Nachgefragt bei Peter Damerau, Motorola

Im Freihandmodus nutzbar

Interview mit Peter Damerau, Vertriebsdirektor BOS bei Motorola Solutions Germany GmbH

Peter Damerau, Motorola Solutions Germany GmbH

Peter Damerau, Vertriebsdirektor BOS bei Motorola Solutions Germany GmbH

Herr Damerau, wie ist es hierzulande in der Polizeipraxis um die Nutzung von mobilen Endgeräten wie Smartphones und Tablets bestellt?
Peter Damerau:
Mobile Endgeräte werden heute bereits bei der Polizei, aber auch bei anderen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) für dienstliche Anwendungen mit eigenen Applikationen eingesetzt. Neben Businessgeräten nutzen Sicherheitsorganisationen im öffentlichen Sektor verstärkt auch Kommunikationslösungen, die speziell für den professionellen Einsatz entwickelt wurden. Dazu gehören beispielsweise mobile Computer wie der Motorola MC67, der speziell dafür entwickelt wurde und die hohen Anforderungen an Robustheit, Sicherheit, Zuverlässigkeit, Geräteverwaltung, eine mehrjährige Geräteverfügbarkeit sowie Service erfüllt.

Welche wichtigen Charakteristika bzw. Funktionen sollte ein Rugged Device für den effektiven Polizeieinsatz auf jeden Fall aufweisen?
Damerau:
Professionelle mobile Endgeräte müssen eine hohe mechanische Stabilität bieten, um den täglichen Anforderungen auch in rauen Umgebungen gerecht zu werden. Eine IP-Schutzklassenzertifizierung garantiert die Widerstandsfähigkeit gegen Wasser, Staub oder außerordentliche Temperaturbedingungen. Neben der besonderen Robustheit müssen die mobilen Geräte intuitiv bedienbar und auch im Freihandmodus nutzbar sein, damit Einsatzkräfte schnell reaktionsfähig sind.

Könnten Sie uns bitte kurz ein konkretes Einsatzszenario Ihrer Rugged Devices bei einer Polizeibehörde in Deutschland, Österreich und der Schweiz schildern?
Damerau:
Ein Beispiel ist die Aufnahme von Unfällen. Früher mussten die Einsatzkräfte die Personen- und Unfalldaten in Papierlisten eintragen, um die Vorfälle zu dokumentieren, und separat Fotos aufnehmen. Die Daten wurden dann in einem zweiten Schritt in das IT-System der Polizei eingegeben. Dies bedeutete nicht nur einen höheren Zeitaufwand, sondern auch eine gesteigerte Fehleranfälligkeit. Heute können die Einsatzkräfte Protokolldaten direkt in ihren mobilen Computer eingeben sowie Fotos aufnehmen und in Echtzeit an die Datenbanken der Behörde übertragen. Daten können außerdem am Einsatzort abgefragt werden – ein deutlicher Effizienzgewinn.

Worauf kommt es bei der Verbindung der mobilen Endgeräte mit polizeilichen Leitstellen oder Datenbanksystemen wie POLAS/INPOL vor allem an, zum Beispiel hinsichtlich Sicherheit, Schnelligkeit, Datenaustausch/-konsistenz?
Damerau:
Vor allem die Kompatibilität mit den IT-Systemen der Polizei und angeschlossener Behörden sowie höchste Standards beim Datenschutz spielen eine wichtige Rolle. Hierbei kommt der Datenverschlüsselung eine große Bedeutung zu, um eine sichere Übertragung der Daten zu gewährleisten. Neueste Technologien wie unser Unternehmens-Tablet ET1 verfügen beispielsweise über ein modifiziertes Android-Betriebssystem, das eine höhere Datensicherheit bietet als herkömmliche Consumer-Lösungen.

Wie ist die Funktionsfähigkeit der Polizei-Devices garantiert, wenn die Mobilfunkabdeckung einmal nicht gegeben ist – Stichwort „weiße Flecken“?
Damerau:
Die deutschen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) führen derzeit flächendeckend Tetra-Digitalfunk ein, um zu jeder Zeit und an jedem Ort unabhängig von öffentlichen Mobilfunknetzen eine zuverlässige Kommunikation zu garantieren. Im Gegensatz zu professionellen Funklösungen sind mobile Endgeräte wie Smartphones, Tablets oder mobile Computer in einigen Funktionen von der Verfügbarkeit des öffentlichen Mobilfunknetzes abhängig.

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