Hotelmarketing: Interview mit Carl Michael Nägele, Thepeople

Hotel-App als Kommunikationsmedium

Im Interview bemerkt Carl Michael Nägele, Geschäftsführer der Thepeople.de GmbH, dass Hotel-Apps in der Nutzung klassische Homepages zunehmend ergänzen bzw. verdrängen werden.

Carl Michael Nägele, Thepeople

„Wichtig bei der Entwicklung einer Hotel-App ist die Programmierung eines gleiches „Look & Feel“ auf unterschiedlichen Betriebssystemen“, betont Thepeople-Geschäftsführer Carl Michael Nägele.

Herr Nägele, welche Rolle spielen Ihrer Meinung nach Mobile Apps heutzutage für Hotels?
Carl Michael Nägele:
Erfolgreiches Hotelmarketing und Vertrieb ist in Zeiten der mobilen Internetnutzung ohne eigene Hotel-App undenkbar. Hotel-Apps werden durch die technischen Möglichkeiten mobiler Endgeräte weitere Nutzungsfelder innerhalb der Hotellerie erobern und damit neben der persönlichen Betreuung der Gäste das wichtigste Kommunikationsmedium im Hotel werden.

Welche Kriterien sollten Hotel-Apps erfüllen?
Nägele:
Apps sollten einfach und intuitiv bedienbar sein, d.h. sie sollten wie Smartphones funktionieren. Apps sollten echte Mehrwerte für den Gast im Vergleich zu mobilen Webseiten bieten, wie z.B. die Nutzung von GPS, Kamera oder die Adresseingabe über „Kontakte“.

Welche Funktionen sind besonders gefragt?
Nägele:
Hotels wollen über ihre App ohne Provisionen für Hotelportale direkt buchbar sein. Wichtig ist eine Smartphone-gerechte, schöne Darstellung des Hotels über Bilder und griffige Texte mit intuitiver Navigation. Besonders zeitsparend ist z.B. die Nutzung der eigenen „Kontakte“ zum Ausfüllen der digitalen Buchungsformulare. Die Nutzung von GPS zur Lokalisierung des Hotels und für die Anfahrt ist ein ebenfalls beliebtes Feature.

Mit welchen Herausforderungen ist die Entwicklung von Hotel-Apps verbunden?
Nägele:
App-Entwickler sind mit ständigen Updates der Betriebssysteme und den damit verbundenen neuen Möglichkeiten konfrontiert. Das ist Chance und Herausforderung zugleich. Wer ständige Änderungsanforderungen schnell und kostengünstig bewältigen will, benötigt im Hintergrund ein Content-Management-System (CMS) zur einfachen Aktualisierung der App.

Welche Rolle spielt hierbei das Betriebssystem?
Nägele:
Wichtig bei der Entwicklung einer Hotel-App ist die Programmierung eines gleichen „Look & Feel“ auf unterschiedlichen Betriebssystemen. Klingt einfacher, als es sich manchmal darstellt.

Für welche Hotels haben Sie bereits Apps kreiert und wie gestaltete sich der Entwicklungsprozess?
Nägele:
Sonnenalp Ressort, D-Ofterschwang, Flair Hotels, Ochsenfurt, Walser Hof, Ahirschegg, Sauerland Stern, D-Willingen, Bayerischer Hof, D-Kempten und viele weitere Hotels. Gemeinsam ist bei allen Hotel-Apps eine Vorlaufphase, z.T. mit Workshop, um die Inhalte und Marketingschwerpunkte festzulegen. Die Entwicklung der individuellen App nimmt ab Content-Bereitstellung ca. vier Wochen bis zur Anmeldung in den App Stores von iOS und Google ein.

Inwiefern sind die Hotels selbst an der Entwicklung beteiligt?
Nägele:
Die Hoteliers geben den Basis-Input und liefern den Inhalt (Bilder, Texte, Links, Buchungssysteme, etc.) Nach Fertigstellung der Hotel-App bringen die beteiligten Hotels Updates und Anpassungsideen ein, die wir zügig umsetzen.

Welchen Einfluss nimmt die Zunahme an Hotel-Apps auf das Hotelbuchungsgeschäft?
Nägele:
Apps ermöglichen die Buchung mit mobilen Endgeräten. Hotels, die das nicht anbieten, sind für Vielreisende praktisch nicht erreichbar. Hotel-Apps werden in der Nutzung klassische Homepages zunehmend ergänzen bzw. verdrängen, da sie dem Gast mehr Möglichkeiten, d.h. mehr Convenience bieten.

Haben klassische Reisebüros Ihrer Meinung nach aufgrund der zahlreichen Buchungs-/Hotel-Apps am Markt zukünftig ausgedient?
Nägele:
Die Verbreitung von Hotel-/Buchungs-Apps wird bei Nutzern von Smartphones zu einer massiven Zunahme von Direktbuchungen führen. Dies betrifft die hochklassige Sternehotellerie genauso wie Businesshotels. Hotels werden es sich nicht leisten können, keine adäquate Präsenz auf mobilen Endgeräten zu haben. Diese Buchungen, auch für längere Urlaubsintervalle, gehen den Reisebüros verloren. Es wird allerdings in den nächsten Jahren nach wie vor Gäste geben, die die Dienste von Reisebüros in Anspruch nehmen werden. Hier steht der Aspekt der persönlichen Beratung im Vordergrund, d.h. die Reisebüros werden sich auf Individuelle, hochpreisige Reisen konzentrieren.

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