Last-Minute-Deals: Interview mit Michel Albert, Hotel.de

Hotelbuchung via Smartphone

Interview mit Michel Albert, Head of Product Management bei der Hotel.de AG, über Buchungsapplikationen, die Herausforderung bei deren Entwicklung und die Bedeutung von Last-Minute-Apps

Michel Albert, Hotel.de

„Last-Minute-Apps sind ein interessantes Konzept“, meint Michel Albert, Head of Product Management bei der Hotel.de AG.

Herr Albert, welche Rolle spielt das Thema „Mobility“ heutzutage für Hotel.de?
Michel Albert:
Das Thema „Mobility“ spielt bereits heute eine wichtige Rolle für uns, wird zukünftig aber noch stark an Bedeutung gewinnen. Das Smartphone ist für uns nicht nur ein Werkzeug, um ein Hotel zu buchen, sondern ein „Vor-Ort-Begleiter“, um dem Kunden alle Fragen rund um das Hotel beantworten zu können.

Wann und vor welchem Hintergrund haben Sie sich entschieden, Ihre Dienstleistungen auch über eine App anzubieten?
Albert:
Anfang 2010 haben wir bereits eine mobile Webseite gelaunched und Ende 2010 mit der iPhone-App unsere erste mobile Applikation.

Welche Kriterien sollte die App erfüllen?
Albert:
In erster Linie sollte sie – wie im Web auch – dem Kunden einen Nutzen bringen, und zwar in der einfachsten und komfortabelsten Weise, die möglich ist. In unserem Fall war das bisher die Möglichkeit, eine riesige Auswahl von Hotels einfach und günstig über Smartphone oder Tablet buchen zu können. In der Zukunft wird der Buchungsvorgang durch weitere Services angereichert werden.

Wer hat die App entwickelt und wie sind Sie bei der Auswahl des App-Entwicklers vorgegangen?
Albert:
Bei der Entwicklung unserer Apps arbeiten wir eng mit mehreren Agenturen zusammen. Bei der Auswahl war uns vor allem eine mobile Expertise wichtig und die Möglichkeit einer direkten und offenen Kommunikation.

Inwiefern waren Sie selbst an der Entwicklung beteiligt?
Albert:
Sowohl die Entwicklung als auch das User Interface werden durch interne Ressourcen begleitet. Wir sehen uns und die Agentur als Teil eines Teams, welches sehr verzahnt vorgehen muss, um die Qualitätsstandards durchgängig von Web bis Mobile auf einem Level halten zu können.

Welche Herausforderungen gab es bei der Umsetzung zu bewältigen und wie lange dauert sie?
Albert:
Die Herausforderungen, denen wir uns gestellt haben, waren vor allem bezogen auf die für den Nutzer nicht sichtbaren komplexen Prozesse eines Hotelreservierungssystems und die Performance, die auch in einer mobilen Anwendung oder App selbstverständlich stimmen muss. Gerade in den Anfangsphasen mussten wir dazu den Agenturen erst einmal beibringen, welche Themenstellungen aus unserem Bereich der Hotelreservierung hervorgehen.

Für welche Betriebssysteme und Endgeräte wurden die Apps entwickelt?
Albert:
Wir bieten aktuell Apps für iPhone, iPad, Windows Phone und Android-Smartphones an sowie eine mobile Webseite für alle Geräteklassen und Device-Größen.

Welche Funktionen bieten Ihre Apps aktuell? Inwiefern sind noch Erweiterungen geplant?
Albert:
Der Kern unserer Apps ist selbstverständlich das Suchen und Buchen eines Hotels. Darüber hinaus bieten wir allerdings noch viele Funktionen, die auf den mobilen Anwendungsfall zugeschnitten sind und dem Nutzer helfen sowie das Leben erleichtern sollen. In der iPhone-App bieten wir z.B. eine Live View, d.h. wir blenden dem User die umliegenden Hotels direkt in das Live-Bild seiner Kamera ein. Für den routinierten Vielbucher bieten wir seit unserem letzten Release 2.1 die Funktion „swipe-2-book“ an, d.h. der Anwender kann direkt aus der Ergebnisliste in die Buchung des Hotels springen. Die Liste der Funktionen ist lang, so könnte man noch die Integration der Routenplanung, die Möglichkeit der Einlösung von Hotel.de-Gutscheinen oder die Integration von Passbook nennen.

Das iPad wird vom Nutzer bekanntlich eher weniger im mobilen Kontext genutzt als zu Hause auf dem Sofa. Dieser Nutzungssituation tragen wir Rechnung und bieten Funktionen wie das Hotelduell an, d.h. Nutzer können hier spielerisch die Hotels in ihrer engeren Auswahl gegeneinander antreten lassen, um leichter das für sie perfekte Hotel finden zu können.

Weitere Funktionen in unseren Apps sind selbstverständlich geplant, wie diese jedoch genau aussehen werden, verraten wir noch nicht. Am besten einfach die Apps installieren und sich von den weiteren Updates überraschen lassen!

Welche Bedeutung schreiben Sie „Last-Minute“-Apps allgemein zu – und insbesondere für Geschäftsreisende? Und welche Rolle spielen „Last-Minute“-Apps für Hotel.de?
Albert:
Last-Minute-Apps sind ein interessantes Konzept, welches eine Nische belegt, die für manche Buchungskunden – auch Business – interessant sein kann. Wir sehen dies allerdings eher als Teil unseres Hotel.de-Kernproduktes. Unsere Kunden erwarten durchgängig die besten Preise und den besten Service – deshalb haben wir unsere Last-Minute-Deals sowohl in unsere App als auch auf unsere Webplattform integriert. Im Gesamtkontext der Buchungen spielen Last-Minutes-Apps nicht die Hauptrolle in der Hotellerie. Dennoch sind sie ein schönes Instrument für Hotels, um evtl. auch kurzfristige Buchungen zu generieren und damit die Auslastung zu erhöhen.

Haben klassische Reisebüros Ihrer Meinung nach zukünftig ausgedient?
Albert:
Nein. Es gibt einen großen Anteil von Buchungen, der nach wie vor über klassische Reisebüros stattfindet – sei es wegen der persönlichen Beratung oder der Integration in die Unternehmensstruktur großer Konzerne. Die Onlinebuchung wird zukünftig trotzdem weiter zulegen. Auch Lösungen,wie Paperlesstravel, das wir beispielsweise unseren Großkunden anbieten, sind ein Service, bei dem sich klassische Reisebüros schwer tun.

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