Personalausfälle vermeiden

Industrie-Handhelds: Welche Rolle spielt die Ergonomie?

Im Gespräch erläutert Marco Rach, Marketing-Manager von Panasonic, wie Handhelds beschaffen sein müssen, um mit den Herausforderungen von Industrie 4.0 zurecht zu kommen, und welche Rolle die Ergonomie der Geräte dabei spielt.

Marco Rach, Panasonic

„Die Ergonomie von Industrie-Handhelds ist ein maßgeblicher Faktor für einen produktiven Einsatz bei Kunden“, betont Marco Rach von Panasonic.

Herr Rach, was sind aktuell die wichtigsten Einsatzgebiete von klassischen Handhelds?
Marco Rach:
Klassische Handhelds sind in puncto Funktionalität und Leistungsfähigkeit stark eingeschränkt. Nach wie vor werden sie dennoch zum Scannen von Barcodes und für elektronische Unterschriften eingesetzt – etwa im Warenlager oder bei der Auslieferung von Zustelldiensten.

Noch immer gibt es zahlreiche Unternehmen, die ihre Mitarbeiter mit diversen Gerätschaften für unterschiedliche Aufgaben ausrüsten: So haben etwa Auslieferfahrer von Paketzustell- und Kurierdiensten in ihren Fahrzeugen neben einem klassischen Handheld oftmals zusätzlich noch ein externes Navigationsgerät sowie ein Smartphone parallel im Einsatz. Dass damit kein produktives Arbeiten und auch keine effizienten IT-Prozesse möglich sind, ist offensichtlich.

Wie muss ein Handheld konkret beschaffen sein, um mit den Herausforderungen von Industrie 4.0 zurecht zu kommen?
Rach:
Nicht nur klassisch im Bereich Logistik, sondern auch generell in unterschiedlichsten Unternehmensbereichen wie etwa in der Produktion werden Handhelds und „Scanning“ immer bedeutender. Speziell im Logistikumfeld stehen Unternehmen und insbesondere die Angestellten vor folgenden Alltagshürden: Der Leistungsdruck steigt aufgrund des zunehmenden Transportaufkommens und immer kürzerer Lieferzeiten. Langsame und umständliche Scan-Prozesse mit älteren Geräten sind hier nicht mehr wirtschaftlich und schaden der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit.

Die von uns in Auftrag gegebene Studie „Produktivität von Barcode-Scannern“ zeigt, dass 60 Prozent der Mitarbeiter von Zustellunternehmen, Warenlagern und in der Logistik ihre mobilen Barcode-Scanner wenig effektiv finden. Kurze Akkulaufzeiten (46 Prozent), schlechte Lesbarkeit des Bildschirms (27 Prozent), geringe Unterschriftsensibilität (19 Prozent), Schwierigkeiten beim Scannen (14 Prozent) und fehlgeschlagene Scan-Vorgänge (14 Prozent) sind die häufigsten Beschwerden in Bezug auf die genutzten Geräte von Seiten der Befragten. Auch wurde die fehlgeschlagene elektronische Erkennung von Unterschriften als Produktivitätshemmnis moniert. Die drei meistgenannten Vorschläge zur Verbesserung des Scannens und der elektronischen Unterschrifterfassung waren: ein präziser Eingabestift (49 Prozent), ein Gerät mit ergonomisch angewinkeltem Barcode-Scanner (36 Prozent) und eine bessere Lesbarkeit des Bildschirms im hellen Sonnenlicht (22 Prozent).

Letztendlich müssen die Geräte heute vielseitig wie ein Multifunktions-Tool sowie ausdauernd und benutzerfreundlich sein, um Unternehmen zu einem signifikanten Produktivitätsvorteil zu verhelfen: einerseits leistungsstark und für unterschiedliche Aufgaben (Scanning, Navigation, Kommunikation per E-Mail und Telefonie, digitale Unterschrift) verwendbar, und andererseits ergonomisch geformt und robust, damit die Nutzer bei der täglichen, dauerhaften Handhabung keine gesundheitlichen Schäden davontragen und für die Unternehmen keine kostenaufwändigen Ausfälle von Personal und technischem Equipment entstehen.

Welche Bedeutung schreiben Sie allgemein der Ergonomie von Industrie-Handhelds zu – für einen effektiven Einsatz der Geräte in Industrie-4.0-Umgebungen?
Rach:
Die Ergonomie von Industrie-Handhelds ist ein maßgeblicher Faktor für einen produktiven Einsatz bei Kunden. Insbesondere in Einsatzbereichen, in denen die Geräte nicht nur täglich, sondern auch dauerhaft genutzt werden, ist die Ergonomie ausschlaggebend. Beispielsweise leiden Logistikmitarbeiter, die täglich hundertfach die gleichen Bewegungen beim Scannen ausüben, deutlich unter veralteten und schlecht designten Geräten. Das schadet nicht nur der Gesundheit der Angestellten, sondern auch nachhaltig der Produktivität.

In unserer Studie „Produktivität und Gesundheit beim Einsatz von Barcode-Scannern“ berichteten 63 Prozent der Befragten aus der Logistikbranche von Handgelenks- oder Armproblemen bzw. Schmerzen, die bei 69 Prozent sogar zu durchschnittlich zu 2,75 Krankheitstagen im Jahr führten. Verursachte Kosten für den Arbeitgeber: 360 Euro pro Tag pro erkranktem Mitarbeiter.

Daher konzentrieren wir uns bei der Entwicklung unserer Geräte neben unseren Display- und Robustheitstechnologien für langlebige Produkte und hohe Geräteverfügbarkeiten auch auf das ergonomische Design für eine gesundheitsschonende Nutzung.

Welche Möglichkeiten der Befestigung/Halterungen/Aufbewahrungsoptionen gibt es für jene Geräte?
Rach:
Docking-Optionen sowie Halte- bzw. Tragesysteme sind für den Großteil der Kunden enorm wichtig und ein wesentlicher Bestandteil der Lösungen. Hier haben wir mit einer Inhouse-Abteilung für Planung, Entwicklung und Zertifizierung von modellspezifischen Docking-Lösungen sowie spezialisierten Partnern eine Kompetenz aufgebaut und können individuell auf Kundenwünsche eingehen. Das stellt sicher, dass das Zubehör weltweit zur selben Zeit auf dem Markt kommt wie die entsprechenden Geräte und wir den Kunden maßgeschneiderte Lösungen aus einer Hand anbieten können – von der Handschlaufe bis zur fahrzeugspezifischen Docking-Lösung auf Flurförderzeugen.

Für Logistikprozesse bieten wir eine Alternative zu fest installierten Stapler-Terminals: Eine Weiternutzung der mobilen Rechner, sofern das Fahrzeug defekt ist oder gewartet wird, sowie die Nutzung neben dem Fahrzeug und mit Docking-Lösung darauf ermöglichen einen zusätzlichen Vorteil in Sachen effizientem Einsatz.

Wie lauten die üblichen Garantievereinbarungen hinsichtlich Schäden im Handheld-Umfeld?
Rach:
Alle unsere Geräte verfügen standardmäßig über eine dreijährige Garantiezeit. Diese können mit Garantieverlängerungen verlängert werden, um Reparaturkosten auf ein Minimum zu reduzieren und den Lebenszyklus der Geräte zu maximieren.

Bildquelle: Panasonic

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