Neuer, schwieriger Markt

Indien im Fokus von Apple

Ein Überblick zu den Hintergründen von Tim Cooks Business Trip nach Indien. Die Chancen dort sind groß. Ebenso die Risiken: Facebook ist auf dem Subkontinent krachend gescheitert. Auch dazu gibt es neue Insider-Informationen.

Apple-Chef Tim Cook besucht zur Zeit Indien, die bevölkerungsreichste Demokratie der Welt. In Bengaluru will der US-Konzern ab 2017 indische App-Entwickler unterstützen, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. In Hyderabad ist ein Technikzentrum geplant.

In Indien gibt es für ihn viel zu tun, magere 2,5 Prozent Martkanteil der viel zu teuren Apple-Produkte in Indien sind ausbaufähig. Die Lage ist natürlich auch eine große Chance angesichts gesättigter Märkte im Norden

Apples günstigstes iPhone SE kostet in Indien 580 Dollar, ein Smartphone im Schnitt aber nur 160 Dollar. Ob der Plan, gebrauchte iPhones in Indien zum reduzierten Preis zu verkaufen, eine gute Idee ist? Eine stolze Nation mit B-Ware abzuspeisen, kann psychologisch auch nach hinten los gehen. Zudem sind die Regeln in Indien streng, was gebrauchte und nicht im Land gefertigte Geräte betrifft. 

Mehr Hintergründe zu Apples Bemühen um den Massenmarkt Indien auf der empfehlenswerten Seite 8MRD, die einen engagierten Blick auf Schwellenländer wirft.

Auch über diese Regeln und mögliche Außnahmen will Cook mit Premierminister Narendra Modi verhandeln. Doch Vorsicht: Eine Warnung ist das Scheitern von Facebooks Internet.org-Initiative in Indien. Der 2014 geplante Deal mit Providern sollte in Indien einen kostenfreien, aber eingeschränkten Zugang zum Internet bieten. Was zugänglich sein sollte, das wollte Facebook entscheiden. Die Hintergründe hat Rahul Bhatia im Guardian jetzt detailiert aufbereitet. Ein lesenswertes Stück über Fehleinschätzungen, westliche Hybris, internationale Strippenzieher und Meinungsmache.

Insbesondere der letzte Aspekt ist vor dem aktuellen Hintergrund der händischen Manipulationen an den News-Trends durch Facebook besorgniserregend: In der bevölkerungsreichste Demokratie der Welt schreckte Facebook nicht davor zurück, jeden Nutzer beim Login aufzuordern, in der Sache für Facebook Partei zu ergreifen und per Klick E-Mails an die zuständige Behörde zu schicken. Die heftige PR-Schlacht endete jedoch übel für Facebook, die indischen Behörden untersagten Providern Dienste, die die Netzneutralität verletzen.

UPDATE: Auch interessant: Warum Snapchat der Markt Indien egal ist

Bildquelle: Thinkstock / iStock

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