Arbeitsbedingungen bei BQ

IT-Produktion in Spanien

Im Gespräch gibt Xavier Gastaminza, General Manager Europe und Country Manager Germany bei BQ, einen Einblick in die IT-Produktionsbedingungen des spanischen Herstellers und zeigt auf, wie wichtig dem Unternehmen der umweltbewusste Umgang mit wichtigen Ressourcen ist.

Xavier Gastaminza, BQ

Xavier Gastaminza, General Manager Europe und Country Manager Germany bei BQ

Herr Gastaminza, wie gestalten sich die Arbeitsbedingungen in Ihren Produktionsstätten z.B. hinsichtlich Arbeitszeit, Entlohnung sowie Arbeitsschutz?
Xavier Gastaminza:
Zunächst einmal klären wir überall dort, wo wir Arbeitsplätze oder eine Produktionsstätte einrichten, welche Gesetze vor Ort gelten. Nur so können wir sicherstellen, dass diese auch erfüllt werden. Auf dieser Grundlage entwickeln wir dann unsere Richtlinien und Prozesse zum Arbeitsschutz, aber auch für Leistungsbewertung, Fördermaßnahmen, Schulungen und Gehälter. Beispielsweise liegt die wöchentliche Arbeitszeit wie in Spanien bei 40 Stunden. Darüber hinaus überprüfen wir laufend, ob die Richtlinien eingehalten werden – auch bei Zulieferern und Partnern. Unter anderem erheben wir die Anzahl von Überstunden auf freiwilliger Basis, die maximale wöchentliche Arbeitszeit und die Bezahlung von Überstunden. Zudem achten wir auf Schutzmaßnahmen bei Maschinen mit Gefahrenpotential und Mitarbeiterschulungen bezüglich Arbeitsrisiken, zu Notfallmaßnahmen sowie zu Evakuierungen.

In welchen Städten befinden sich Ihre drei größten Produktionsstätten und welche mobilen Geräte produzieren Sie dort genau?
Gastaminza:
Wir entwickeln die meisten unserer Produkte komplett in Spanien. Hier stellen wir auch unsere 3D-Drucker Witbox und Prusa i3 Hephestos, unseren 3D-Scanner Ciclop und unsere Lernroboter her – nämlich in unserer Fabrik im Norden Spaniens (Navarra). Für unsere anderen Produkte unterhalten wir Produktionszentren in Guangdon (China), in Fujian (China) sowie in Taiwan.

Auf welche Weise verschaffen Sie sich Transparenz über die bei Ihren Auftragsfertigern und/oder Zulieferern herrschenden Arbeitsbedingungen hinsichtlich Arbeitszeit, Lohn und Arbeitsschutz?
Gastaminza:
Wir unterhalten sehr enge Beziehungen zu unseren Partnern und Lieferanten. Grob dargestellt, bewerten wir Lieferanten regelmäßig nach Kriterien wie Qualität, Umweltschutz, Arbeitsrechte, Arbeitsschutz, soziale Verantwortung etc. Die Bewertung erfolgt durch Audits, die wir durch eigene Mitarbeiter oder Dienstleister durchführen lassen.

Stellen wir bei einem Audit Auffälligkeiten fest, dokumentieren wir diese und analysieren gemeinsam mit dem Lieferanten, ob es sich um einen Einzelfall oder ein größeres Problem handelt. Im Anschluss erstellen wir einen Aktionsplan für die Behebung des Fehlers. Im weiteren Verlauf prüfen wir selbstverständlich, ob der Fehler tatsächlich beseitigt wurde, um die Angelegenheit abzuschließen und die neuen Erkenntnisse auf zwei Wegen einzusetzen: Darüber hinaus überlegen wir intern, wie sich ähnliche Probleme in Zukunft vermeiden lassen – etwa in ähnlichen Bereichen oder bei anderen Zulieferern. Desweiteren ist in allen Einrichtungen sogenannter kritischer Lieferanten eigenes Personal vor Ort. Kürzlich haben wir zum Evaluierungsschema auch die Übereinstimmung mit den Anforderungen des SA8000-Standards hinzugefügt.

Stichwort: Umweltbewusster Umgang mit Ressourcen – inwieweit besitzen Sie die Transparenz über die Herkunft sämtlicher in Ihren mobilen Produkten verbauten Rohstoffe?
Gastaminza:
Wir bemühen uns nach Kräften, eine umfassende Transparenz über unsere Lieferketten herzustellen. Zu diesem Zweck unterstützen wir unter anderem Initiativen wie Conflict Free Minerals, die von unserem Lieferanten Kemet angeführt wird. Zudem müssen unsere Lieferanten hohe Standards hinsichtlich Transparenz erfüllen.

Wie sorgen Sie dafür, dass der Abbau dieser Rohstoffe sowohl sozial verträglich als auch ökologisch korrekt abläuft? Welche Kontrollen werden in diesem Zusammenhang durchgeführt?
Gastaminza:
Wir überprüfen beispielsweise die Zertifikate von Gefahrengütern, die von externen Organisationen des Lieferanten ausgestellt wurden, und prüfen, dass sie die Umweltmanagementnorm ISO 14001 erfüllen. Bei den kritischen Lieferanten beginnen diese Maßnahmen bereits bei der ersten Lieferkette. Auf diese Weise haben wir in steigendem Maße Kenntnis und Kontrolle über die Herkunft der Materialien und Rohstoffe, die für unsere Produkte verwendet werden.

Ein Blick auf Forschung & Entwicklung: Welche Anstrengungen unternehmen Sie hier speziell für die Umweltverträglichkeit ihrer mobilen Endgeräte?
Gastaminza:
Wenn wir ein Produkt und dessen Verpackung neu entwickeln der Umweltfaktor bereits während der Designphase eine wichtige Rolle. So werden sofort die wichtigsten Umweltaspekte erkannt, die im Zusammenhang mit dem Gerät stehen. Gleichzeitig werden effizientere Formen gesucht, die die Umwelt weniger belasten. Beispielsweise verwenden wir bei der Innenverpackung unserer Aquaris-E-Geräte kein Plastik sondern ein recyclebares Material.

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