UPDATE: McLaren dementiert

Ist Apple interessiert an McLaren?

Heißes Gerücht zu Apples Autoplänen: Laut «Financial Times» zeigt Apple Interesse an dem britischen Sportwagen-Anbieter McLaren. Der dementiert mittlerweile.

Ein McLaren 570GT beim Genfer Autosalon: Apple zeigt nach Informationen der «Financial Times» Interesse an dem britischen Sportwagen-Bauer. Foto: Sandro Campardo/Archiv

Ein McLaren 570GT beim Genfer Autosalon: Apple zeigt nach Informationen der «Financial Times» Interesse an dem britischen Sportwagen-Bauer. Foto: Sandro Campardo/Archiv

Apple und McLaren sollen in Gesprächen über eine komplette Übernahme oder eine strategische Beteiligung sein. Das schrieben die «Financial Times» und die «New York Times» am Mittwoch unter Berufung auf mit den Verhandlungen vertraute Personen. Die Gespräche hätten bereits vor einigen Monaten begonnen.

Die Verluste schreibende Autofirma, zu der auch ein Formel-1-Team gehört, könne eine bis eineinhalb Milliarden Pfund (bis zu 1,74 Mrd Euro) wert sein, hieß es. Ein Unternehmenssprecher sagte hingegen: «McLaren führt keine Gespräche mit Bezug auf irgendwelche mögliche Investitionen mit Apple.» Apple wollte den Bericht am Mittwoch nicht kommentieren.  

UPDATE: McLaren hat die Medienberichte über laufende Verhandlungen über einen Einstieg von Apple oder eine Übernahme zurückgewiesen. «McLaren führt keine Gespräche mit Bezug auf irgendwelche mögliche Investitionen mit Apple», erklärte ein Sprecher. Zugleich bezog sich das Dementi von McLaren auf die Gegenwart und ließ damit die Möglichkeit offen, dass es zuvor Gespräche gab. Ein Reporter der «Financial Times», die am Mittwoch als erste mit der Information vorpreschte, schrieb bei Twitter: «Selbstverständlich stehen wir zu unserer Geschichte trotz der Erklärung von McLaren.» Die Zeitung hatte schon in dem Artikel eingeschränkt, dass ein Deal nicht sicher sei.

McLaren baut straßentaugliche PS-starke Sportwagen, die bis zu einer Million Euro kosten können. Im vergangenen Jahr stellte das Unternehmen etwas mehr als 1600 Fahrzeuge her. Zugleich ist die Firma aber nicht zuletzt durch ihren Formel-1-Rennstall auch stark beim Einsatz innovativer Kunststoff-Materialien und der Autoelektronik. Insofern müssten aus dem Zusammenschluss nicht zwingend nur unbezahlbare Straßenflitzer hervorgehen.

Oder doch ein Motorrad?

Die «New York Times» berichtete auch, Apple sei in Gesprächen über den Kauf des Start-ups Lit Motors aus San Francisco, das selbstbalancierende elektrische Motorräder entwickele. Apple habe bereits mehrere frühere Mitarbeiter von Lit eingestellt.

Über Apples Pläne für das Autogeschäft wird schon seit Anfang 2015 spekuliert, während der Konzern selbst sich dazu bedeckt hält. Zuletzt hieß es in Medienberichten, der Fokus verlagere sich eher auf die Entwicklung von Software für Roboterwagen statt der ursprünglichen Pläne für den Bau eines eigenen Elektro-Autos. Das gebe Apple aber mehr Flexibilität, wenn der Konzern sich doch dafür entscheide, sich mit einem etablierten Autobauer zusammenzutun oder einen zu kaufen, schrieb der Finanzdienst Bloomberg im Juli.

Vor zehn Tagen berichtete die «New York Times» dann, Apple habe angefangen, selbstfahrende Autos zu testen. Die Roboterwagen seien auf eingeschränkten Strecken in abgeschirmter Umgebung unterwegs.

In diesem Jahr investierte Apple bereits überraschend eine Milliarde Dollar in den chinesischen Fahrdienst-Vermittler Didi Chuxing. Konzernchef Tim Cook sprach von einer strategischen Investition in den Uber-Konkurrenten.

Bei dem genannten Preisniveau für McLaren wäre das der zweitgrößte Zukauf von Apple nach der Übernahme des Kopfhörer-Anbieters Beats Electronics samt angeschlossenem Musik-Streamingdienst für drei Milliarden Dollar.

Apple sitzt auf Geldreserven von 230 Milliarden Dollar. Über 90 Prozent davon lagern außerhalb der USA, vor allem in Irland. Die EU-Kommission forderte von Apple gerade erst, potenziell mehr als 13 Milliarden Euro Steuern an Irland nachzuzahlen, weil die Steuervereinbarungen mit dem Land als illegale Beihilfe eingestuft wurden.

dpa/rs

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