SportTech

Im digitalen Wandel zum Wirtschaftsfaktor

Die Digitalisierung macht auch vor Sport nicht halt und führt zu einem schnellen Wandel mit vielen digitalen Produkten.

SportTech als Wirtschaftsfaktor

SportTech als Wirtschaftsfaktor

Leibesübungen im Turnverein waren gestern, Sport ist heute ein europaweiter Wirtschaftsfaktor. Laut einer EU-Studie erwirtschafteten Sportunternehmen 2018 einen Umsatz von 81,5 Milliarden Euro, 2016 waren es nur 14,6 Milliarden Euro. Den größten Teilsektor bildet dabei der Einzelfachhandel mit Sportgeräten, etwa Sportschuhe, Campingartikel, Fahrräder oder Boote.

Neue oder verbesserte digitale Technologien ermöglichen Produktinnovationen, die das Wachstum weiter vorantreiben. Besonders erfolgreich sind zum Beispiel Fitness-Armbänder, die sportliche Leistungen messen und analysieren. Die von Fitness-Trackern ermittelten Daten wiederum können nicht nur von Ärzten, Fitnesstrainern oder den Sportlern selbst als Basis für individuelle Trainingsmethoden genutzt werden, sondern spiegeln auch Trainingserfolge wider. Der letzte Trend: Wearables ermöglichen unsichtbares Tracking durch in Kleidung integrierte Sensoren.

Wearables und Fitness-Apps sind der Renner

Im SportTech-Markt ist ein Wachstum vor allem in der Bevölkerung bei Hobbysportlern zu beobachten. Das zeigt sich vor allem an zahlreichen Events wie Firmenläufen, Halbmarathons und Marathons. Der Fitness-Markt wächst ebenso, denn immer mehr Menschen in Deutschland (12,5 Prozent) besuchen regelmäßig ein Fitnessstudio; in anderen europäischen Ländern wie Norwegen (19 Prozent) oder Schweden (21 Prozent) sind es sogar noch mehr.

Mit der steigenden Popularität digitaler Sportprodukte sind Wearables und Apps für Hobbysportler im Preis gesunken. Durch ihre Möglichkeiten nähern sich Hobbysportler mehr und mehr dem Profi an. Smarte Sportbekleidung, effektives und individuelles Training oder eine darauf abgestimmte Ernährungsweise sind dank Digitalisierung einfach und unkompliziert. Die modernen digitalen Sportgeräte nehmen dabei mehr und mehr die Rolle des Trainers ein.

Die Digitalisierung des Sports betrifft allerdings nicht nur Produkte, sondern auch die Kommunikationswege. Drittmedien wie Presse oder TV leisten zwar immer noch ihre Arbeit, aber die Spieler, der Verband oder der Club selbst (beispielhaft beim Profifußball) übermitteln heute selbst Informationen direkt an die Fans – über Social-Media-Plattformen wie Facebook, Twitter oder Instagram.

Sport-Tech – Wachstumssektor für Startups

Ein weiteres Merkmal der Digitalisierung im Sport: Auch Unternehmen, Marken und Sponsoren schieben sich Spieler, Club, Verband und Fans. Profispieler werden dabei zu weltweit agierenden Markenbotschaftern, etwa als Influencer auf Instagram. Auch das Konsumverhalten der Fans hat sich verändert. Sie verfolgen die Spiele nicht mehr nur live im Fernsehen oder Internet, der "Second Screen" etwa auf dem Smartphone und Plattformen bringen ein erweitertes Live-Erlebnis.

Das Wachstum des Wirtschaftsfaktors Sport zeigt sich auch an der wachsenden Zahl der SportTech-Startups. In Europa sind es heute bereits mehr als 1.000, viele davon sich in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Skandinavien. Ihr Erfolg zeigt sich an den stetig steigenden Investments: Im Jahr 2013 lag das investierte Kapital lediglich bei 42,8 Millionen Euro, 2017 bereits bei 135 Millionen Euro, ermittelte der European SportsTech Report 2018. Dabei ist die SportTech-Szene recht bunt, sehr unterschiedliche Startups wollen vom Trend zu digitalen Technologien im Sport profitieren.

Freeletics

www.freeletics.com

Die mittlerweile in fünf Sprachen und 140 Ländern erhältliche Fitness-App Freeletics bietet dem Nutzer individuelle Trainingspläne und Workouts. Schon 2012 wurde das Münchner Startup ins Leben gerufen. Anhand des Nutzerprofils entwickelt der „digitale Coach“ Trainings- und Ernährungsprogramme, die auf den Anwender, dessen Ziele und sein Feedback zugeschnitten sind. Der Vorteil: Nutzer können frei entscheiden, wann und wo sie trainieren, da sie an keinen Kurs oder bestimmtes Equipment gebunden sind. Mithilfe der Freeletics-Community auf Facebook können Nutzer zudem „Training Spots“ in ihrer Stadt finden. So können sie sich mit anderen Sportlern zum gemeinsamen Training treffen, was neben dem Publizieren von Trainingserfolgen auf Social-Media-Plattformen die Motivation steigert.

Clim8

www.myclim8.com

Eine etwas andere Art der Digitalisierung des Sports hat das Startup Clim8 auf den Markt gebracht. Das französische Unternehmen hat ein Shirt mit im Stoff verbauten Sensoren entwickelt, die die Temperatur des Kleidungsstückes dem individuellen Wärmebedürfnis des Trägers anpassen. Gesteuert wird das Ganze über eine App, in der der Nutzer neben Alter, Geschlecht, Größe und Gewicht auch seine speziellen Bedürfnisse angibt. Die App mit dem „intelligenten Thermalsystem“ erwärmt die Kleidung automatisch, wenn dem Nutzer kalt ist.

Kicktipp

www.kicktipp.de

Das Startup Kicktipp aus Düsseldorf bietet ein Online-Portal, auf dem Nutzer private Fußballwetten mit Kollegen oder Freunden organisieren können. Mittlerweile gehört das Portal zu den erfolgreichsten dieser Art im Internet, bei der EM 2016 sollen mehr als 3,5 Millionen Menschen ihre Tipps dort abgegeben haben. Von der WM 2014 bis zur EM 1016 ist das Startup um mehr als 30 Prozent gewachsen. Erlöse erhält das Unternehmen aus Bannerwerbung bei großen Events, Bundesliga-Tippspielen und Premium-Paketen für Wetten unter Firmenkollegen.

Sponsoo

www.sponsoo.de

Das 2014 in Hamburg gegründeten Startup Sponsoo bietet eine Online-Plattform, die Unternehmen mit Sportvereinen und Sportlern mit dem Ziel des Sponsoring zusammenbringen will. Ist ein Unternehmen interessiert, kann es auf der Plattform unter mehr als 4.000 Mannschaften nach Sportart, Preissegment und Art des Engagements auswählen. Im Prinzip kann sich jeder noch so kleine Verein oder Sportler dort kostenlos anmelden und nach einem Sponsor für seine Trikots suchen. Bereits seit 2015 arbeitet das Startup mit der erfolgreichen Sportmarketing-Agentur Jung von Matt/sports zusammen.

Bildquelle: Thinkstock

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