MacBook Pro

Hochleistung mit Touch-ID und Touch-Bar

Das neue MacBook Pro ist "State of the Art", aber auch nicht mehr. Nur die Touch-Bar ist eine interessante Neuerung für den Profi.

Der Wettlauf geht weiter. Gesucht wird das dünnste und leichteste Notebook, das zugleich Highend-Leistung bietet. Apple setzt hier einen neuen Meilenstein in seinem Produktkatalog - von Apple-Fans lang erhofft, da die bisherigen Modelle schon ein wenig gealtert wirken.

So hat das neue MacBook Pro es endlich auch einen schmalen Rahmen um das Display. Das Notebook erscheint in zwei Größen, 13 und 15 Zoll. Das kleinere MacBook Pro ist 14,9 mm, dass größere 15,5 mm dünn. Das Gewicht: 1,36 kg und 1,81 kg.

Superdünne Notebooks sind Industriestandard

Soweit ist das allerdings nichts Besonderes, denn ähnlich dünne und leichte Notebooks sind heute guter Industriestandard. Vor allem Dell und Lenovo überbieten sich hier gegenseitig mit immer leichtgewichtigeren, ultradünnen Notebooks.

Auch die Leistungsdaten entsprechen durchaus dem Erwartbaren, sind aber nicht unbedingt an der Spitze der technologischen Entwicklung. So soll das gestern vorgestellte neue Surface Book 16 Stunden Akkulaufzeit bieten, das MacBook wird dagegen nur mit 10 Stunden angegeben.

Unter der Haube arbeiten je nach Ausführung Core-I5- oder I7-Prozessoren von Intel. Ab Werk gibt es 8 GB Hauptspeicher, der sich aber auf 16 GB ausbauen lässt. Die Daten werden auf SSD-Speicher abgelegt, hier sind bis zu zwei Terabyte möglich.

Sparsam gibt sich Apple dagegen bei den Schnittstellen, es gibt nur noch vier USB-Ports und eine Audiobuchse. Sowohl der DisplayPort-Anschluss als auch der Smartcard-Slot sind verschwunden. Für ein Profi-Notebook ist das eigentlich eine überraschende Entscheidung.

Doch eine Sache macht Apple tatsächlich anders und neu. Die hat allerdings weniger mit den reinen Leistungsdaten als mit der Bedienung zu tun. Der Startknopf beispielsweise ist nicht einfach Schalter, er besitzt jetzt einen Touch-ID-Fingerabdrucksensor. Mit ihm lässt sich das MacBook Pro entsperren und auch Apple Pay kann damit genutzt werden.

Kontextabhängige Bedienelemente in der Touch-Bar

Eine weitere Neuerung: Es gibt keine Funktionstasten am oberen Rand der Tastatur mehr, sondern ein schmales Touch-Display in OLED-Technik.  Apple nennt es Touch-Bar und ermöglicht über diese Leiste die Anzeige von Bedienelementen. Im Normalfall wird die Touch-Bar für die Funktion der Escape-Taste, der Lautstärkeregelung und der Helligkeit eingesetzt. Doch sie ist auch programmierbar.

Noch nicht viele Anwendungen unterstützen die Touch-Bar, aber die in macOS integrierten Apps wie E-Mail oder Fotos zeigen bestimmte Funktionen in dieser neuen Leiste. Ein Beispiel: Die Foto-App zeigt Thumbnails, die schnell durchgescrollt werden können. Nach dem Antippen wird das entsprechende Foto auf dem großen Display geöffnet.

Bei komplizierteren Anwendungen kann die Leiste in Abhängigkeit vom Anwendungskontext immer unterschiedliche, aktuell wählbare Funktion anzeigen. Weitere Möglichkeiten sind denkbar, die neue Leiste wird bei den Anwendungsentwicklern sicher die Kreativität befördern.

Die neue Leiste zeigt, dass die Hardware-Entwickler offensichtlich den reinen "Leistungskrieg" ausgereizt haben. Um einen Unterschied zu machen, müssen Sie sich schon etwas Neues einfallen lassen. Auch Microsoft hat mit seinem Surface Dial eine überraschende Neuerung auf dem Gebiet der Bedienung gebracht.

Auf jeden Fall überraschend ist die Entscheidung von Apple, auf einen Touchscreen zu verzichten. Der ist ja bei einem Notebook ab der Mittelklasse zum Pflichtprogramm geworden. Auch hier die Frage, ob der Verzicht darauf tatsächlich mit der Vorstellung eines Profi-Notebooks unter einen Hut zu kriegen ist.

Bildquelle: Apple

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