M-Payment boomt in Afrika

Internationale Mobilfunkmärkte

Drei Fragen in Bezug auf internationale Mobilfunkmärkte an Christoph Müller-Dott, Managing Director Germany & Austria von Orange Business Services

Christoph Müller-Dott, Orange Business Services

Christoph Müller-Dott, Managing Director Germany & Austria von Orange Business Services

Herr Müller-Dott, inwieweit unterscheiden sich Ihrer Ansicht nach die Mobilfunkmärkte innerhalb Europas voneinander? Welches sind die auffälligsten Merkmale?
Christoph Müller-Dott:
Die Mobilfunkmärkte – innerhalb Europas und erst recht weltweit – sind extrem fragmentiert, was technische Standards und Regulierung angeht. Ein Thema, das die Branche sowohl im Konsumenten- als auch im B2B-Bereich bewegt: Wir sind immer mobiler und global vernetzter und unsere Geräte werden es auch. Wie wir also den grenzüberschreitenden Datentransfer – für das private Twittern ebenso wie für die Übermittlung technischer Daten – künftig verlässlich und flexibel handhaben, kann aktuelle und künftige Geschäftsmodelle entscheidend beeinflussen.

Im nächsten Schritt: Inwieweit unterscheiden sich die europäischen Mobilfunkmärkte von afrikanischen, asiatischen und amerikanischen Märkten? Welches sind hier die auffälligsten Merkmale?
Müller-Dott:
Auf den Märkten der westlichen Industriestaaten ist ‚mobile‘ eher ein – immer weiter an Bedeutung gewinnendes – Zusatzangebot zu bestehenden stationären Diensten in den Bereichen Telefonie wie auch Internet. In Entwicklungsländern beispielsweise in Teilen Asiens und Afrikas, ist die Funktion von „Mobile“ jedoch eine ganz andere: Hier sind mobile Geräte oft der einzige Zugang zu Informationen und dominieren bereits Branchen, die in den etablierten Märkten noch eher traditionell beherrscht sind: Dank Mobile Banking und Mobile Payment habe manche Länder Afrikas mangels Infrastruktur das Bankfilialgeschäft europäischer Prägung komplett übersprungen. Das prägt natürlich auch die Märkte.

Glaubt man Branchenkennern, befinden sich mobile Dienste wie SMS oder Prepaid-Angebote derzeit weltweit auf dem absteigenden Ast – wie schätzen Sie diesen Sachverhalt ein?
Müller-Dott:
Das wichtigste Kriterium für Mobilfunkunternehmen aller Art – egal, ob Netzbetreiber oder Distributor – werden Datentarife und Angebote für grenzübergreifenden Datentransfer sein. Das betrifft die private Kommunikation wie M2M-Verbindungen. Letztere werden in den nächsten Jahren etwa 20 Prozent des gesamten Traffics in den mobilen Netzwerken ausmachen.

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