Anwender sind schnell enttäuscht

Hohe Erwartungen an die Qualität von Apps

Viele Anwender entfernen eine mobile App rasch wieder, wenn sie Fehler hat. Und er macht den App-Anbieter dafür verantwortlich - Imageverlust inklusive.

Mobile Apps sind optimal für die kurze Nutzung zwischendurch und werden von den Anwendern auch so eingesetzt. Ein Beispiel: Sie nutzen Nachrichten-Apps im Durchschnitt bei jedem Start nur für sechs Minuten. Interessant sind auch die Zahlen für die sozialen Netzwerke, die zwar am häufigsten genutzt werden, aber nur für durchschnittlich zweieinhalb Minuten.

Die Daten stammen von Statista und basieren auf insgesamt 1,5 Milliarden mobilen Geräten, auf denen 28.000 unterschiedliche Apps installiert waren. Bereits aus den Ergebnissen dieser Studie lässt sich ableiten, dass die App eines Unternehmens wie zum Beispiel ein mobiler Shop oder eine Marketing-App nur eine kurze Aufmerksamkeit erreichen.

Die mobile App muss in diesem knappen Zeitraum den Anwender überzeugen. Vor allen Dingen muss sie professionell entwickelt worden sein. Sobald sie installiert ist, wird die App von den Anwendern nach Arbeitsgeschwindigkeit, ihre Stabilität und Ressourcenverbrauch bewertet. Wenn sie den Erwartungen nicht entspricht, wird sie rasch wieder gelöscht.

Gut jeder zweite mobile Anwender entfernt eine App, sobald sie abstürzt oder problematische Fehler zeigt. Dies ist eines der Ergebnisse einer Studie von Dimensional Research Search im Auftrag von HP. Sie zeigt hohe Erwartungen der Anwender: Antwortzeiten von mehr als 2 Sekunden oder „Aussaugen“ der Batterie durch eine App führen bei vielen Nutzern zu sofortiger Deinstallation.

Schlechte Apps beschädigen die Markenreputation

Vor allem Intensivnutzer von Smartphones tendieren zu großer Ungeduld mit ihren Apps. Kein Wunder, gibt doch gut jeder zweite Anwender an, dass er in den letzten sechs Monaten Probleme mit einer App hatte. Und mehr als ein Viertel der Anwender ärgern sich mehrmals pro Woche über schlechte Apps.

Diese Schwierigkeiten mit unprofessionell entwickelten Mobilanwendungen können für die Unternehmen zu einer Beschädigung der Reputation führen, letztlich auch zu Umsatzverlusten. Denn etwa jeder dritte Nutzer einer fehlerhaften App macht den Anbieter für die Probleme verantwortlich. Im Falle einer Anwendung für Marketing oder Vertrieb ist das immer die Marke.

Das kann sich fatal auswirken. Denn ungefähr ein Drittel aller Anwender lässt sich in ihrer Entscheidung für oder gegen eine App sehr stark von den Benutzerbewertungen beeinflussen. Schlechte Apps führen zwangsläufig zu negativen Bewertungen und häufig auch zu genervt-aggressiven Kommentaren.

Wenn nicht gegengesteuert wird, könne dies zu einem Imageverlust führen, betonen die Autoren der Studie. Die beste Lösung zur Vermeidung solcher Probleme sei es, bei der App-Entwicklung von vorne herein die Anwenderperspektive einzunehmen und die Benutzererfahrung zu optimieren - vor allen Dingen hinsichtlich Reaktionszeit und Stabilität.

Bildquelle: Thinkstock

©2020Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok