MWC 2017

Insider in Barcelona einig: Maschinen bald schlauer als wir

Die Tech-Industrie bereitet sich auf ein Zeitalter hochintelligenter Maschinen vor. Das sagen die Insider in Barcelona zur aktuellen Entwicklung >>>

Mobilfunk-Milliardär Masayoshi Son ist der Gründer und Chef des japanischen Mobilfunk-Anbieters Softbank. Foto: Andrej Sokolow

Mobilfunk-Milliardär Masayoshi Son ist der Gründer und Chef des japanischen Mobilfunk-Anbieters Softbank. Foto: Andrej Sokolow

Künstliche Intelligenz, Chatbots und intelligente Maschinen sind ein Top-Thema auf dem Mobile World Congress. Was sagen die Insider, wohin die Reise der Menschheit mit hochintelligenten Maschinen geht?

Masayoshi Son ist Gründer und Chef des japanischen Mobilfunk-Anbieters Softbank. Er sagte auf dem Mobile World Congress in Barcelona, während man heute bei einem IQ von 200 von einem Genie spreche, würden Computer damit vergleichbar einen IQ von 10.000 erreichen.

Das sei Super-Intelligenz. «Einer der Chips in unseren Schuhen wird irgendwann smarter sein als wir.» Die Menschen müssten sich für diese Zukunft philosophischen Fragen stellen: «Was wird dann unser Job sein, wie wird unser Leben verlaufen?» Er glaube, dass die Super-Intelligenz unser Partner sein werde. «Wenn wir sie missbrauchen, kann es gefährlich werden.»

Son erklärte, die Aussicht auf die Überlegenheit der Maschinen sei der Grund, warum Softbank den 100 Milliarden Dollar schweren Investitionsfonds zusammengesammelt habe. «Ich bin in Eile, ich suche nach Partnern.»

Mit der im vergangenen Jahr abgeschlossenen Übernahme des Chip-Entwicklers ARM bereite sich Softbank auf die anstehende Ausbreitung vernetzter Technik in alle Bereiche und den Bedarf an sicheren Lösungen vor. »

«Alles, was wir jetzt sehen, ist erst der Anfang», betonte auch des Technikchef des IBM-Supercomputers Watson, Rob High.

Digitale Assistenten

Aktuell kommen die Menschen mit künstlicher Intelligenz bewusst zumeist über sprechende digitale Assistenten wie Amazons Alexa, Apples Siri oder den Google Assistant in Berührung. Der zuständige Google-Produktmanager Gummi Hafsteinsson bekräftigte, dass der Assistant in alle möglichen Geräte von der Computer-Uhr bis zum Auto integriert werden solle.

Es gehe darum, einen Assistenten zu schaffen, der einem Nutzer immer zur Verfügung stehe: «Wo auch immer ich bin, die Technologie muss dort mit mir sein.» Nutzer interagierten mit dem Assistant aktiver als von Google erwartet, sagte Hafsteinsson.

Google hatte am Vortag angekündigt, dass der Assistant auf alle Android-Geräte mit den beiden jüngsten Versionen «Marshmallow» und «Nougat» kommen werde. Bisher war das hauseigene Modell Pixel das einzige Smartphone, auf dem er verfügbar war.

Chatbots mit KI

Bei Chatbots mit künstlicher Intelligenz im Hintergrund, die heute zum Beispiel im Kundenservice eingesetzt werden, gebe es zugleich ein Problem zu hoher Erwartungen der Nutzer, sagte Entwicklerin Kriti Sharma vom Unternehmenssoftware-Anbieter Sage. «Wenn sie mit einem Bot kommunizieren, erwarten sie, dass er viel mehr über sie weiß als eine Website.» Deshalb müssten Entwickler mehr Informationen über einen Nutzer haben.

Ein kulturelles Problem sei zudem eine Verrohung des Umgangstons, weil sich Menschen daran gewöhnten, von Bots sofort eine Antwort zu bekommen, ohne bitte oder danke sagen zu müssen, räumten die Experten ein. «Ich habe auch keine Antwort darauf» sagte Hafsteinsson.

dpa/rs

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