RWE Generation hat in Kooperation mit IBM und Apple eine App entwickelt, die den Servicetechnikern bei der Wartung der riesigen Maschinen im Braunkohle-Tagebau hilft. Im Vordergrund stand das Ziel, besser auf den hohen Wartungsbedarf komplexer Anlagen und Maschinen reagieren zu können. „Asset Care“ - so der Name der Anwendung - entstand aus dem Wunsch des Anwenders heraus, den Medienbruch in seinen Abläufen auszuschalten. Bisher ist für die Durchführung und Überwachung von Wartungsaufgaben noch das Ausfüllen von Formularen notwendig. Vom Papier werden diese Informationen anschließend in eine traditionelle Instandhaltungs–Software übertragen.
Die Schaufelradbagger, Absetzer und Förderanlagen des Unternehmens arbeiten auf eine effiziente Weise, unterliegen aber gleichzeitig hohem Verschleiß. Die Bergbaumaschinen sind 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche in Betrieb, kommen mit abrasiven Materialien in Kontakt und sind der Witterung ausgesetzt. Um den Betrieb möglichst wenig zu unterbrechen, müssen sie daher ständig gewartet werden.
Die App erlaubt den RWE-Mitarbeitern, Wartungsinformationen einschließlich Bilder und Videos jederzeit abzurufen und dadurch Probleme schneller zu erkennen und zu beheben. Servicetechniker haben mobilen Zugriff auf Echtzeit-Updates von Handbüchern, Wartungs- und Betriebsverlauf sowie auf GPS-basierte Ortungssysteme für die Überwachung der Ausrüstung und Lokalisierung der mobilen Bagger, was zu einer Verringerung der Ausfallzeiten und Wartungskosten führt.
Auch der Austausch untereinander sei möglich. Maschinengeräusche, Bilder und Nachrichten können untereinander in der App ausgetauscht werden. Die Mobilfunk-Abdeckung im Tagebau sei traditionell gut, schon aus Sicherheitsgründen, berichtet Andreas Lamken, CIO bei RWE Generation.
Im Gespräch mit MOBILE BUSINESS erklärt er, dass die App auf iPad Minis zum Einsatz kommt - in der Endstufe des Projektes sollen es 1.000 Geräte sein. Das kleine Apple-Tablet steckt in einer Schutzhülle und passt genau in die Brusttasche der Latzhosen der Techniker. Auf ein klassisches Rugged-Gerät verzichtete man bewusst.
„Asset Care“ wurde in nur fünf Monaten mithilfe von Apple entwickelt. Die Entwickler in Cupertino legten besonders Wert auf die Usability aus Perspektive des Endanwenders, berichtet Lamken weiter. Am anderen Ende habe die Integration in die starken Backend-Systeme seines Hauses dank der IBM-Expertise ebenso gut geklappt.
„IBM und Apple definieren Arbeitsprozesse völlig neu, indem sie innovative Technologie und fortschrittliche Datenanalyse zusammenbringen“, ergänzte Urs Schollenberger Business Leader Mobile Enterprise DACH bei IBM im Gespräch: „Gemeinsam mit RWE Generation haben wir unser fundiertes Wissen über die Energie- und Versorgungsindustrie eingesetzt, um Apps zu entwickeln, die die Effizienz von Wartungsarbeiten steigern werden.“
In der globalen Energie- und Bergbauindustrie ist RWE der erste Kunde dieser strategischen Partnerschaft zwischen IBM und Apple. Beide sind sich einig, dass „Asset Care“ eine Branchenlösung ist, die die Wartungsarbeiten in Industrien mit großen und komplexen Anlagen transformieren kann. Entsprechend ist an eine weitere Vermarktung gedacht. Es soll auch daher die erste in einer Reihe von Apps sein, die RWE und IBM gemeinsam entwickeln und anwenden, um mithilfe von iPads und iPhones die Wartungseffizienz zu verbessern.