Middleware

Integrationsplattformen in der Cloud boomen

Es gibt immer mehr Cloudservices und immer mehr Automatisierung-Tools, die zwei oder mehr dieser Dienste miteinander verknüpfen.

Der Boom der Clouddienste aller Art führt zu einem ebensolchen bei Integrationsplattformen. Es gibt immer mehr Webservices zu verknüpfen, immer mehr Daten auszutauschen und zu synchronisieren. Den Anfang machte vor wenigen Jahren IFTTT, das seine Dienste recht schnell auch auf Hardware aller Art erweiterte.

Inzwischen gibt es eine Vielzahl an spezialisierten Webapps zur Integration und Automatisierung der Cloud. Doch das ist nur ein Teil der Entwicklung. Neben den hier vorgestellten Diensten gibt es inzwischen auch erste Ansätze zu einer nativen Integration anderer Clouds mit der eigenen API.

IFTTT

IFTTT ist die bekannteste Plattform und vor allem bei Privatanwendern beliebt. Sie ist kostenlos und bietet eine Vielzahl an Integrationen. So gibt es hier den Zugriff auf viele bekannte Clouddienste für Privatleute und einige Business-Dienste. Zudem gibt es eine Möglichkeit, bestimmte Ereignisse wie Ortsangaben, Anrufe oder das Knipsen eines Fotos in Android und iOS abzufangen.

Besonders interessant ist die Anbindung an verschiedene Smart Home-Produkte sowie Fitnessgeräte, Wearables und Connected-Car-Services. Zusammen mit der klassischen Integration von Newsdiensten und Cloudspeichern von Dropbox bis Evernote ist IFTTT enorm flexibel und für viele Anwendungsfälle geeignet. Business-Anwendungen sind aber nicht seine Stärke.

Zapier

Ebenso flexibel wie IFTTT, aber mit einem eindeutigen Schwerpunkt auf den großen SaaS-Anbietern für Business-Kunden ist Zapier. Der Dienst ist für eine ernsthafte Nutzung nicht kostenlos, obwohl es eine Gratis-Version gibt. Damit können allerdings lediglich fünf Zaps genannte Skripte in Abständen von etwa 15 Minuten ausgeführt werden.

Eine zweite Einschränkung: Die Überwachungen der jeweiligen Dienste ist zwar kostenlos, es werden aber lediglich insgesamt 100 Aufgaben pro Monat ausgeführt. Zur Verdeutlichung: Wenn ein RSS-Feed täglich zehn Artikel liefert, ist die Monatsquote bereits nach zehn Tagen erfüllt.

Cloudwork

Der Dienst ist ebenso wie IFTTT kostenlos und erfüllt sehr ähnliche Aufgaben. Er unterstützt zwar insgesamt weniger Webservices, aber einige davon werden bei der Konkurrenz nicht angeboten. Er ist also eine Alternative für Leute, die eine bei IFTT fehlende Webapp einsetzen. Allerdings unterstützt Cloudwork bei seinen Integrationsmodulen teils nur wenige Funktionen.

[Update 11.06.]Ein zusätzlicher Hinweis: Wie eine aufmerksame Leserin bemerkte, ist seit kurzem keine Login-Option mehr auf der Cloudwork-Website zu sehen. Es ist also möglich, dass der Dienst bald abgeschaltet wird.

We Wired Web

Ebenso wie IFTTT und Cloudwork bietet dieser Webdienst eine ereignisgesteuerte Verknüpfung von Webapps. Ein Zugang zum Dienst kostet ab zehn Dollar pro Monat und erlaubt in dieser Variante zehn aktive Aufgaben. Eine sehr praktische Möglichkeit ist die Erweiterbarkeit des Dienstes. Die Nutzer sind nicht auf die vorgegebenen Automatisierungen angewiesen, sondern können sie erweitern und zusätzliche Webservices hinzufügen. Dies setzt allerdings ein grundlegendes technisches Verständnis der benutzten APIs voraus.

OneSaas

Der kostenpflichtige Integrationsdienst bietet den Zugriff auf Apps für E-Commerce  wie QuickBooks Online, Shopify, Magento, eBay, Salesforce, einige Fullfillment-Dienstleister oder MailChimp. Sinnvoll nutzen können ihn ausschließlich Unternehmen, die einige der angebotenen Accounting-, Billing-und E-Commerce-Webapps einsetzen.

Skyvia

Der kommerzielle Datenintegrationsdienst ist spezialisiert auf Import, Export, Replikation und Synchronisation von Datenbanken. Er führt diese Aufgaben in verschiedenen Richtungen mit Salesforce, Dynamics CRM, Sugar CRM Zoho CRM, SQL Server PostgreSQL, MySQL, SQL Azure, Amazon RDS, Dropbox, Box und Google Drive aus.

Zusätzlich bietet der Dienst auch ein Online-Backup an. Da sich Skyvia noch in einem öffentlichen Betatest befindet, kann er im Moment kostenlos genutzt werden. Im offiziellen Betrieb können nur noch 5000 Datensätze kostenlos verarbeitet werden.

Elastic.io und Elastic.io Connect

Diese kommerzielle Integrationsplattform gibt es in zwei Varianten: Der Mutterdienst Elastic.io ist in erster Linie für Anwendungsentwickler gedacht, die unterschiedliche Business-Anwendungen, Cloudservices oder Datenbanksysteme miteinander verknüpfen möchten.  Der neue Dienst Elastic.io Connect verknüpft eine Auswahl von gängigen Webdiensten, ohne dass ein Entwickler notwendig ist.

Todoist Powerapp

Natürlich ist die Ausgabenverwaltung Todoist auch durch IFTTT zu automatisieren. Doch für die Verknüpfung mit Google Kalender, Github, Evernote und Pocket gibt es nun eine eigene Integrationsplattform namens PowerApp. Sie basiert auf der neuen Todoist-API und soll in Zukunft stärker ausgebaut werden, sodass für viele Aufgaben IFTTT nicht mehr unbedingt notwendig ist. Wenn das einen Trend markiert, könnte der Boom der Integratoren schnell wieder vorbei sein.

Bildquelle: Thinkstock

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