Dank Mobilcomputer und maßgeschneiderter App ist eine effektive fehlerlosere Inventur möglich
Schiere Größe ist gerade in der heutigen Zeit kein absoluter Garant mehr für Erfolg. Discounter und Supermarktketten setzen sich gegenseitig unter Druck, Verbraucher achten mit scharfem Auge auf Preise, und auch die Lieferanten wollen etwas verdienen. Da kann es nicht schaden, ein Ass mehr als die Konkurrenz im Ärmel zu haben. Und wenn beim Preis die Gestaltungsmöglichkeiten erschöpft sind, kann man mit besserem Service punkten. Genau das hat sich die Großhandelssparte der Lüning GmbH im Jahr 2020 zum Ziel gesetzt.
Die Idee: kleinen Einzelhändlern, die ihre Waren über Lüning beziehen, bei der Inventur helfen. Und zwar richtig. „Unsere Kunden sind ja verpflichtet, einmal im Jahr Inventur zu machen“, so Hendrick Bussiewecke, IT-Systemadministrator bei Lüning, „und dafür nutzten sie bislang bestimmte mobile Datenerfassungsgeräte. Doch dafür gab es inzwischen kaum noch Ersatzteile. Und auch die Software, die noch auf DOS basiert, war hoffnungslos veraltet.“
Kunden von Lüning nutzten die älteren Mobilcomputer mit Datenerfassung nicht nur für die Inventur, sondern auch, um neue Waren zu bestellen. Dafür waren diese an das jeweilige Warenwirtschaftssystem angebunden, etwa an Dewas. „Die Geräte waren lange Zeit im Einsatz“, erinnert sich Bussiewecke, „und früher wurden die Bestellungen sogar noch per Modem oder gar per Akustikkoppler gemacht.“ Das war lange, bevor sich das World Wide Web durchsetzte, und noch länger vor der ersten Suchmaschine.
Immer mehr Geräte fielen immer häufiger aus und ließen sich kaum noch reparieren. Zudem war die Bedienung schlicht nicht mehr zeitgemäß. Je nach Beleuchtung erfassten die Systeme die Strichcodes oft schwer oder gar nicht. Bussieweckes: „Für Updates gab es keine Partner mehr und uns wurde klar: Das ist einfach eine tote Technik. Diese wollten wir ersetzen.“
Ein geeigneter Partner, der bei der richtigen Auswahl der passenden Mobilcomputer beraten sowie eine entsprechende App zur Datenerfassung und -weitergabe programmieren kann, musste gefunden werden. Die Recherche brachte die Lüning GmbH mit der Aisci Ident GmbH in Bad Salzuflen zusammen. Sich einen Profi mit genau diesen Kompetenzen an die Seite zu holen, erschien dem Anwender vor allem aus zwei Gründen sinnvoll: für die professionelle Beratung bei der Wahl zwischen so vielen verschiedenen Geräten und zur Programmierung einer maßgeschneiderten App. „Unser Kerngeschäft ist der Groß- und Einzelhandel mit Lebensmitteln“, so Bussiewecke, „und natürlich haben wir auch eine IT-Abteilung und eigene Programmierer. Aber wir haben wenig Erfahrung in der Programmierung einer App, da brauchten wir Unterstützung, das war von Anfang an ganz klar.“
Im Jahr 2020 startete das gemeinsame Projekt. Zunächst beriet der Dienstleister den Lebensmittelhändler bei der Auswahl der mobilen Datenerfassungsgeräte. Diese müssen grundsätzlich leicht bedienbar sein, zuverlässig und schnell Daten erfassen sowie handlich genug sein, um im Alltag eines Supermarkts zu bestehen. Bussiewecke: „Der Dienstleister hat uns verschiedene Testgeräte zur Verfügung gestellt. Das hat eine große Rolle gespielt bei der Auswahl des Gerätetyps.“
Schlussendlich entschied sich die Lüning GmbH für den Mobilcomputer Zebra TC-52, der für diesen Fall eine ideale Mischung aus Full-Touch-Handheld mit professionellem Scanner für viele Anwendungen bietet. Konzipiert für Indoor-Einsätze, ist der Mobilcomputer insbesondere für Einsätze im Einzelhandel oder im Lager geeignet. Der Clou: Das Modell bietet genau die Leistung und den Komfort, den die Nutzer von ihren eigenen Smartphones gewohnt sind – das System arbeitet mit Android.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 07-08/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Bei der Programmierung der App einigten sich Dienstleister und Anwender auf enge Testzyklen, um ein agiles Arbeiten nah an den tatsächlichen Anforderungen zu gewährleisten. „Wir haben immer wieder kurzfristig getestet und angepasst“, beschreibt Bussiewecke, „das ging einige Male hin und her, bis wir eine Lösung hatten, die genauso reagiert, wie wir wollten.“ In diesem Jahr sind die App sowie die Mobilcomputer zum ersten Mal im Einsatz bei den Kunden von Lüning und die Inventuren laufen so gut wie reibungslos. Auch bei den ganz kleinen Kunden, von denen viele gar kein Warenwirtschaftssystem nutzen. „Sobald die Inventur abgeschlossen ist, melden sich unsere Kunden bei uns, wir rufen die Daten ab und werten diese aus. Im Anschluss erzeugen wir ein PDF und schicken das unseren Kunden – die leiten es an ihre Steuerberater weiter.“
Bildquelle: Aisci