzliche Fähigkeiten erhalten, die über die einer klassischen Audiolösung hinausgehen.

Oliver Jungklaus, Plantronics

„Häufige Beanstandungen resultieren daraus, dass Nutzer ihre persönlichen Anforderungen vor der Headset-Wahl nur unzureichend reflektieren“, meint Oliver Jungklaus von Plantronics.

Herr Jungklaus, wie haben sich Headsets über die letzten Jahre generell entwickelt? Ist ein Trend erkennbar?
Oliver Jungklaus:
Wer die neuen Arbeitsmodelle wie Smarter Working erfolgreich verwirklichen möchte, benötigt zuverlässige und flexible Audiolösungen. Denn wo Telefonate persönliche Treffen ersetzen, zählt eine optimale Sprachübertragung auf Hörer- und Sprecherseite zu den wesentlichen Parametern einer effektiven Kommunikation und sollte in jedem Umfeld garantiert sein. Unsere professionellen Headsets eliminieren mit Noise-Cancelling-Technologien Umgebungsgeräusche und ermöglichen so eine optimale Gesprächsqualität sowie ein ungestörtes, konzentriertes Arbeiten – ob im Büro, Home Office oder unterwegs.

Was wurde vonseiten der Anwender zuletzt häufig an entsprechenden Produkten bemängelt? Wo gab/gibt es Verbesserungsbedarf bei Headsets?
Jungklaus:
Unsere Audiolösungen sind so konzipiert, dass sie unterschiedlichen Arbeitsumgebungen und -typen gerecht werden. Häufige Beanstandungen resultieren daraus, dass Nutzer ihre persönlichen Anforderungen vor der Headset-Wahl nur unzureichend reflektieren. Um Beschwerden oder Stress vorzubeugen und ein optimales Nutzererlebnis zu ermöglichen, sollten sie daher die wesentlichen Parameter vor dem Kauf klären, d.h. wo, wie intensiv und mit welchen Geräten soll das Headset genutzt werden und welche Bauform wird im Hinblick auf den individuellen Tragekomfort bevorzugt.

Was ist den Nutzern anno 2016 bei Headsets besonders wichtig?
Jungklaus:
Die wichtigsten Eigenschaften eines Headsets sind nach wie vor eine hervorragende Klangqualität, ein hoher Tragekomfort und Zuverlässigkeit. Da Business Professionals heute über verschiedene Kanäle wie Mobiltelefon, Tablet, PC-Softphone oder Festnetztelefon kommunizieren, spielt zudem die Kompatibilität bei der Wahl des richtigen Headset-Modells eine entscheidende Rolle. Angesichts neuer flexibler Arbeitsmodelle legen Nutzer darüber hinaus großen Wert auf intuitive Bedienkonzepte.

Welche Präferenz haben Business-Anwender bezüglich der „Bauform“ (Overhead, In-Ear, mit nur einer Ohrmuschel, beidseitige Ohrmuschel, kabelgebunden, kabellos...) eines Headsets? Inwiefern ist dies branchen-/berufsfeldabhängig?
Jungklaus:
Wesentlich für die Entscheidung über die Trageform ist der individuelle Komfort. Da Business Professionals ihr Headset häufig den ganzen Tag tragen und auch längere Telefonkonferenzen regelmäßig auf der Agenda stehen, ist es besonders wichtig, dass das Headset ergonomisch sitzt und stets bequem zu tragen ist. Für die Wahl der richtigen Variante sollten Nutzer daher vorher testen, womit sie sich am wohlsten fühlen, und welches Headset ihrem persönlichen Anwendungsbereich am besten gerecht wird. Schnurlose Ausführungen bieten optimale Bewegungsfreiheit im Büro, Home oder Mobile Office. Schnurlose In-Ear-Modelle eignen sich zudem sehr gut für Videokonferenzen, da sie in der Regel kompakter und daher auch etwas unauffälliger sind. In Contact Centern stehen hingegen der ganztägige Tragekomfort und hohe Fokus auf Telefonate an erster Stelle, weshalb häufig kabelgebundene Stereo-Headsets zum Einsatz kommen.

Wo liegen insbesondere die Vor- und Nachteile von einseitigen Headsets?
Jungklaus:
Einseitige Headsets erlauben es Anwendern, nahtlos zwischen verschiedenen Arbeitsumgebungen zu wechseln und dabei immer ein Ohr für ihre Umgebung frei zu haben. So können sie flexibel auf Rückfragen von Kollegen reagieren, aufmerksam am Straßenverkehr teilnehmen oder verpassen keine Durchsage am Flughafen. Stereo-Headsets ermöglichen im Vergleich in jeder Arbeitsumgebung einen stärkeren Fokus auf Telefonate und ein konzentriertes Arbeiten.

Welche Tests müssen Headsets grundsätzlich bestehen, ehe sie in die Produktion gehen können?
Jungklaus:
Alle verwendeten Komponenten werden umfassenden Tests unterzogen, bevor neue Headset-Modelle in die serielle Produktion gehen. Zusätzlich zu unseren eigenen Tests werden TCO-zertifizierte Produkte durch ein unabhängiges Prüflabor auf niedrige Emissionsraten, erstklassige Audioqualität und lange Lebensdauer getestet.

Welche zukünftigen Entwicklungen sind im Bereich „Headsets“ denkbar?
Jungklaus:
Mit integrierten Sensoren sorgen unsere Headsets schon heute für ein intuitives, smartes Nutzererlebnis. Dazu gehören beispielsweise das automatisierte Unterbrechen des Audio-Streamings durch Abnehmen sowie die automatische Anrufannahme und das Fortsetzen der Wiedergabe durch Aufsetzen der Headsets. Durch die Weiterentwicklung intelligenter Sensortechnologien und APIs werden Headsets in Zukunft zusätzliche Fähigkeiten erhalten, die über die einer klassischen Audiolösung hinausgehen. Ein spannendes neues Anwendungsgebiet ist dabei das Internet of Things, das Entwicklern von Wearables und Software großen Spielraum für Innovationen lässt.

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