Freiberufler

IT-Freelancer - unentbehrlich und wertvoll

Goldene Zeiten für freiberufliche IT-Experten. Die Nachfrage steigt ständig, ebenso die Stundensätze - auf inzwischen mehr als 87 Euro im Durchschnitt.

Junger Mann im Geldregen

jeder zweite IT-Freelancer setzt 100.000 Euro um

Ohne sie läuft in der IT-Branche inzwischen nichts mehr: Die flexiblen, freiberuflich arbeitenden IT-Experten. Mit ihnen füllen die Unternehmen nicht nur Lücken in Projekten, sondern ersetzen auch fehlendes Stammpersonal. Nach Erhebungen des IT-Branchenverbandes sind im Moment etwa 50.000 Stellen für IT-Spezialisten den in den Unternehmen unbesetzt. Goldene Zeiten für Freiberufler, die inzwischen im Durchschnitt mehr als 87 Euro pro Stunde verdienen. Getrübt wird das Bild ein wenig durch die geringeren Stundensätze für IT-Expertinnen. Gerade einmal jeder zehnte Freelancer ist eine Frau und sie verdient durchschnittlich nur 84,62 Euro. Bei einer Durchschnittsarbeitszeit von etwas mehr als 47 Stunden pro Woche ergibt das auf den Monat berechnet einen Einkommensunterschied von knapp 600 Euro.

Die Zahlen stammen aus dem aktuell erschienenen Freelancer-Kompass 2017 der Projektplattform freelancermap.de. sie hat in der Studie die Angaben von mehr als 1100 Freiberuflern aus der IP-Branche ausgewertet. Die Zahlen zeigen deutlich, dass die netto-Stundensätze weiterhin steigen - vor einem Jahr war die Durchschnittssatz erst bei 82 Euro. Doch wie das so mit Stundensätzen ist, es gibt eine recht große Spreizung. Etwa 35 Prozent der Freiberufler berechnen Stundensätze zwischen 70 und 90 Euro. Am oberen Ende wird die Luft dann etwas dünner, doch immerhin noch knapp 15 Prozent der Freelancer berechnen Stundensätze von 120 Euro oder mehr.

Jeder zweite setzt mehr als 100.000 Euro um

Am unteren Ende sieht es dagegen besser aus, denn nur wenig mehr als 5 Prozent der Freiberufler erhalten weniger als 50 Euro pro Stunde. Einwegtransparenz bringt die Studie auch bei den Stundensätzen nach Fachgebiet. Erwartungsgemäß sind die Bereiche Grafik, Content und Medien eher im unteren Bereich zu finden (65 €)Spitzenreiter dagegen sind SAP-Experten, die im Durchschnitt 105 Euro pro Stunde berechnen. Entwickler liegen auf halbem Wege dazwischen und landen bei einem Stundensatz von 75 Euro.

Dies alles summiert sich zu erheblichen Umsätzen, bei denen der Trend nach oben zeigt. So wird in den alljährlich ermittelten Daten deutlich, dass Umsätze unter 75.000 € einen immer kleineren Anteil am Datensatz haben. Dagegen steigen die Spitzenwerte: Mehr als die Hälfte (55,39%) der Freiberufler kommt auf mehr als 100.000 € Umsatz im Jahr und immerhin 13 Prozent liegen jenseits der 175.000-Euro-Grenze. Kein Wunder, dass fast drei Viertel der Freelancer mit dem Einkommen zufrieden sind.

Immer mehr Projekte, die immer länger dauern

Die Zahlen wurden unter den beim Anbieter registrierten Freelancern abgefragt, doch sie stimmen von der Tendenz her mit anderen Statistiken überein. So ermittelt der Recruiting-Experte Geco Deutschland GmbH für jedes Quartal den sogenannten Geco-Index, einen Wirtschaftsindikator für freiberufliche Mitarbeiter in Unternehmen der deutschen IT-Branche.  Auch hier zeigen die Umsätze nach oben: der Index nimmt das Jahr seiner Ersterhebung 2009 als Basiswert. Davon ausgehend liegen die Beraterstundensätze inzwischen bei 131 Punkten, die Technikerstundensätze sogar bei 138.

Der Index lässt auch interessante Rückschlüsse auf die Umsätze zu, wenn auch nicht in absoluten Zahlen. So sind die Projektlaufzeiten (2009:100) inzwischen bei einem Indexwert von 217 angekommen, haben sich also mehr als verdoppelt. Die Autoren der Studie resümieren: "Rückblickend ist zu sagen, dass Unternehmen nach wie vor gerne längerfristige Verträge vergeben und die Prognose weiterhin steigend ist." Einer der Gründe dürfte auch sein, dass es tatsächlich einen Fachkräftemangel in bestimmten Positionen rund um die Digitalisierung gibt. Erkennbar ist dies unter anderem daran, dass die Anzahl der Projektanfragen bei dem Vermittler überdurchschnittlich stark angestiegen und  im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ein gutes Viertel angestiegen sind. Gute Zeiten für IP-Freiberufler also, mit Geld und Arbeit satt.

Bildquelle: Thinkstock

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