IT-Boom

IT-Branche wächst stark, Digital-Knowhow immer gefragter

Eine Million Arbeitsplätze, mehr als 50.000 offene Stellen, 68 Milliarden Euro Umsatz - die IT-Branche ist im Boom.

IT-Branche mit anhaltendem Wachstum

IT-Branche mit anhaltendem Wachstum

Die IT-Branche wächst seit Jahren in Folge und laut IT-Verband Bitkom blickt sie mit viel Optimismus auf das laufende Jahr. Acht von zehn Unternehmen (82%) erwarten für die zweite Jahreshälfte steigende Umsätze. Insgesamt vermuten die Unternehmen in den Bereichen Informationstechnologie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik einen Jahresumsatz von etwa 161 Milliarden Euro. Vor allem die IT ist hier der Umsatztreiber mit 86 Milliarden Euro Umsatz und einem Wachstum von 2,7 Prozent.

Entsprechend gut sind die Aussichten im Arbeitsmarkt. Mit etwa einer Million Beschäftigten ist die Branche inzwischen der zweitgrößte industrielle Arbeitgeber in Deutschland. Seit gut sieben Jahren haben die deutschen ITK-Unternehmen jedes Jahr mindestens 20.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Vor allem der Bereich Informationstechnik wächst nachhaltig. Hierzu gehören die Bereiche Hardware, Software und IT-Services mit etwa 850.000 Erwerbstätigen. Passend zum Boom zeigen auch die Kurven der Bruttoverdienste im Großen und Ganzen nach oben: IT-Fachkräfte verdienten 2016 im Durchschnitt zwei Prozent mehr als im Jahr davor.

Accenture, IBM und T-Systems führen Liste an

Besonders stark ist der Teilmarkt der IT-Dienstleister die Beratung, Systemintegration und Servicemanagement anbieten. Die Analysten von Lünendonk haben 92 IT-Dienstleister etwas näher unter die Lupe genommen. Sie konnten ihre Umsätze im vergangenen Jahr um durchschnittlich 9,3 Prozent steigern. Und auch das Umsatzwachstum beschleunigte sich: 2015 betrug es erst 7,5 Prozent. Die analysierten Unternehmen erwirtschafteten zusammen 28,9 Milliarden Euro in Deutschland. Nach Angaben des Branchenverbandes Bitkom ist das gesamte Marktvolumen im Jahr 2016 38,1 Milliarden Euro gewesen. Anders ausgedrückt: Die betrachteten Unternehmen decken etwa 75 Prozent des Gesamtmarktes ab.

Das Analystenhaus teilt den Markt der IT-Dienstleistungen in zwei Segmente ein: Beratung/Systemintegration und Service. Bei den Systemintegratoren belegen drei bekannte Namen die ersten Plätze in der Umsatzrangfolge: Accenture, IBM Global Business Services und T-Systems. Dahinter wird es dann recht dynamisch, so legte beispielsweise die Dortmunder Adesso AG einen erheblichen Umsatzsprung von 32,6 Prozent hin. Das Ergebnis: Aufstieg von Platz 22 auf Platz 19. Im Marktsegment der reinen IT-Serviceanbieter gab es eine deutliche Erholung gegenüber 2015. So konnten 14 Unternehmen eine positive Geschäftsentwicklung melden, im Durchschnitt wuchs dieser Sektor um 5,5 Prozent. Die Systemintegratoren meldeten fast das doppelte Wachstum: 10,4 Prozent.

Hoher Personalbedarf bei boomenden Unternehmen

Kaum ein Blick in die Statistik der IT-Branche kommt ohne Zahlen zum sogenannten Fachkräftemangel aus: Der Boom sorgt für hohen Personalbedarf und der Markt ist in bestimmten Teilbereichen leergefegt. „Die Stimmung in der Branche könnte noch besser sein“, meint Bitkom-Präsident Achim Berg. „Aber der sich zuspitzende Fachkräftemangel verhindert höhere Beschäftigungszuwächse und bremst das Wachstum aus.“ Fast drei Viertel (71%) der Unternehmen sehen die Fachkräftesituation mit Abstand als größtes Hindernis für die eigene Geschäftsentwicklung. Bitkom-Analysen gehen davon aus, dass es branchenübergreifend derzeit mindestens 51.000 unbesetzte Stelle für IT-Fachkräfte gibt.

Darüber hinaus gibt es noch einen stetig wachsenden Bedarf an Digitalexperten, die sich mit unterschiedlichen Bereichen der Digitalwirtschaft auskennen, beispielsweise mit der Digitalisierung der Banken, der Gesundheitsbranche, mit künstlicher Intelligenz, Virtual Reality, Internet der Dinge, Data Science oder 3D-Druck. Gut 10.000 offene Stellen gibt es für solche Fachleute, hat der aktuelle Digitale Jobmonitor von Netzökonom Holger Schmidt, der Berliner Index-Gruppe und dem Handelsblatt ermittelt. Entsprechend sind Leute mit dem notwendigen Digital-Knowhow begehrt und sollten problemlos eine Stelle in der Stadt ihrer Wahl finden.

Bildquelle: Thinkstock

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