Bosch und Continental

Here erhält prominente Unterstützung

Mit Bosch und Continental kann Here, niederländischer Anbieter von digitalen Karten und ortsbezogenen Diensten, heute gleich mit zwei neuen prominenten Beteiligungen aufwarten.

IoT und automatisierte Fahrzeuge

Im Rahmen der Zusammenarbeit von Here mit Bosch und Continental geht es u.a. um Neuentwicklungen rund um das Internet der Dinge und automatisierte Fahrzeuge.

Während beim Anteilserwerb durch Continental neue Systeme zur dynamischen Pflege und Aktualisierung von HD-Karten im Vordergrund stehen, geht es bei Bosch um Neuentwicklungen rund um das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT), Industrie 4.0 und autonome Technologien. Bosch-Chef Dr. Volkmar Denner erklärt dazu: „Wir sehen mögliche Synergien bei datenbasierten Services für Industrie 4.0, Smart Home und Smart City.“ Im Fokus der Zusammenarbeit sollen dabei offene Plattformen für alle Kunden im Automotive und Non-Automotive-Bereich stehen.

Mit dem Einstieg bei den Niederländern will Bosch sein Servicegeschäft stärken. Here wiederum will mit Bosch-Unterstützung ein führender Anbieter datenbasierter Echtzeitdienste auch außerhalb der Automobilindustrie werden. Zudem soll es die starke Bosch-Präsenz in Amerika, Asien und Europa erlauben, das eigene Geschäft weiter global auszubauen.

Industrie 4.0: Warenströme automatisieren

Datenbasierte Services tragen schon heute zum Wachstum von Bosch bei. Entsprechend stark ist auch die IT-Kompetenz und -Infrastruktur: Das Unternehmen verfügt weltweit über mehr als 20.000 Software-Entwickler an 120 Standorten sowie über eine eigene IoT-Cloud. Darüber hinaus bietet man mit der „IoT-Suite“ eine eigene Software-Plattform für IoT-Lösungen. Beispiele für die geplante Zusammenarbeit von Bosch und Here finden sich etwa in der Intralogistik: Mithilfe genauer Innenraum-Navigationskarten können Warenströme in Produktionswerken automatisiert und effizient bis ans Band gestaltet werden. Genauso könne beispielsweise auch Wartungspersonal ohne genaue Ortskenntnis zielgerichtet bis zur instand zu setzenden Maschine gelotst werden.

Daneben steht die vernetzte und automatisierte Mobilität im Vordergrund der Zusammenarbeit. Denn damit Autos in Zukunft alleine fahren können, sind sie auf sehr genaue Karten angewiesen. Diese müssen mithilfe von Daten der fahrzeugeigenen Sensoren aktuell gehalten und mit Echtzeitinformationen zum Verkehrsgeschehen, zu Staus, Baustellen und Unfällen angereichert werden. Wie dies funktionieren kann, zeigt Bosch mit seiner Straßensignatur. Dabei werden Informationen der Bosch-Radar- und Videosensoren im Fahrzeug genutzt, um genaue Karten anzureichern und zu aktualisieren. Hier will man die Möglichkeiten ausloten, die Straßensignatur auch zur Pflege der „Here HD Live Map“ für automatisiert fahrende Autos einzusetzen.

Bessere Bilder einzelner Streckenabschnitte

Bei Continental verspricht man sich nicht nur von der Beteiligung an Here einige Vorteile, sondern hat darüber hinaus auch eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen. Gemeinsam will man Technologien entwickeln, die genaue Daten für die effiziente Beförderung von Menschen und ihrer Güter bereitstellen. Zum Tragen kommt dabei u.a. die Erfahrung des Continental-Geschäftsbereichs Intelligent Transportation Systems (ITS) im Bereich Mobilitätsdienste und Service Operations. Elektrobit, der Software-Spezialist von Continental, soll sein Wissen in Software-Entwicklung, Cyber-Sicherheit und eingebettete Systeme beisteuern. Here wiederum will seine Expertise in den Bereichen hochauflösende digitale Karten, Software und Cloud-Dienste einbringen.

Mithilfe der „HD Live Map“ planen die Unternehmen gemeinsam Systeme zu entwickeln, die neue Anwendungen für die Fahrzeugautomatisierung und Mobilitätsdienste realisieren. So werden die Möglichkeiten einer präziseren elektronischen Voraussicht (eHorizon) für Fahrerassistenzsysteme erforscht. Fahrern und ihren elektronischen Helfern soll hiermit ein detailliertes und aktuelles Bild des vorausliegenden Streckenabschnitts zugänglich gemacht werden. Außerdem sollen Verbesserungen in der Positionsbestimmung eines Fahrzeugs auf der Straße erzielt werden, genauso wie in der dynamischen Pflege und Aktualisierung der dafür benötigten Informationen.

Bosch und auch Continental erwerben ihre jeweils fünfprozentige Beteiligung von den indirekten Here-Anteilseignern Audi AG, BMW Group und Daimler AG. Der Einstieg von Bosch steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden. Zudem haben alle Partner Stillschweigen über den Kaufpreis vereinbart.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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